Hilfe: Sie befinden sich auf...

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 03.08.99

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 03.08.99

Krumm, aber erfolgreich

Das Fusionsexperiment WENDELSTEIN 7-X entsteht gegenwärtig in Greifswald, im dortigen Teilinstitut des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik. Das Großexperiment soll die Kraftwerkstauglichkeit eines speziellen Typs von Fusionsanlagen, der sogenannten Stellaratoren, unter Beweis stellen. Um die Energieerzeugung der Sonne in einem künftigen Fusionskraftwerk nachzuvollziehen, muß der Brennstoff - ein dünnes, ionisiertes Wasserstoffgas - auf extrem hohe Temperaturen aufgeheizt und in einem Magnetfeld eingeschlossen werden. In WENDELSTEIN 7-X wird dieser magnetische Käfig von großen elektrischen Spulen von rund 3,5 Meter Höhe und einer Breite von etwa 2,5 Meter erzeugt. Dabei erfordert das zugrundeliegende Stellaratorkonzept eine sehr eigenwillige Geometrie der elektrischen Spulen. 50 krumme Spulen, deren Wicklungen weder in einer Ebene liegen noch kreisförmig sind, bauen den magnetischen Käfig auf. Hinzu kommen 20 "normale", also runde, Spulen.

Eine erste der komplex geformten Spulen gab das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik bei der Firma Preussag-Noell GmbH in Würzburg in Auftrag. Diese Prototyp-Spule traf Ende letzten Jahres im Forschungszentrum Karlsruhe ein und wurde dort in die Großmagnettestanlage TOSKA eingebaut. Hier sollten die Bedingungen im Stellarator simuliert und die mechanischen und elektrischen Eigenschaften der Spule untersucht werden. Zur Simulation der starken Magnetfelder wurde eine zweite Großspule - eine Entwicklung des Forschungszentrums mit deutschen Industriepartnern - integriert.
In einer zweiwöchigen Kühlphase wurden Anlage und Spulen mit einem Gesamtgewicht von 75 Tonnen zunächst auf die Temperatur flüssigen Heliums, auf minus 268,8 Grad Celsius, abgekühlt. Die Testspule wurde dabei supraleitend, d. h. die Leiterdrähte aus einer Niob-Titan-Legierung verloren ihren elektrischen Widerstand. Diese verlustfreie Stromleitung ist eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb eines späteren Fusionskraftwerks.
Der Test der Spule vollzog sich dann in zwei Stufen: Zunächst wurde die Prototypspule alleine geprüft. Nachdem die Ergebnisse den Erwartungen entsprachen, folgte der Test im Hintergrundfeld der Karlsruher Spule. Die Spulen wirkten nun mit extremen Kräften - entsprechend Gewichtskräften um die 1000 Tonnen - aufeinander ein. So konnte das spätere Zusammenwirken der 50 Einzelspulen in der Experimentieranlage simuliert werden. Die Spulen konnten auch unter diesen Bedingungen stabil betrieben werden. Dabei lagen die mechanischen Verformungen und Spannungen im Gehäuseteil der Testspule im erwarteten Bereich. Auch die späteren Betriebsbedingungen von WENDELSTEIN 7-X mit einer magnetischen Feldstärke von 6,1 Tesla wurden erreicht. Dies entspricht etwa der zwölffachen Feldstärke eines üblichen Lautsprechermagneten bzw. dem Hunderttausendfachen des Magnetfeldes der Erde. Mit dem erfolgreichen Abschluß der Tests kann nun die Serienfertigung der Spulen beginnen.
Joachim Hoffmann, Isabella Milch 2. August 1999

Tel. Rückfragen: 07247/822860


Inge Arnold, Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Magdeburger Wissenschaftsjournal 1/99 erschienen 
 Krumm, aber erfolgreich