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Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 15.10.03

Wissenschaftliches Know-How per Lizenzvertrag vermarktet

Zwei Mitarbeiterinnen an der Frauenklinik der Uni Würzburg haben ein neues Färbereagenz für die Gewebediagnostik und die Tumorforschung entwickelt. Das Ergebnis ihrer Arbeit wird nun im Rahmen eines Lizenzvertrages mit der Linaris Biologische Produkte GmbH (Wertheim) europaweit unter der Bezeichnung "HistoGreen" vermarktet.

Zu den diagnostischen Aufgaben eines Pathologen gehört beispielsweise die Untersuchung von Tumorgewebe. Dabei geht es im Grundsatz darum, besondere Strukturen der Krebszellen sichtbar zu machen und dann Rückschlüsse zu ziehen, die für die Therapie wichtig sind. Um das zu erreichen, markiert man die Zellstrukturen mit Antikörpern und färbt sie dann über eine enzymatische Reaktion an. Mit Hilfe dieser immunhistochemischen Methode setzen sich die gesuchten Strukturen im Lichtmikroskop farblich vom Rest der Zellen ab und werden für das Auge erkennbar.


Das von der Biologin PD Dr. Ulrike Kämmerer und der Medizinisch-Technischen Assistentin Michaela Kapp entwickelte Reagenz färbt die Zellstrukturen grün ein. Laut Dr. Kämmerer bedeutet das einen enormen Vorteil, falls in einem Aufwasch unterschiedliche Strukturen mit jeweils anderer Farbe kenntlich gemacht werden sollen. Da für diesen Zweck bislang nur Braun- und Rottöne zur Verfügung standen, seien die markierten Zellbestandteile nicht immer eindeutig unterscheidbar gewesen. Mit der neuen Grünfärbung ergebe sich dagegen ein hervorragender Kontrast.

"HistoGreen" ist noch in einem anderen Punkt überlegen: "Im Vergleich zu dem bisher üblicherweise verwendeten krebserzeugenden Diaminobenzidin (DAB) sind die Reagenzien des neuen Kits als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft. Das Risiko für das Laborpersonal ist also gleich Null", so Dr. Kämmerer. Mit "Kit" meint die Wissenschaftlerin einen Kombi-Pack aus drei Reagenzien, die zusammen verwendet werden müssen, um die Grünfärbung zu Stande zu bringen.

Die Vertragspartner Uni Würzburg und Linaris erhoffen sich gemeinsam eine erfolgreiche Vermarktung des Reagenzien-Kits "HistoGreen", an der die Universität als Lizenzgeber umsatzabhängig beteiligt werden wird. Der Vertragsabschluss wurde vom Stabsreferat "Intellectual Property Management" der Uni-Zentralverwaltung zusammen mit der Patent- und Verwertungsagentur Klinik-Patent vorbereitet. Letztere ist bei der Fraunhofer-Patentstelle in München angesiedelt und für die insgesamt sieben deutschen Hochschulen zuständig, an denen das Bundesforschungsministerium so genannte Interdisziplinäre Zentren für Klinische Forschung (IZKF) eingerichtet hat. Die Entwicklung von "HistoGreen" gelang Ulrike Kämmerer und Michaela Kapp im Rahmen eines Forschungsprojekts am IZKF der Uni Würzburg.

Weitere Informationen: Stabsreferat "Intellectual Property Management" der Uni Würzburg, T (0931) 31-2895, E-Mail:
ipm@zv.uni-wuerzburg.de

Dr. Ulrike Kämmerer, Frauenklinik der Uni Würzburg, T (0931) 201-25293, E-Mail:
u.kaemmerer@mail.uni-wuerzburg.de

Dr. Peter Harbarth, Productmanager der Linaris GmbH, T (0 93 42) 3 94 99, E-Mail:
peter.harbarth@linaris.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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