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Technische Universität Dresden, 14.02.02

Dresdner Software vermindert Staus und Chaos in der Fertigung

Mit ROSI auf die CeBIT

Schnell, pünktlich und flexibel - so sollen Betriebe heute arbeiten. Doch schnelles Reagieren auf Kundenwünsche bedeutet, Maschinen immer wieder neu einzustellen, kurzfristige Aufträge in die laufende Produktion einzutakten. Die Folgen beschreibt Dr. Gerald Weigert von der TU Dresden lakonisch: "Keine Fabrik ohne Engpässe".

Damit Aufträge künftig ohne Stau und Chaos abgearbeitet werden können, entwickelten er und seine Mitarbeiter ROSI, die ReihenfolgeOptimierung durch Simulation. Simulation, weil mathematische Ansätze mit derartigen Berechnungen überfordert sind. "Das ist wie bei den Wettervorhersagen: es gibt kein mathematisches Modell, das ausreichend präzise ist. Wir simulieren deshalb die zeitlichen Abläufe: wie lange braucht die Maschine, wann ist sie wieder frei?", sagt der Experte vom Institut für Elektronik-Technologie der TU Dresden. Die Dresdner Software arbeitet dabei mit anderen Systemen - wie beispielsweise dem in Unternehmen weit verbreiteten PPS (Produktions-Planung und -Steuerung) - zusammen und lässt sich deshalb problemlos in die jeweiligen Datenverarbeitungskonzepte integrieren.
ROSI spielt die Produktion modellhaft durch. Warenlager, Maschinen, Aufträge werden durch spezielle Bausteine abgebildet, die einzeln konfigurierbar sind. Startet die virtuelle Fertigung, weiß der Anwender innerhalb weniger Minuten, wie lange er für den Auftrag braucht. Noch wichtiger ist ein anderer Aspekt. ROSI zeigt schonungslos die Schwachstellen bei der Fertigung auf. Hapert es am Material, wird die Maschine ihr Zwischenprodukt nicht los oder dauert ein Arbeitsschritt zu lange, so dass es zum Stau kommt?
"Per Mausklick können wir dann die Auftragsreihenfolge ändern, die Fertigung variieren oder testen, ob eine weitere Maschine eingesetzt werden muss", erläutert Dr. Weigert.
Die Nutzer können unter verschiedenen graphischen Darstellungen wählen, die Aufschluss über einzelne Elemente des Fertigungsprozesses geben. Dazu gehört beispielsweise der Weg, den die Produkte von Maschine zu Maschine nehmen. Bei automatisierter Herstellung kann der durchaus unterschiedlich sein. Ebenso sichtbar sind die Arbeits- und Stillstandszeiten der einzelnen Maschinen. Letztere sind verblüffend hoch - sie liegen im Durchschnitt bei 80%. "Flexible Fertigung heißt Stillstand", schmunzelt der Dresdner Wissenschaftler. Dank ROSI lassen sich aber die Ruhezeiten der Geräte auf die Hälfte reduzieren. Das hilft, Zeit und Kosten zu sparen. Mit ROSI können die Betriebe tatsächlich so arbeiten, wie es die ökonomische Theorie verlangt: Schnell, pünktlich und flexibel.

Weitere Informationen: TU Dresden, Institut für Elektronik-Technologie, Dr.-Ing. Gerald Weigert, Dipl.-Ing. Sebastian Werner, Tel. (03 51) 4 63-3 64 39, Fax (03 51) 4 63-3 70 69, e-Mail: weigert@iet.et.tu-dresden.de, werner@iet.et.tu-dresden.de, Internet: http://www.iet.et.tu-dresden.de/rosi/

CeBIT Hannover (13. bis 20. März 2002), Halle 11, Stand D 27


Birgit Berg, Technische Universität Dresden
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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