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Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven, 20.09.07

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Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven, 20.09.07

Schlagworte

Bioethanol, CO2, Rohstoff

Biosprit aus der Region

Das Herzstück der Brennerei: Die Destillationskolonne
Quelle: ttz Bremerhaven

Die Brennerei in Rockstedt
Quelle: ttz Bremerhaven

Bremerhaven, September 2007. Bioethanol produziert aus nachwachsenden Rohstoffen kann kurzfristig dazu beitragen, den Ausstoß von klimarelevantem CO2 aus Kraftfahrzeugen deutlich zu reduzieren. Der neuartige PKW-Kraftstoff E85 (ein Gemisch von 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Benzin) kann nach Umrüstung der Motorentechnik von vielen Benzinfahrzeugen als Kraftstoff alternativ zum herkömmlichen Benzin eingesetzt werden. Immer mehr Automobilhersteller bieten bereits E 85-taugliche Neufahrzeuge an, das nun auch im Raum Rothenburg hergestellt wird.


"Das Projekt soll aufzeigen, dass Bioethanol in kleinen und mittelgroßen landwirtschaftlichen Brennereien konkurrenzfähig zu Großanlagen produziert werden kann. Zentrale Aspekte sind dabei die Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsprinzipien und der regionale Charakter", erläutert Projektleiter Wolfgang Schulz vom ttz Bremerhaven. Für ihn bedeutet Nachhaltigkeit vor allem geschlossene Stoffkreisläufe und Energiebilanzen. Für die Brennerei in Rockstedt hat das zahlreiche Auswirkungen: die nachwachsenden Rohstoffe zur Herstellung des Bioethanols kommen aus der Region. Auch die Energie zum Betrieb der Brennerei wird aus Rohstoffen produziert, die Landwirte in der Region anbauen. Dafür nutzen sie in der Regel Flächen, die normalerweise brach liegen und nicht für die Lebensmittel- oder Futtermittelproduktion verwendet werden. Die sogenannte Schlempe, die Rückstände nach der Destillation, wird von Viehzüchtern in der Landwirtschaft als Futtermittel eingesetzt. Denkbar wäre auch, sie als Düngemittel oder für den Betrieb einer benachbarten Biogasanlage zu nutzen, welche Energielieferant für die Brennerei ist. Das erzeugte Bioethanol soll letztlich direkt in der Region vertrieben werden. Im Rahmen des Projektes wird nun der Brennprozess im Detail bilanziert und hinsichtlich der technischen Konfiguration und Betriebsweise weiter optimiert, so dass die Energiekosten, die derzeit etwa ein Drittel der Produktionskosten ausmachen, weiter reduziert werden können.

Neben dem Ziel bei der Produktion von Bioethanol komplett auf fossile Energieträger zu verzichten und somit den Ausstoß von klimarelevantem CO2 beim Herstellungsprozess zu verringern, geht es auch um das wirtschaftliche Überleben landwirtschaftlicher Brennereien. "Davon gibt es in Deutschland rund achthundert. Mindestens hundert erfüllen die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz des Rockstedter Modells", erläutert Schories. So kann dezentral, nachhaltig und kostengünstig Biosprit produziert werden. Dank der Nutzung von Reststoffen aus der Region und den geringen Transportkosten haben die kleinen Anlagen klare Vorteile gegenüber Großanlagen, die ihre Rohstoffe und den Biosprit oft über große Distanzen transportieren müssen. "Auf Ethanolimporte zum Beispiel aus Südamerika kann durch diese Konzeption zukünftig verzichtet werden. Außerdem können so Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen gesichert werden", so Schories weiter.

Das Projekt wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V., dem Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit rund 84 Tausend Euro gefördert. Projektpartner sind neben dem ttz Bremerhaven als Koordinator, die Brennerei Rockstedt GmbH &Co. KG und die JHK Anlagenbau und Service GmbH & Co. KG aus Bremerhaven.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement.

Weitere Informationen:


Anke Janssen, Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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