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Technische Universität Darmstadt, 16.09.04

Berlin-Tempelhof soll "Auto-Tempel" werden

Studie an der TU Darmstadt:
Flughafen Berlin-Tempelhof soll Deutschlands "Auto-Tempel" werden

In Berlin steht die Schließung des Flughafens Berlin-Tempelhof an: am 30. Oktober werden die letzten Flugzeuge auf dem geschichtsträchtigsten deutschen Flughafen starten und landen. Was mit den enormen Flächen und dem denkmalgeschützten Gebäude geschehen soll, ist derzeit noch völlig offen und wird in Berlin heiß diskutiert.

In einer konzeptionellen Studie bringen Thorsten Burgmer und André Perret vom Fachgebiet Entwerfen und Baugestaltung (Prof. Johann Eisele) an der Technischen Universität Darmstadt jetzt die Idee ins Spiel, aus dem Flughafen DEN Autotempel Deutschlands zu machen. Deutschland als die Auto-Nation Europas mit einigen der weltweit bedeutendsten Automobilfirmen könnte den zentralen Standort mit der vorhandenen denkmalgeschützten Architektur in idealer Weise nutzen, um seine Marken und Modelle zu präsentieren. Tempelhof könnte ein Kult-Ort der deutschen Automobilzunft, eine Mischung aus ständiger Automobilausstellung, Museum, Erlebniswelt und Motorsportveranstaltungen werden.


Mit dem konzipierten "AutoTempel" würde aus internationaler Sicht einem der wichtigsten deutschen Wirtschaftszweige und dem Image "die Deutschen bauen die besten Autos" in der einzigen deutschen Metropole ein Ort gegeben werden, an dem man alle deutschen Produkte sehen, testen und direkt mitnehmen kann. Das internationale Image Berlins würde sich in Anknüpfung an bestehende Traditionen wieder zu einer Auto- und Technologiestadt entwickeln, Hersteller und Motorsportveranstaltungen erhielten in Berlin wieder ein "Zuhause".

In ihrer Studie prüfen Thorsten Burgmer und André Perret auch mögliche Alternativen der Nutzung des 300 Hektar großen Areals, wie etwa eine Weiternutzung als Flughafen oder eine Umnutzung zum Museum, kommen aber zu dem Schluss, dass die konzipierte Nutzung bei Vermarktung, Finanzierbarkeit und Zukunftsfähigkeit das größte Potenzial hat.

Mit dem Bau des Flughafens Tempelhof während der Dreißiger Jahre wurden erstmals alle Anforderungen eines modernen Großflughafens in einer architektonischen Großform organisiert, er wurde deshalb von Sir Norman Foster als die "Mutter aller Flughäfen" bezeichnet. Nach dem Krieg wurde Tempelhof dann buchstäblich zum Nabel Berlins, hier landeten die meisten der "Rosinenbomber", die während der Zeit der Luftbrücke Berlin versorgten. Der Flughafen wurde zum Symbol für die Freiheit der westlichen Welt, Tempelhof steht damit wie kaum ein anderes Gebäude für die jüngere Geschichte Berlins.

Für die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Areals wurde die städtebauliche Planung der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit Vogt Landschaftsarchitekten zu Grunde gelegt. Die eigenständige Morphologie und die aufgenommene Struktur aus den umgebenden Vierteln, die Realisierbarkeit in Phasen, die stadtklimatischen und stadtökologischen Vorteile sowie die Erhaltung der Einheit von Gebäude und Flugfeld sprechen für diese Planung.

Anliegen der Studie ist es auch, dem Flughafen Tempelhof wieder neues Leben einzuhauchen. Seine ideelle wie wirtschaftliche Bedeutung kann ihm nach Ansicht der Autoren so zurückgegeben werden.

Pressekontakt: Thorsten Burgmer, Tel. 06151/16-3537 oder -2137, mobil: 0179/3206899, burgmer@i-aw.de

he, 16. September 2004, PM Nr. 05/09/2004


Sabine Gerbaulet, Technische Universität Darmstadt
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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