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Technische Universität Hamburg-Harburg, 22.10.04

Nicht ganz dicht: Stentgraftprothesen müssen verbessert werden

Geronnenes Blut (Thrombus) erfüllt nur mangelhaft die Rolle als natürliches Material zur Abdichtung von Stentgraftprothesen im Bereich der Bauchschlagader. Das haben Anne Gebert von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) sowie Dr. med. Christian Wintzer vom Allgemeinen Krankenhaus Harburg (AKH) in einer gemeinsam erstellten Studie festgestellt.

Die Nachwuchswissenschaftlerin und der Mediziner kommen in ihrer umfassenden Untersuchung zu dem Schluss, dass der Thrombus initial keine vollkommene Abdichtung gewährleistet. Basierend auf diesen Ergebnissen sind Verbesserungen der Implantate bezüglich der Abdichtung zum Erfolg des Eingriffs unabdingbar.
Für ihre umfassende Untersuchung zur Optimierung so genannter Stentgraftprothesen für Patienten, die an einer Gefäß-Aussackung leiden, sind die Ingenieurin und der Mediziner mit dem mit 5000 Euro dotierten Karl-Kremer-Preis 2004 der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt ihrer Studie stand die Rolle von geronnenem Blut (Thrombus) zur Abdichtung von Stentgraftprothesen im Bereich der Bauchschlagader.

Hintergrund: Die Implantation von Stentgraftprothesen, das sind mit einem textilen Mantel umhüllte, sich selbst entfaltende Metallkörbchen, ist eine etablierte medizinische Methode, insbesondere bei Notfalloperationen. Das minimalinvasive Verfahren ist patientenschonend, dennoch ist dessen Indikationsbreite für an Arteriosklerose erkrankte Menschen eingeschränkt. Komplikationen des Verfahrens sind unter anderem so genannte Endoleckagen. Das ist der Fall, wenn sich das Blut der Arterie ungehindert seinen Weg zwischen der Außenwand des Implantats und der Innenwand der Arterie bahnen kann, und somit erneut eine Belastung der Bauchschlagader eintritt. Stentprothesen müssen in 10 bis 30 Prozent der Fälle neu gerichtet werden. Der Thrombus dient, wie sich herausstellt, als nicht hinreichende Abdichtung sowohl an den Fixationsarealen des Implantats im Gefäß als auch entlang der zumeist wasserdurchlässigen Prothese. In der in Kooperation zwischen der TUHH, dem AK Harburg und der Firma Aesculap/Braun durchgeführten Studie wird dies als Mechanismus gewertet, der zu einer ausbleibenden Schrumpfung oder erneuten Belastung der Gefäß-Aussackung und somit zu einem Funktionsverlust des Implantats führen kann.
Anne Gebert (28) hat an der Universität Rostock Maschinenbau, Schwerpunkt Medizintechnik und Biomaterialien, studiert und arbeitet seit 2002 im Institut für Biomechanik an der TUHH. Die Entwicklung einer endovaskulären Prothese ist Thema ihrer Forschungsarbeiten, in deren Rahmen die Studie erstellt wurde.
Dr. med. Christian Wintzer (34) hat an der Universität Köln Medizin studiert und arbeitet seit 1997 in der Abteilung für Allgemein-, Gefäß-und Visceralchirurgie des AK Harburg.
Für Rückfragen:
Anne Gebert
040 / 428 78-33 86


Jutta Katharina Werner, Technische Universität Hamburg-Harburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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