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Technische Universität Bergakademie Freiberg, 27.03.03

Einmalige Kontiwalzstraße zur Simulation des Warmwalzens

Die weltweit einmalige erweiterte 4-gerüstige Kontiwalzstraße zur Simulation des Warmwalzens wurde an der TU Bergakademie Freiberg in Betrieb genommen.

Kontiwalzstraße am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg

Kontiwalzstraße am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg

Pressemitteilung
27. März 2003

Zum Auftakt der Tagung "MEFORM 2003 - 75 Jahre Metallformung in Freiberg" wurde am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg die erweiterte 4-gerüstige Kontiwalzstraße zur Simulation des Warmwalzens in Betrieb genommen. "Diese weltweit einmalige Versuchsanlage kann die industrielle Fertigung im Maßstab 1:1 nachbilden, wobei das Warmwalzen von Bändern und Draht bei Endwalzgeschwindigkeiten von ca. 20 m/s und 75 m/s möglich sind", erläutert Institutsdirektor Prof. Rudolf Kawalla. "Mit der Kontiwalzstaffel können wir die Lücke in der prozessnahen Warmbandsimulation bei Berücksichtigung des kontinuierlichen Walzens schließen und hervorragende Bedingungen für unsere Forschungsarbeit auf dem Gebiet der innovativen Werkstofftechnologie schaffen." Diese Anlage steht gleichermaßen für eine praxisbezogene Studentenausbildung und für Anfertigung von Studien- oder Diplomarbeiten zur Verfügung. Weiterhin wird sie für Weiterbildungsveranstaltungen von Mitarbeitern aus der Industrie eingesetzt.
Die neue Kontiwalzstaffel wird künftig auch Flachproduktherstellern und Anlagenbauern im Rahmen von Forschungssaufgaben am Institut für Metallformung zur Verfügung stehen. "Wir arbeiten gemeinsam mit Partnern aus Deutschland, Europa, Korea und den USA an Forschungsprojekten zur Werkstofftechnologie, speziell an innovativen Werkstoffen für den Leichtbau", berichtet Prof. Kawalla. Er verweist noch auf einen weiteren Vorteil: "Wir können die Halbzeugherstellung mit maßgeschneiderten Eigenschaften ganzheitlich betreiben und somit auch die Prozesskette werkstoffbezogen optimieren." Die Anlage ist zudem so konzipiert, dass eine maschinelle oder technologische Weiterentwicklung jederzeit möglich ist. Auf diese Weise sind an der TU Bergakademie Freiberg Forschung und Lehre auf eine qualitativ neue Stufe gestellt.
Insgesamt flossen rund 2,4 Millionen Euro in das Projekt, das von der EU, vom Land und vom Bund sowie von zahlreichen Kooperationspartnern aus der Industrie gefördert und aufgebaut wurde. Über 900 000 Euro steuerten namhafte deutsche Firmen wie ThyssenKrupp Stahl, Salzgitter AG, EKO Stahl, SMS Demag und Georgsmarienhütte, Moos Stahl aus der Schweiz sowie Firmen aus der Region bei. Das Unternehmen Quaker aus den Niederlanden baute Anlagenkomponenten für rund 75 000 Euro als Eigenleistung auf. Vertreter des Landes Sachsen, der Kooperationspartner und der Baufirmen werden zur Inbetriebnahme am Mittwoch in Freiberg erwartet.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Rudolf Kawalla,
Institut für Metallformung
Bernhard-von-Cotta-Str. 4, Haus Formgebung
Tel. 03731/ 39 2479; Fax 03731/ 39 3656
E-Mail: kawalla@imf.tu-freiberg.de


Katrin Apenburg, Technische Universität Bergakademie Freiberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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