Hilfe: Sie befinden sich auf...

Fraunhofer-Gesellschaft, 28.05.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Fraunhofer-Gesellschaft, 28.05.08

Kabellose Sehprothese

Erkrankungen der Netzhaut führen weltweit bei etwa 30 Millionen Menschen zum Erblinden. Zwölf Jahre lang wurde im Projekt EPI-RET daran gearbeitet diesen Patienten zu helfen. Entstanden ist ein weltweit einzigartiges System: eine komplett implantierbare Sehprothese.

Die Mikroelektroniker Dr. Ingo Krisch, Dipl.-Ing. Michael Görtz und Dr. Hoc Khiem Trieu (v.l.n.r.) entwickelten Implantat- und Chipdesign für die kabellose Sehprothese.
Foto: Fraunhofer/Kai-Uwe Nielsen

Zwölf Jahre lang arbeiteten Neuroinformatiker, Mikroelektroniker, Materialforscher und Mediziner an einer Sehprothese für Patienten, die ihr Augenlicht durch Erkrankungen der Netzhaut verloren haben. Im September 2007 der Erfolg: In einer klinischen Studie mit sechs Patienten konnte das Team zweierlei zeigen: Eine komplett implantierbare Sehprothese ist technologisch möglich und sie ermöglicht den Patienten deutliche Sehwahrnehmungen. "Für normal sehende Menschen erscheint es wenig, für die Patienten ist es ein großer Schritt", kommentiert Dr. Hoc Khiem Trieu vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen IMS in Duisburg. "Die Patienten konnten nach Jahren der Blindheit - je nach Stimulation der Nervenzellen - von Lichtpunkten bis hin zu geometrischen Mustern berichten." Dr. Hoc Khiem Trieu war von Anfang an in diesem Projekt, das vom Bundes-ministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert wurde. Gemeinsam mit Dr. Ingo Krisch und Dipl.-Ing. Michael Görtz setzte er die Vorgaben der Mediziner und Materialforscher in ein Implantat- und Chipdesign um. Für ihre Arbeit erhalten die drei Wissenschaftler den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2008.

"Ein Meilenstein war erreicht, als die Prothese endlich drahtlos funktionierte", erklärt Dr. Ingo Krisch. Damit sie unsichtbar und ohne Kabelverbindungen nach außen funktioniert, war viel Detailarbeit nötig. "Die Entwürfe sind immer kleiner geworden, die Materialen flexibler, robuster und leistungsfähiger, so dass die Prothese jetzt bequem in das Auge passt", berichtet Michael Görtz. Die Forscher nutzen eine Besonderheit der Erkrankung: Bei der Retinitis Pigmentosa sind die lichtempfindlichen Zellen zerstört, während die Verbindung der Nervenzellen zum Gehirn noch intakt ist. Der Trick der Forscher: Sie überbrücken die Defekte der Netzhaut mit einer Sehprothese. Diese besteht aus dem Implantat und einem externen Sender, der in ein Brillengestell integriert ist. Hier werden die Reizmuster in geeignete Signale gewandelt. Über eine telemetrische Verbindung lassen sich Daten und Energie zum Implantat übertragen. Entsprechend den aufgenommenen Bildern werden dann im Auge die Zellen stimuliert. Mit dreidimensionalen Stimulationselektroden, die sich wie kleine Stollen auf die Netzhaut legen, werden die noch intakten Zellen kontaktiert.

Die EPI-RET GmbH, eine Ausgründung aus dem bisherigen konsortialen Projekt, will die Sehprothese in etwa drei Jahren auf den Markt bringen. Bis dahin soll eine neue klinische Studie mit dem endgültigen Produkt an ausgewählten Patienten abgeschlossen sein.

Weitere Informationen:


Fraunhofer Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Der Riss als Werkzeug 
 Scharf sehende, künstliche Facettenaugen

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen
Weitere Artikel zu "Nervenzelle"

Wikipedia Logo
Eine Nervenzelle oder ein Neuron (von griechisch νεῦρον, neũron = „Nerv“) ist eine auf Erregungsleitung spezialisierte Zelle. Dieser Zelltyp kommt bei Gewebetieren vor, welche alle mehrzelligen Tiere außer den Schwämmen und Trichoplax adhaerens umfassen. Die Gesamtheit aller Nervenzellen eines Tieres bildet das Nervensystem. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Netzhaut"

Wikipedia Logo
Die Netzhaut oder Retina (von lateinisch rete „Netz“) ist eine Schicht von spezialisiertem Nervengewebe an der hinteren Innenseite des Auges von Wirbeltieren und einigen Tintenfischen. In ihr wird das auftreffende Licht, nachdem es die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper durchquert hat, in Nervenimpulse umgewandelt. Die Netzhaut besteht neben dem lichtempfindlichen Gewebsanteil aus Nervenzellen zur Verarbeitung und Weiterleitung der erzeugten Impulse, sowie aus verschiedenen Unterstützungsstrukturen zur Aufrechterhaltung der Funktion der reizerzeugenden und -verarbeitenden Zellen. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Sehprothese"

 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen