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Klinikum der Universität München, 29.05.08

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Klinikum der Universität München, 29.05.08

Wichtige Fortschritte bei der Lebertransplantation

Neue Behandlungsmethoden und Medikamente können die Überlebenszeit von Patienten auf der Warteliste verlängern

"Der Organmangel ist ein dringendes und ungelöstes Problem", sagt Privat-Dozent Dr. Florian Löhe. Der Lebertransplantations-Experte vom Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, spricht auch stellvertretend für seine Kollegen aus Herz-, Nieren-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsen-Transplantation. Noch immer sterben Patienten, weil sie auf der Warteliste für ein Spenderorgan nicht rechtzeitig zum Zuge kommen. Deshalb rufen die Mediziner die Bundesbürger auf, sich für die Organspende zu entscheiden. Das Klinikum der Universität München (LMU) ist eines der führenden Transplantationszentren in Deutschland für Herz, Nieren, Lunge, Bauchspeicheldrüse - und Lebern.

Bei der Lebertransplantation beispielsweise werden die Organe seit kurzem nach einem Punktesystem ("MELD-score") zugewiesen, das auf drei objektivierbaren Werten der Leberfunktion beruht. Die Werte stehen stellvertretend für die Leber als produzierendes Organ vieler wichtiger Stoffe, für die Entgiftungsfunktion der Leber und für die Nierenfunktion, die infolge des Leberschadens leidet. Ist eine Transplantation nach ärztlicher Einschätzung mittelfristig wahrscheinlich nicht zu vermeiden, werden die Patienten auf die Warteliste für ein Organ gesetzt. Von da an überprüfen die Mediziner des LMU-Klinikums regelmäßig die drei Kriterien, um über eine komplizierte Rechenformel den jeweils aktuellen Punktestand nach dem MELD-score zu ermitteln. "Ab etwa 25 ist ein Patient ganz oben auf der Warteliste angekommen und kann binnen Tagen oder weniger Wochen mit einer Spenderleber rechnen", erklärt Prof. Alexander Gerbes, der zusammen mit dem Chirurgen Dr. Löhe und Prof. Dr. Manfred Thiel von der Klinik für Anästhesiologie das Lebertransplantations-Programm in Großhadern gleichberechtigt leitet.

Patienten, die ganz oben auf der Warteliste stehen, sind schwerkrank. Der Zustand der meisten Patienten auf der Warteliste verschlechtert sich mit jedem Tag. Folgerichtig drohen lebensgefährliche Komplikationen wie akutes Nierenversagen - ein Problem, das unter anderem die Münchner Mediziner durch ihre Forschungen zumindest entschärft haben. Das Ziel: die Nierendurchblutung zu verbessern, die aufgrund eines gestörten Pfortadersystems vermindert ist. Jetzt kann das Pfortadersystem entlastet werden, indem man einen Stent - eine Art Gefäßstütze - in die Arterien schiebt. "Mehr als die Hälfte der Patienten spricht auf diese TIPS genannte Therapie an", sagt Prof. Gerbes - mit deutlicher Verbesserung der Nierenfunktion und verlängerter Lebenszeit. Das Verfahren kommt allerdings bei massiv eingeschränkter Leberfunktion nicht mehr in Frage. Für diese Patienten stehen neue Medikamente zur Verfügung, mit denen sich das Hepato-Renale-Syndrom (HRS) bei etwa 60 Prozent der Patienten erfolgreich behandeln lässt. Die durchschnittliche Überlebenszeit steigt auf drei bis sechs Monate. "Damit bringen wir mehr Patienten auf der Warteliste bis zur Transplantation durch", erklärt Privat-Dozent Dr. Löhe.

Forschung und Erfahrung ermöglichen langfristige Erfolge

Dank optimaler Narkose- und Operationsverfahren versagen Spenderorgane im Empfänger weniger oft als früher, was eine erneute Transplantation erfordern würde. Derlei Fortschritte sind wichtig - denn auch so kann die Medizin den Organmangel bekämpfen. Beispielsweise haben die Münchner Mediziner ein neues Medikament getestet, das bestimmte Schäden vermindern kann, wenn die Spenderleber im Empfänger wieder durchblutet wird. "Gluthation" fängt die dabei entstehenden schädlichen Sauerstoff-Radikale ab. Nach vorläufigen Ergebnissen verringert sich der so genannte Ischämie-Reperfusionsschaden mit einer wahrscheinlich besseren frühen Transplantat-Funktion.

2007 wurde der 700. Patient im Lebertransplantations-Programm in Großhadern behandelt - eine von 47 Leber-Verpflanzungen in jenem Jahr. Dreimal in 23 Jahren wurde der Leberlappen eines Lebendspenders verpflanzt. Bis zu 60 Prozent des Organs gehen dem Spender dabei verloren - aber nur kurzzeitig. Denn binnen Wochen regeneriert sich die Leber auf ihre fast ursprüngliche Größe. Das Sterberisiko bei der Entnahme des Leber-Teils hat sich auf 0,5 bis 0,8 Prozent reduziert. Das sind so gute Werte, dass die Mediziner inzwischen ihre Patienten fragen sollen, ob sie eventuell einen Lebendspender - in der Regel aus der Familie - haben.

Unterm Strich sind die langfristigen Ergebnisse in der LMU-Universitätsklinik besser als der Schnitt aller von Eurotransplant erfassten Leber-Transplantationen. Die Organisation Eurotransplant koordiniert die Verteilung von Spenderorganen in vielen europäischen Ländern. Ein Jahr nach der Transplantation des Spenderorgans leben, je nach Ausgangs-Indikation (chronische Leberzirrhose, akutes Leberversagen, Leberkrebs), bis zu 90 Prozent der Patienten, nach fünf Jahren bis zu 80 Prozent. Die guten Ergebnisse sind einerseits begründet durch die Häufigkeit des Eingriffs. "Je mehr Transplantationen ein Zentrum vornimmt, desto besser die Resultate", sagt Prof. Gerbes. Zum anderen zahlt sich der Team-Ansatz in Großhadern aus, der nicht in allen Kliniken üblich ist.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Alexander Gerbes
Medizinische Klinik II, Campus Großhadern
Tel: 089/7095-2290
E-Mail: Alexander.Gerbes@med.uni-muenchen.de

PD Dr. Florian Löhe
Chirurgische Klinik, Campus Großhadern
Tel: 089/7095-2781
E-Mail: Florian.Loehe@med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 81.000 Patienten stationär, 12.000 teilstationär und 370.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2006 mehr als 58 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.klinikum.uni-muenchen.de


Philipp Kressirer, Klinikum der Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Die Leber (griech. Hepar, lat. iecur) ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers bei Wirbeltieren. Die wichtigsten Aufgaben sind die Produktion lebenswichtiger Eiweißstoffe (z. B. Gerinnungsfaktoren), Verwertung von Nahrungsbestandteilen (z. B. Speicherung von Glukose und Vitaminen), die Galleproduktion und damit einhergehend der Abbau und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen. Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen über die Pfortader (V. portae) zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt. Wikipedia


 

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Eine Lebertransplantation (LTX) ist die Verpflanzung (Transplantation) einer gesunden Leber eines Verstorbenen oder eines Teils einer Leber eines Gesunden in den Körper eines leberkranken Patienten. Bei Kindern sind meist Gallenwegsmissbildungen, bei Jugendlichen meist Stoffwechselerkrankungen und bei Erwachsenen eine endgradige Zirrhose der Grund für eine Transplantation [1]. Wikipedia


 
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Ein Patient ist ein Mensch, der an einer Krankheit oder an den Folgen eines Unfalls leidet und deshalb behandelt wird. Das Wort entstammt dem Lateinischen (patiens: der/die Leidende passio: das Leiden) und bedeutet demnach der Leidende / Erduldende. In einigen psychotherapeutischen und sozialen Behandlungsverhältnissen wird der Begriff des Klienten (lat. cliens: der Schutzbefohlene) bevorzugt. In gewissen Institutionen spricht man von Kunden oder von Leistungsempfängern. Wikipedia


 

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