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Deutsches Schiffahrtsmuseum, 21.08.02

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Deutsches Schiffahrtsmuseum, 21.08.02

Bremische Hafen- und mittelalterliche Schifffahrtsgeschichte

Tagungsband beschäftigt sich mit den karolingerzeitlichen Ursprüngen und der weiteren Entwicklung von Schifffahrt und Hafen - Hörbuch erzählt vom Abenteuer Kogge-Forschung

Häfen - Schiffe - Wasserwege. Zur Schiffahrt des Mittelalters

Die Bremer Hansekogge von 1380. Das späte Glück des Untergangs

Presse-Info Nr. 11/02 vom 21.08.2002

Am Ursprung vieler europäischer Städte stehen kleine Hafenanlagen. Seit der Karolingerzeit spielt die Anbindung an die Wasserwege eine Rolle bei der Wahl von Herrschafts- und Bischofssitzen, die zu Siedlungszentren ausgebaut wurden. Auch die weitere Entwicklung dieser Städte - namentlich an den großen Flüssen - haben seit dem 9. Jahrhundert in vielfältiger Weise Schifffahrt und Häfen geprägt.

In der Karolingerzeit wurden vor allem in Sachsen und Südskandinavien Siedlungen, die vorteilhaft an natürlichen Flusshäfen lagen, zu herrschaftlichen und kirchlichen Zentren. Auch in den ost- und westfränkischen Kerngebieten und in Bayern spielte die Flussschifffahrt eine bedeutende Rolle. Manche dieser Orte stagnierten später, andere wurden zu Großstädten mit kontinuierlicher Hafennutzung bis in die Moderne. So z.B. Hamburg, aber auch Bremen, das als Erzsitz und als Hansestadt auf über 1200 Jahre Hafengeschichte zurückblicken kann.


Im Jahr 2000, dem Jubiläumsjahr der Kaiserkrönung Karls des Großen und der Ersterwähnung des Bremer Weserhafens "Schlachte" wurde in einem wissenschaftlichen Kolloquium der Frage nach den karolingerzeitlichen Ursprüngen und der weiteren Entwicklung von Schifffahrt und Hafen nachgegangen. Die Ergebnisse der Tagung wurden - in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Bremen herausgegeben von Dr. Konrad Elmshäuser - jüngst vom Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven in seiner wissenschaftlichen Schriftenreihe publiziert. Der Band enthält zehn Beiträge namhafter Experten zur Schifffahrts- und Hafengeschichte - vom dänischen Ribe bis zum bayerischen Karlsgraben - sowie eine Darstellung der beispielhaften bremischen Hafenentwicklung.

Die Beiträger im einzelnen: Prof. Dr. Dieter Hägermann, Universität Bremen: Karl der Große und die Schifffahrt - Dr. Konrad Elmshäuser, Staatsarchiv Bremen: Facit Navigium. Schifffahrt auf Seine, Marne, Mosel und Rhein in Quellen zur frühmittelalterlichen Grundherrschaft - Dr. Robert Koch, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Nürnberg: Fossa Carolina. Neue Erkenntnisse zum Schifffahrtskanal Karls des Großen - Frank Wilschewski, Christian-Albrechts-Universität Kiel: Wasserwege und Kirchenzentren - Dr. Per Hoffmann, DSM: Konservierung und Präsentation des Flussschiffes KARL im Deutschen Schiffahrtsmuseum - Prof. Dr. Detlev Ellmers, ehem. Geschäftsführender Direktor des DSM: Baumschiff und Oberländer - Prof. Dr. Manfred Rech, Der Landesarchäologe, Bremen: Fluss und Hafen 800 bis 1250. Die Fundsituation in Bremen - Dr. Ulrich Weidinger, Universität Bremen: Die Entstehung der Schlachte als mittelalterliche Hafenanlage Bremens - Dr. Rolf Kirsch, Landesamt für Denkmalpflege Bremen: Die Schlachte aus denkmalpflegerischer Sicht - Dr. Timm Weski, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München: Anmerkungen zur spätmittelalterlichen Schifffahrt auf Nord- und Ostsee - Prof. Dr. Detlev Ellmers: Mittelalterliche Koggesiegel.

Der großformatige Band 58 der Schriften des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Konrad Elmshäuser (Hrsg.): Häfen - Schiffe - Wasserwege. Zur Schiffahrt des Mittelalters, ist im Convent Verlag, Hamburg, erschienen und umfasst 165 Seiten mit über 100 Abbildungen. Er ist zum Preis von EUR 39,90 im DSM und im Buchhandel erhältlich.

Von mittelalterlicher Schifffahrt, genauer vom Abenteuer Kogge-Forschung erzählt daneben eine Hörfunk-Produktion von Radio Bremen, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum im Hörbuch Hamburg Verlag erschienen ist. Mit Hilfe von Originaltönen aus 40 Jahren, Erinnerungen der an Fund, Bergung, Wiederaufbau und Konservierung der Bremer Hansekogge von 1380 Beteiligten und mittelalterlichen "Zeitzeugen" wird Geschichte lebendig. Der Hörer erhält einen Eindruck, wie Koggen gebaut worden sein könnten, wie sich die Besatzung ohne Kompass orientierte und wie sich das Leben an Bord der mittelalterlichen "Lastesel" dargestellt haben mag.

Das als Audio-CD vorliegende 58-minütige Radio-Feature mit illustriertem Begleitheft "Die Bremer Hansekogge von 1380 - Das späte Glück des Untergangs. Bergung, Rekonstruktion, Geschichte" von Günter Beyer ist zum Preis von EUR 16,- im Buchhandel und im Museumsshop des DSM erhältlich. Radio Bremen strahlt die Produktion aus dem Jahr 2001 am Sonntag, dem 25. August 2002, um 08.35 Uhr nochmals im Nordwestradio aus.


Erik Hoops, M.A., Deutsches Schiffahrtsmuseum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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