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Fachhochschule Lausitz, 30.01.04

Automatische Wärmeerzeugungsanlage: Erster Lizenzvertrag einer Brandenburger FH mit der Wirtschaft

Das Forscherteam der FH Lausitz um Prof. Biegel und Prof. Loose (3. u. 5. v. r.) mit seinen Partnern. Foto: Witzmann/ FHL

Die Fachhochschule Lausitz ist mit neun Erfindungsmeldungen im Jahr 2003 eine der aktivsten Brandenburger Hochschulen. Bezüglich des Verwertungsgeschäftes wird die Fachhochschule Lausitz sogar als herausragend eingeschätzt.

Zum Projekt eines Forscherteams um Prof. Dr. Peter Biegel und Prof. Dr. Peter Loose konnte die Hochschule mit der Kosel GmbH den ersten Lizenzvertrag einer Fachhochschule im Land Brandenburg mit der Wirtschaft abschließen.

Im Rahmen ihres Neujahrsempfanges stellte die Präsidentin der FHL, Dipl.-Jur. Brigitte Klotz, das Projekt kürzlich der Öffentlichkeit vor.


Kompetent betreut wird das Projekt von der Patentverwertungsagentur brainshell, die im Februar 2002 als Geschäftsfeld der Zukunftsagentur Brandenburg GmbH (ZAB) gegründet wurde. Erste Forschungsergebnisse für dieses Vorhaben wurden mit einer Förderung im Rahmen des Förderprogramms "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen" erzielt.

Ziel des Projektes "Automatische Wärmeerzeugungsanlage" oder LAWA-MAT (automatisch arbeitende Wärmeerzeugungsanlage aus der Lausitz) ist es, auf Basis kleinstückiger, einheimischer Brennstoffe eine automatisierte Wärmerzeugungsanlage zu schaffen. Aus Österreich und Nordeuropa gibt es eine Reihe von Entwicklungen für derartige Anlagen auf Basis von Holzpellets und Holzschnitzeln. Inzwischen hat bei diesen Energieträgern in Deutschland eine Preisentwicklung eingesetzt, die, neben verbrennungstechnischen Problemen, einer Markterschließung entgegen steht.

Das Forscherteam der FH Lausitz um Prof. Dr. Peter Biegel und Prof. Dr. Peter Loose hat nun eine automatisierte Wärmeerzeugungsanlage auf Basis einheimischer Brennstoffe, d. h. Kohle und regenerativer Energieträger, entwickelt. Die Brennstoffentwicklung geht dabei auf Bemühungen der TU Bergakademie Freiberg zurück. Zukünftig wird es sich im wesentlichen um Industriepellets bzw. Granulate handeln, in die Reststoffe eingebunden werden, die in der Industrie zur Verfügung stehen.

Bisherige Wärmeerzeugungsanlagen auf Grundlage von Holzpellets sind für diese Industriepellets nicht verwendbar. Die Automatisierbarkeit wird durch einen Verschlackungsprozess behindert. An der Fachhochschule Lausitz wurden Ideen entwickelt, wie es gelingen kann, das Aufschmelzen der Asche auszugleichen. Durch das Initiieren bestimmter Verbrennungsmechanismen und des technische Umsetzen einer thermischen Trennung beim Verbrennungsprozess wird das Problem gelöst.

Als Projektergebnis wurde ein Patentantrag gestellt. Dies ist Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit in der Region. Innerhalb der Fachhochschule Lausitz wirkten fachbereichsübergreifend Professoren, Mitarbeiter und Studierende mit. Darüber hinaus beteiligten sich die Stadtwerke Senftenberg, Fachabteilungen aus dem Vattenfall - Konzern, kleine und mittelständische Unternehmen der Region und das Technologiezentrum LAUTECH GmbH.

Im Rahmen von Diplomarbeiten wurden die Vermarktungsfähigkeit geprüft und Erhebungen zur Akzeptanz durchgeführt. Zur Zeit werden weitere technische Konzepte erarbeitet und umgesetzt. Voraussichtlich wird im Februar 2004 ein erstes Funktionsmuster in der Region getestet. Weitergehende Bemühungen zielen in Richtung der Energieträgerbereitstellung. Ziel des gesamten Vorhabens ist es, in der Region Wärmeerzeugungsanlagen und die entsprechenden Brennstoffe zu produzieren.

Mit der Kosel GmbH gibt es bereits einen kompetenten Partner.


Ralf-Peter Witzmann, Fachhochschule Lausitz
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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