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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, 23.03.05

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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, 23.03.05

Wissenschaftler untersuchen Rückstände des Elbe-Hochwassers

Frühjahrshochwasser an der Elbe
Foto: Frank Krüger / ELANA

Ausspülen der Spezialmatten
Foto: Frank Krüger / ELANA

Auf den ersten Blick sieht es aus, als ob jemand seinen Fußabtreter von der Haustür genommen und auf der frühjahresgrünen Wiese an der Elbe bei Wittenberge abgelegt hätte. Doch die Spezialmatten sind akkurat ausgerichtet, mit Erdnägeln befestigt und liegen nicht zufällig hier. Für Ingo Lobe und seine Kollegen der UFZ-Gewässerforschung in Magdeburg dienen die Borsten der "Fußabtreter" als Fallen. Gefangen werden sollen die Schlämme, die das Hochwasser auf die Überflutungsgebiete bringt und die dort verbleiben, wenn die Flutwelle nach Ostern vorbei ist und das Wasser sich wieder zurückzieht. Wie beim Kaffeesatz in der Tasse lagern sich auch in strömungsarmen Gewässerbereichen die unlöslichen, feinen Partikel am Boden ab. Die Wissenschaftler nennen das Sediment. Hier vermuten sie u. a. organische Schadstoffe wie Chlorpestizide und deren Abbauprodukte. Deshalb werden Ingo Lobe und seine Kollegen die Matten nach der Flut einsammeln, den tonig-sandigen Schlamm ausspülen und auf seine Bestandteile analysieren. "Uns interessiert vor allem, wie sich die Schadstoffe verhalten und ob sie über den Boden ins Grundwasser vordringen können", erklärt Ingo Lobe das Ziel der Forschungen. "Deshalb haben wir bereits im Herbst Bodenproben in den Elbeauen genommen und werden diese mit neuen Proben nach der Flut vergleichen." Dieser Informationsgewinn ermöglicht es den Wissenschaftlern, die Gefährlichkeit der Schadstoffe, welche die Elbe bei jedem Hochwasser anspült, besser einzuschätzen.


Die Firma ELANA - eine Ausgründung aus dem UFZ - legt die Matten in Sachsen-Anhalt an der Elbe bei Wittenberge sowie an der Saale und der Mulde aus. Am tschechischen Oberlauf der Elbe übernimmt diese Arbeit die Firma Aquatest. An weiterführenden Forschungsarbeiten sind außerdem noch weitere deutsche, tschechische, britische, schweizer und niederländische Wissenschaftler beteiligt. Damit werden die im Oktober 2004 gemeinsam begonnenen Untersuchungen an den Elbe-Auen fortgesetzt. Ziel ist es, Grundlagen für ein verbessertes Hochwassermanagement zu schaffen.

Die Untersuchungen des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle (UFZ) sind Teil des Projektes "AquaTerra", das sich mit Schadstoffen in Sedimenten, Böden und Gewässern beschäftigt. An dem fünfjährigen Projekt sind 45 Institute aus 12 Ländern der EU, der Schweiz, Rumäniens und Serbiens beteiligt, die von der Universität Tübingen koordiniert werden. Die Europäische Union unterstützt die Forschungen mit insgesamt 13 Millionen Euro. Neben Forschungsaktivitäten an der Elbe, die Wolf von Tümpling aus dem UFZ im Rahmen von Aqua Terra leitet und koordiniert, werden auch die Einzugsgebiete der Donau, des Ebro (Spanien), der Mass (Belgien/Niederlande) und der Brévilles (Frankreich) untersucht.
Tilo Arnhold

Weitere fachliche Information über:

UFZ-Department Fließgewässerökologie
Dr. Ingo Lobe
Telefon: 0391-810-9305
Dr. Wolf von Tümpling
Telefon: 0391-810-9300

oder über:
UFZ-Pressestelle
Doris Böhme
Telefon: 0341-235-2278
e-mail: presse@ufz.de

Die Wissenschaftler des UFZ-Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle (UFZ) erforschen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften. Sie entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.
Das UFZ ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2.2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Weitere Informationen:


Doris Böhme, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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