Hilfe: Sie befinden sich auf...

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 20.12.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 20.12.04

In der Falle

Der Erfolg der Wasserstoff-Technologie zum Antrieb von Fahrzeugen steht und fällt mit der Speicherung des Wasserstoffs, für die bisher keine wirklich befriegende Lösung in Sicht ist. Ein Team aus Wissenschaftlern von der University of North Carolina und dem United States Department of Energy haben nun ein metall-organisches Material entwickelt, in dessen Hohlräumen Wasserstoffmoleküle "in der Falle sitzen" - vielleicht ein neuer Ausgangpunkt für das Design neuer Speichermedien.

Das Team um Wenbin Lin arbeitet mit Verbindungen aus dem Metall Zink und speziellen organischen Molekülen mit sechs oder acht aromatischen Sechsringen als zentralem Bauelement. Aromatische Ringe sind wichtig, weil sie eine starke Anziehung auf Wasserstoffmoleküle ausüben.
Wie sich zeigte, kristallisieren derartige metall-organische Bausteine zu einem dreidimensionalen Gitter mit sehr großen würfelförmigen Hohlräumen. Das Besondere dabei: Vier dieser Gitter sind ineinander geschoben und durchdringen sich gegenseitig. Entsprechend verkleinern sich die kubischen Hohlräume. Über offene Kanäle sind diese winzigen "Höhlen" von außen zugänglich. Im frischen Kristall sind sie zunächst durch Lösungsmittelmoleküle unregelmäßig besetzt. Diese "Gäste" können leicht vollständig entfernt werden, ohne dass das Gerüst kollabiert.
Die leeren Höhlen können Wasserstoffmoleküle aufnehmen. Bei einem Druck von 48 bar gelang es, 1,12 (Verbindung mit sechs Ringen) bzw. 0,98 Gewichtsprozent (Verbindung mit acht Ringen) Wasserstoff darin zu speichern - und auch wieder freizusetzen. Diese Speicherkapazität entspricht etwa der von Kohlenstoffnanoröhrchen, einem Material, das ebenfalls als Wasserstoffspeicher in der Diskussion ist. Gegenüber den Rekordhaltern in der eigenen Klasse der metallorganischen porösen Gerüste sind die zwei Neulinge nur wenig unterlegen. Diese Klassenbesten verdanken ihre Überlegenheit ihrer um das Fünf- bis Zehnfache größeren inneren Oberfläche.
Wie schaffen es also die beiden neuen metallorganischen Gerüste ohne eine besonders hohe Oberfläche oder ein besonders großes Porenvolumen, Wasserstoff doch so gut zu speichern? Wegen der mehreren ineinander verschachtelten Gitter kommen die Wasserstoffmoleküle in den Hohlräumen mit einer größeren Anzahl aromatischer Ringe in Kontakt als bei Poren in einem gewöhnlichen Einzelgitter. Der Wasserstoff sitzt regelrecht in der Falle. "Dieser Fallenmechanismus unserer aromatenreichen sich stark durchdringenden Gitterstrukturen" sagt Lin, "könnte einen neuen Weg weisen für die Entwicklung effektiver metallorganischer Wasserstoffspeicher."

Kontakt: Prof. Dr. W. Lin
Department of Chemistry
CB#3290
University of North Carolina
Chapel Hill
NC 27599
USA

Tel.: (+1) 919-962-6320
Fax: (+1) 919-962-2388

E-mail: wlin@unc.edu

Angewandte Chemie Presseinformation Nr. 1/2005
Angew. Chem. 2005, 117 (1), 74 - 77

? ANGEWANDTE CHEMIE
Postfach 101161
D-69451 Weinheim
? Tel.: 06201/606 321
? Fax: 06201/606 331
? E-Mail: angewandte@wiley-vch.de
? http://www.angewandte.org


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Neue Forschungsinstitute für angewandte Nanotechnologie, Hochpolymere und Arbeitsschutz 
 Thüringer Projekt "Kopfchirurgisches Zentrum" erfolgreich im BMBF-Wettbewerb SOMIT