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Fachhochschule Gießen-Friedberg, 22.01.08

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Fachhochschule Gießen-Friedberg, 22.01.08

Schlagworte

Bakterien, Fieber, Infekt, PAMP

Wirken Bakterien plus Fieber gegen Krebs?

Sie gehören zu den Mysterien der Medizin: Spontanheilungen bei Krebs. Über die Ursachen hat man lange gerätselt. Immer noch sieht man Fernsehsendungen, die diese Fälle als Wunderheilungen darstellen. Dr. Uwe Hobohm, Professor für Bioinformatik an der FH G

Bioinformatiker Dr. Uwe Hobohm befasst sich in Fallanalysen mit Spontanheilungen von Krebs.

Dazu hat er viele Fallbeschreibungen aus Fachzeitschriften ausgewertet. Ihm fiel auf, dass diese Spontanremissionen oft in engem zeitlichen Zusammenhang mit einem heftigen fiebrigen Infekt stehen. Seine Beobachtung veröffentlichte er schon 2001 mit einer immunologischen Erklärungshypothese. Wenn dieser Zusammenhang tatsächlich besteht, so seine Folgerung, sollte er auch Krebsvorläuferzellen betreffen, sich also vorbeugend bemerkbar machen. Tatsächlich fand Hobohm dann die Bestätigung in etlichen verstreuten epidemiologischen Studien: eine persönliche Krankengeschichte mit vielen Infekten senkt das Krebsrisiko. Diese "reinigende Wirkung" kann sich auch entfalten, nachdem Krebs entstanden ist: ein Infekt nach einer Krebsoperation kann den Erfolg der Operation deutlich verbessern. Diese Befunde wurden 2005 im renommierten "British Journal of Cancer" zusammenfassend diskutiert. Daraus ergeben sich weitreichende Konsequenzen. Es stellt sich z.B. die Frage, ob man jede Kinderkrankheit wegimpfen und jeden grippalen Infekt mit Antibiotika und fiebersenkenden Mitteln behandeln sollte.


Inzwischen hat man auch eine plausible biochemische Erklärung gefunden: durch bakterielle Produkte, so genannte PAMP (Pathogen Associated Molecular Pattern), findet eine Stimulation des angeborenen Immunsystems statt. Das angeborene Immunsystem war bislang ein Stiefkind in der Krebsimmunologie. Man konzentriert sich bis heute - auch in der Impfstoffforschung - vor allem auf das adaptive Immunsystem, das imstande ist, Antikörper und T-Zellen herzustellen. Jedem Impfstoff sind so genannte Adjuvantien beigefügt, von denen man lange Zeit lediglich wusste, dass sie die Immunantwort um ein Vielfaches verstärken. Erst kürzlich hat man erkannt, dass Adjuvantien in Impfstoffen auf dieselben Proteine im menschlichen Körper wirken wie PAMP-Substanzen: auf die so genannten Toll-Rezeptoren. Das sind essentielle Bestandteile des angeborenen Immunsystems, die zu einer viel stärkeren Immunantwort gegen Krebszellen führen. Fieber verstärkt diese Wirkung wahrscheinlich auf vielfältige Weise. Man weiß beispielsweise, dass Krebszellen oft hitzeempfindlicher sind als normale Körperzellen. Hobohms Hypothese von 2001 gilt inzwischen als weitgehend bestätigt.

Mit den Professoren John Grange und John Stanford aus London hat der Gießener Bioinformatiker nun einen weiteren Artikel in der angesehenen Zeitschrift "Critical Reviews in Immunology" publiziert. Darin wird die derzeitige Anwendung von PAMP in Frage gestellt. Die wenigen vorliegenden klinischen Studien zu PAMP waren bislang nicht sehr erfolgreich, nach Ansicht des Autorentrios eine Folge falscher Anwendung. Anstatt einzelne PAMP über kurze Zeiträume bei austherapierten Patienten zu testen, so die Verfasser, sollte man einen Cocktail von PAMP über längere Zeit an nicht entsprechend vorbehandelten Patienten unter Fieber anwenden. Nur dann könne das volle Potential von PAMP gefunden werden. Über Hobohms Hypothesen hat der "New Scientist" im Januar 2008 berichtet. Auch der "American Scientist" hat Interesse an einem Übersichtsartikel angemeldet - beides populärwissenschaftliche Zeitschriften mit einem Millionenpublikum.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Universität Gießen soll nun an Mäusen geprüft werden, ob die Verabreichung von PAMP-Substanzen unter gezielter Fiebererzeugung tatsächlich die Wirkung dieser Krebstherapie verbessern kann.

Weitere Informationen:


Erhard Jakobs, Fachhochschule Gießen-Friedberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Die Bakterien (Bacteria) (griech. βακτήριον baktērion „Stäbchen“) bilden neben den Eukaryoten und Archaeen eine der drei grundlegenden Domänen, in die heute alle Lebewesen eingeteilt werden. Wikipedia


 

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Das Fieber (aus mittelhochdeutsch vieber, dies von althochdeutsch fiebar, nachweisbar seit dem 9. Jahrhundert und entlehnt aus lateinisch febris, eigentlich „Hitze“[1]; auch die Pyrexie von altgriechisch πύρεξ(ις), pýrex(is), „Fieber haben“, von griechisch πυρετός, pyretós, „Fieber“[2]; vergleiche pyr, „Feuer“) ist eine Erhöhung der menschlichen Körpertemperatur über 38 °C infolge einer -zumeist pyrogeninduzierten- Sollwertänderung im hypothalamischen Wärmeregulationszentrum. Es ist einer der häufigsten Beratungsanlässe in einer allgemeinmedizinischen Praxis.[3] Die normale Körpertemperatur beträgt ca 37 °C. Darüberliegende Körpertemperaturen bezeichnet man bis 38 °C als erhöhte Körpertemperatur. Weiterhin vom Fieber abzugrenzen ist die Hyperthermie, die nicht auf einer Sollwertveränderung beruht. Wikipedia


 

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Eine Infektionskrankheit, umgangssprachlich „ansteckende Krankheit“, ist eine durch Erreger hervorgerufene Erkrankung. Eine Infektionskrankheit wird umgangssprachlich auch Infekt genannt. Sie ist aber nicht einer Infektion gleich zu setzen, da nicht jede Infektion notwendigerweise zu einer Erkrankung führt. Infektionskrankheiten zeigen ein breites Spektrum von zeitlichen Verläufen und Symptomen. Diese sind für den Erreger oftmals spezifisch. Sie können hochakut in wenigen Tagen entstehen oder sich über Wochen, Monate, manchmal Jahre hinweg langsam entwickeln. Es gibt lokalisierte, also auf konkrete Körpergebiete beschränkte und generalisierte Infektionskrankheiten. Einige laufen bei einer nicht immungeschwächten Person nahezu unbemerkt (inapparent) ab oder äußern sich nur in leichten, unspezifischen Störungen des Allgemeinbefindens. Andere Krankheiten entwickeln ein hochdramatisches Krankheitsbild. Auf diese meist schwer verlaufenden, septischen Infektionskrankheiten reagiert der Körper mit einem als systemisches inflammatorisches Response-Syndrom bezeichneten Reaktionsmuster, zu dem Fieber, beschleunigter Puls, erhöhte Atemfrequenz, auch Durst und Ruhebedürfnis gehören. Ausschlaggebend für den Verlauf und die Prognose einer Infektionskrankheit ist die Fähigkeit des Immunsystems, den Erreger zu eliminieren. Die Medizin hält für viele erregerbedingte Krankheiten spezifische Gegenmittel bereit (Antibiotika gegen Bakterien, Antimykotika gegen Pilze und Virostatika gegen Viren). Gegen einige Erreger gibt es die Möglichkeit der vorbeugenden Impfung. Auch heute können manche Infektionskrankheiten nicht definitiv geheilt werden. Wikipedia


 

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Pathogen-assoziierte molekulare Muster (engl. Pathogen-associated molecular patterns, PAMPs) oder auch MAMPs (Microbe-associated molecular patterns) sind Strukturmotive oder Moleküle, die charakteristisch für ein breites Spektrum an Mikroorganismen sind und es dem Immunsystem ermöglichen, das Eindringen von Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten zu erkennen. In der Regel sind diese Strukturmotive essentiell für diese Organismen und hoch konserviert. Dadurch wird es fast unmöglich für Krankheitserreger einer Erkennung zu entgehen. Bei den PAMPs kann es sich um eine typische Anordnung von Zuckermolekülen, um Komponenten der Zellwand von Bakterien (Lipopolysaccharide), Peptide oder um Nukleinsäuren von Viren und Bakterien handeln. Wikipedia


 

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