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Universität zu Köln, 08.09.04

Wurzelstifte statt Implantate

Wurzelstifte statt Implantate
Kronen und Brücken halten länger als erwartet

Festsitzender Zahnersatz hält in mehr als der Hälfte aller Fälle länger als 15 Jahre. Die günstigen Langzeitergebnisse zeigen, dass stiftverankerte Kronen und Brücken mit Implantaten konkurrieren. Es ist keineswegs erforderlich, in Fällen, in denen der sichtbare Teil eines Zahnes, seine Krone, weitgehend zerstört ist, den Zahn zu entfernen. Mit Hilfe von wurzelstiftverankertem Zahnersatz kann der Zahn noch lange seinen Dienst tun. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Kai Falkenberg in einer Studie des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität zu Köln.


Nicht nur die Krankenkasse wird dies freuen. Der Zahnmediziner stellte auch ein steigendes Interesse der Patienten an der langfristigen Erhaltung ihrer Zähne fest. Daher gibt es einen Trend zu festsitzendem Zahnersatz wie Kronen oder Brücken. Auch dann, wenn die Krone eines Zahns weitgehend zerstört ist und nur mit Hilfe von im Wurzelkanal verankerten Stiften wieder aufgebaut werden kann.

Nach einem Jahr waren fast 100 Prozent der Zahnstifte erhalten geblieben, nach fünf Jahren immerhin noch 93 Prozent. Die Langlebigkeit von festsitzendem Zahnersatz macht ihn daher zu einer echten Alternative zu den wesentlich teueren und eingreifenderen Implantaten.

Wurzelverankerter Zahnersatz erleidet hauptsächlich Schaden auf Grund technischer Mängel wie zum Beispiel ungenügende Verankerung der Stifte im Zahnwurzelrest. Auch die Länge des eingesetzten Stiftes entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Behandlung. Der Stift sollte mindestens so lang sein wie die natürliche Krone. Gerät der Stift zu kurz, bietet er zu wenig Halt und muß nach kurzer Zeit erneut zementiert werden. Der Erfolg bleibt aus. Sehr wichtig bei der Verankerung von Wurzelstiften ist außerdem die verbliebene Zahnsubstanz. Wenn sie gut erhalten ist und nicht von Karies befallen wird, erhöht dies zusätzlich die Überlebensdauer des Zahnersatzes.

Der Mediziner rät den Zahnärzten, sich nicht nur auf ein Stiftsystem zu konzentrieren. Sie sollten ein Produkt wählen, dass einen maximalen Halt des Zahnersatzes bietet und keine Allergien hervorruft. Der Stift sollte auch im Durchmesser auf die noch vorhandene Zahnsubstanz abgestimmt sein. In der Mehrzahl der untersuchten Fälle wurden vorgefertigte Stifte angewandt, die wesentlich billiger sind als individuell hergestellte Anker. Sie haben den Nachteil, dass mehr Zahnfläche abgeschliffen wird.

Verantwortlich: Manuela Zimmermann

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Kerschbaum von montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr unter der Telefonnummer (0221)478 4715, der Fax-Nummer (0221)478 5964 und der E-Mail Adresse T.Kerschbaum@uni-koeln.de zur Verfügung.
Unsere Presseinformationen finden sie auch im Internet unter: http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html
Für die Übersendung eines Belegexemplars wären wir Ihnen dank-bar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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