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Universität Regensburg, 09.05.06

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Universität Regensburg, 09.05.06

Erstmalig im Lufteinsatz: Die weltweit kleinste tragbare Herz-Lungen-Maschine

Ein Spezialistenteam der Uniklinik Regensburg entwickelte eine tragbare Mini-Herz-Lungen-Maschine (Mini-HLM) und setzte diese erstmalig im Rettungshubschrauber ein. Bisher nicht transportfähige Patienten können mit diesem künstlichen Kreislauf nun sicher und schnell zur weiteren Behandlung transportiert werden.

Das Rettungsteam, Notarzt Dr. Matthias Arlt und Kardiotechnikerin Monika Gietl mit der Mini-HLM vor "Christoph Regensburg"
Foto: Klinikum

Die weltweit kleinste transportable Herz-Lungen-Maschine im Einsatz: Sie ist so konstruiert, dass sie nah am Patienten fixiert und transportiert werden kann.
Foto: Klinikum

Herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen (HLM) sind bis zu 1,5 Meter lang, bis zu 200 kg schwer und deshalb für den mobilen Einsatz ungeeignet. Sie sind jedoch lebensrettend bei der Versorgung von schwerstkranken Patienten mit kombiniertem Herz- und Lungenversagen. Kliniken, die nicht über diese Geräte verfügen, können solche Patienten nur eingeschränkt selbst behandeln, aber auch nicht zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik überweisen.

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe des Uniklinikums Regensburg, bestehend aus Herzchirurgen und Ingenieuren unter der Leitung von Kardiotechniker Alois Philipp, nahm sich diesem Problem an und entwickelte eine Herz-Lungen-Maschine in Miniatur: die Mini-Herz-Lungen-Maschine (MECC® Minimal-Extracorporal Circulation). Die Komponenten wurden von der Firma Maquet Cardiopulmonary in Hirrlingen hergestellt.



Diese neue Maschine ist im Gegensatz zu den konventionellen Geräten so kompakt, leicht und klein, dass sie mühelos von einer Person getragen und mit dem Patienten transportiert werden kann. Darüber hinaus ermöglichen dieser kompakte Aufbau sowie ein bioverträgliche Oberfläche der künstlichen Lunge eine schonendere Behandlung der Patienten, so dass die MECC im Klinikum Regensburg inzwischen routinemäßig bei Bypassoperationen eingesetzt wird. Klinische Studien haben gezeigt, dass Patienten, die operativ unter Einsatz der MECC anstatt einer konventionellen Herz-Lungen-Maschine versorgt wurden, deutlich weniger Bluttransfusionen benötigen und postoperativ weniger Komplikationen aufweisen.

Durch die geringe Größe besteht nun die Möglichkeit, die Mini-HLM bei Lufttransporten im Rettungshubschrauber einzusetzen. Somit können zukünftig schwerstkranke, sonst nicht transportfähige Patienten sicher und schnell zur weiteren Behandlung in eine Klinik der Maximalversorgung verlegt werden.

Bei dem erfolgreichen ersten Luft-Einsatz konnte eine 50 jährige Patientin, nach Hirnblutung in kreislauf-instabilem Zustand und unter herkömmlichen Bedingungen nicht transportfähig, an das Klinikum verlegt, stabilisiert und gerettet werden. Sie hat inzwischen voll rehabilitiert die Klinik verlassen.

Ausführliche Fallbeschreibung
Von einem Krankenhaus im Umland wurde angefragt, ob eine 50-jährige Patientin an die Uniklinik Regensburg verlegt werden kann. Die Schwere der Erkrankung, der akut lebensbedrohliche, instabile Zustand machte jedoch einen herkömmlichen Transport unmöglich.

Um dieser Patientin dennoch die Chance der Behandlung an einem Klinikum der Maximalversorgung zu ermöglichen, wurde nach Rücksprache mit dem Notarzt des Rettungshubschraubers Dr. Matthias Arlt, dem leitenden Oberarzt der Herzchirurgie, Prof. Dr. Franz-Xaver Schmid im behandelnden Team der Entschluss gefasst, diese Patientin mit der Mini-HLM zu verlegen.

Wenige Minuten später konnte das Team des Rettungshubschraubers "Christoph Regensburg" mit der betriebsbereiten Mini-HLM an Bord zum Rettungseinsatz starten.

Unterstützt durch die Kollegen vor Ort wurde die Patientin an die mitgebrachte Mini-HLM über die großen Blutgefäße der Leiste angeschlossen. Unmittelbar nach Anschluss an die Mini-HLM stabilisierte sich der Kreislauf der Patientin dauerhaft.

Mit laufender Herz-Lungen-Maschine wurde der Transport sicher und stabil mit dem Rettungshubschrauber der HDM-Luftrettung im Team DRF durchgeführt. Unter dem künstlichen Kreislauf stabilisierte sich die Patientin zunehmend. Nach zwei Tagen an der Mini-HLM hatte sich die Herz- und Lungenfunktion soweit verbessert, dass die Patientin von der MECC® entwöhnt werden konnte. Nach weiteren zwei Tagen war keine künstliche Beatmung mehr notwendig und die Patienten konnte nach 14 Tagen die Intensivstation verlassen.

Kontakt:
Klinikum der Universität Regensburg
- Pressestelle -
Cordula Heinrich
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93042 Regensburg
Tel.: 0941-944-5734
Fax: 0941-944-5634
cordula.heinrich@klinik.uni-regensburg.de
Homepage: www.klinik.uni-regensburg.de

Ärztliche Leitung des
Luftrettungszentrum Regensburg
Oberarzt Dr. Markus Zimmermann
Dr. Matthias Arlt
Tel.: 0941-944-0
Fax: 0941-944- 7802
markus.zimmermann@klinik.uni-regensburg.de


Dr./M.A. Rudolf F. Dietze, Universität Regensburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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