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Universitätsklinikum Heidelberg, 03.04.07

Welche Operationsverfahren ist das bessere?

Klinische Studie an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg bei Patienten mit Überfunktion der Nebenschilddrüsen / Teilnehmer gesucht

Zwei Operationsverfahren zur Behandlung einer schweren Störung des Hormon- und Knochenstoffwechsels stehen auf dem Prüfstand in einer klinischen Studie, an der rund 100 Patienten teilnehmen. Der Erfolg der Verfahren wird daran gemessen, wie häufig die Erkrankung wieder auftritt und wie oft es zu Komplikationen nach der Operation kommt. Für die Studie, die im März 2007 begonnen hat, werden noch Patienten als Teilnehmer gesucht.

Federführend bei dieser Studie an 10 Kliniken in Deutschland (u.a. Universitätskliniken Marburg, Sitz der Studienleitung: Prof. Dr. M. Rothmund, und Essen) ist das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Markus W. Büchler).


Zuviel Parathormon macht die Knochen brüchig und schmerzhaft

Der Eingriff wird vor allem bei Dialysepatienten (ca. 60.000 Patienten in Deutschland sind betroffen) durchgeführt, die aufgrund des chronischen Nierenversagens häufig an einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen, kleiner Drüsenkörper in unmittelbarer Nachbarschaft der Schilddrüse, leiden: Diese schütten zuviel von dem Hormon Parathormon aus, so dass Kalzium aus dem Knochen mobilisiert wird. Die Folgen sind Knochenschmerzen und vermehrte Knochenbrüche. Das freigesetzte Kalzium kann sich auch in den Geweben und Blutgefässen ablagern und dort zur gefährlichen Verstopfungen führen.

Die Hormonstörung, der sogenannte sekundäre Hyperparathyreoidismus, kann durch Medikamente nicht immer erfolgreich behandelt werden. Eine Alternative ist die vollständige Entfernung der Nebenschilddrüsen sowie der benachbarten Thymusdrüse, gefolgt von einer Verpflanzung des Drüsengewebes in den Unterarm, um die Hormonfunktion teilweise zu erhalten. Allerdings kommt es bei ca. 10 Prozent der operierten Patienten erneut zur Drüsenüberfunktion und zum Knochenabbau, da verbliebenes Drüsengewebe im Halsbereich sowie das Transplantat im Arm wachsen können.

Entnommenes Gewebe wird gelagert, um es später transplantieren zu können

Im Rahmen einer multizentrischen Studie an 100 Patienten sollen nun zwei Operationsverfahren verglichen werden. Eine Gruppe von Patienten wird mit dem Standardverfahren behandelt, der radikalen Entfernung aller Nebenschilddrüsen und dem Autotransplantat im Arm. Bei der zweiten Gruppe werden die Nebenschilddrüsen entfernt, die Thymusdrüse bleibt aber erhalten, und auf eine Verpflanzung des Nebenschilddrüsengewebes in den Arm wird verzichtet. Bei allen Patienten wird ihr entnommenes Nebenschilddrüsengewebe tiefgefroren gelagert, damit es später bei Bedarf (zu wenig Produktion von Parathormon) transplantiert werden kann.

Das Klinische Studienzentrum Chirurgie (KSC) ist eine Einrichtung der Chirurgischen Universitätsklinik, die den Auftrag hat, klinische Studien zu Operationsverfahren protokollgerecht durchzuführen. Das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC, Homepage:http://www.sdgc.de) ist eine Einrichtung der Medizinischen Fakultät Heidelberg und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie mit dem Auftrag multizentrische Studien in Deutschland zu planen, durchzuführen und auszuwerten, um dadurch die Krankenversorgung der Zukunft zu verbessern. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Bei Interesse zur Teilnahme an der Studie und für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne unter 06221 / 56 6986 zur Verfügung.

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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