Hilfe: Sie befinden sich auf...

Fraunhofer-Gesellschaft, 13.12.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Fraunhofer-Gesellschaft, 13.12.04

Leise rieselt das Schokoladenpulver

Eine besondere Form der Verarbeitung von geschmolzener Schokolade produziert ein feines, rieselfähiges Pulver. Das Ungewöhnliche an der Technik: In die wenigen Mikrometer großen Schokokügelchen lassen sich flüssige Aromen einschließen. Frohes Schlemmen!

Dank seiner hohen spezifischen Oberfläche kann das Schokoladenpulver im Mund eine Geschmacksexplosion auslösen.
© Fraunhofer UMSICHT

Ein feines Pulver könnte künftig den Geschmack von heißem Kakao veredeln und um einige Aromen ergänzen. Das Forscherteam um Professor Eckhard Weidner, Inhaber des Lehrstuhls für Verfahrenstechnische Transportprozesse an der Ruhr-Universität Bochum und frisch gebackener Leiter des Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man Flüssigkeiten in rieselfähiges Schokoladenpulver einschließen kann. Nur wenige Mikrometer groß sind die Schokokügelchen, die in ihrem Inneren winzige Aromatröpfchen aber auch Hochprozentiges speichern und die sich wie gewöhnliche Schokoladentafeln lagern lassen.


"Aromen als Flüssigkeit in Schokolade zu integrieren, so dass sich das Produkt als Pulver weiter verarbeiten lässt, war bisher nicht möglich", sagt Weidner. Das Verfahren, mit dem es den Wissenschaftlern nun gelungen ist, heißt Particles from Gas Saturated Solutions. Um damit das aromatisierte Schokoladenpulver herzustellen, vermengen die Forscher geschmolzene Schokolade mit einem flüssigen Aroma und leiten gleichzeitig Kohlendioxidgas unter hohem Druck ein. Die Mischung pressen sie dann durch eine Düse in einen Behälter, in dem Atmosphärendruck herrscht. Dabei dehnt sich das Kohlendioxidgas augenblicklich aus und zerstäubt die flüssige Schokolade in winzige Tröpfchen. Mit der Ausdehnung ist eine Abkühlung verbunden, die bewirkt, dass die Schokotröpfchen sofort erstarren und dabei das flüssige Aroma in ihrem Inneren einschließen. Je höher der Gasdruck, desto feiner das Pulver. Mit Drücken zwischen 30 und 150 bar können die Forscher so zehn bis 200 Mikrometer kleine Kügelchen herstellen. Ein Vorteil der Technik ist, dass die Aromen nicht verdampfen, denn sie werden bei der Entspannung des Gases sofort auf etwa fünf Grad oder tiefer abgekühlt. Die Kohlendioxid-Atmosphäre verhindert zudem, dass die Geschmacksstoffe oxidieren.

Bisher gibt es noch keine Produkte, die das Schokopulver enthalten. Weidner hat aber verschiedene Ideen für Anwendungen, von denen er einige bereits im Selbstversuch getestet hat, etwa die Kombination des Pulvers mit Früchten: "Weil das Pulver sehr fein ist, haftet es an den Früchten, wenn man sie eintaucht. Beim Essen schmilzt es dann schlagartig und man hat den ganzen Mund voller Schokolade und Frucht." Eine Geschmacksexplosion, wie er versichert - verbunden mit einem leichten Kühleffekt durch das Schmelzen der Kügelchen. Letzterer ist im heißen Kakao sicherlich überflüssig, könnte aber Desserts eine ungewöhnliche Note verleihen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Weidner
Telefon: 02 08 / 85 98-11 02, Fax: -12 90
eckhard.weidner@umsicht.fraunhofer.de

Weitere Informationen:


Dr. Johannes Ehrlenspiel, Fraunhofer-Gesellschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Bohrung auf dem Flughafen Ensheim für innovative Bodenbeobachtung 
 Strömungsverhalten in der Schwerelosigkeit: Raketenexperiment bereitete NASA-Weltraumeinsatz vor