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Universitätsklinikum Heidelberg, 01.10.03

Ein Wegbereiter der modernen Strahlentherapie

Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher als Vorsitzender des Tumorzentrums Heidelberg / Mannheim verabschiedet

Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher bei seiner Verabschiedung im Rahmen der diesjährigen Heidelberg/Mannheimer Onkologietage. / Foto: Medienzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg.

Am vergangenen Wochenende wurde Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher als Vorsitzender des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim mit einem wissenschaftlichen Symposium verabschiedet. Seine Nachfolge tritt Prof. Dr. Dr. h.c. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, an.

Schon früh hat sich Prof. Wannenmacher, nach dem Studium der Medizin und Zahnheilkunde, mit der Strahlentherapie beschäftigt und 1973 an der Universität Münster habilitiert. 1977 folgte er dem Ruf als Ärztlicher Direktor an die Abteilung Röntgen- und Strahlentherapie der Universität Freiburg und nahm 1987 die Berufung nach Heidelberg an, wo er die Abteilung Klinische Radiologie mit Schwerpunkt Strahlentherapie bis Oktober 2003 leitete. Neben seiner umfangreichen klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit hat er sich stets in Klinikum, Fakultät und den wissenschaftlichen Fachgesellschaften engagiert. 1990 bis 1993 war er Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg und 1999 bis 2001 Prodekan der Medizinischen Fakultät. Von 1992 bis 1996 stand er als Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft vor. Für seine Verdienste um die Behandlung krebskranker Patienten wurde er 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.


Radio-Onkologie in Heidelberg: Von Vinzenz Czerny bis zur Schwerionen-Therapie

Zu Ehren von Professor Wannenmacher, der das Tumorzentrum seit 1996 leitete, stand bei den diesjährigen Heidelberg/Mannheimer Onkologietagen das Thema "Ein Jahrhundert Radio-Onkologie: Neue Perspektiven einer bewährten Methode" im Fokus der Abschlussveranstaltung. Ehemalige Schüler von Prof. Wannenmacher, meist Lehrstuhlinhaber für Radio-Onkologie, schlugen eine Brücke von den Anfängen bis zu den Perspektiven der Strahlentherapie.

Die Strahlentherapie an der Heidelberger Universitätsklinik hat eine lange Tradition: Sie geht auf Vinzenz Czerny zurück. Seit 1877 auf dem Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Heidelberg, erkannte er, dass chirurgische Eingriffe alleine nicht zu den gewünschten langfristigen Erfolgen in der Krebsbehandlung führten. Schon frühzeitig beschäftigte sich Czerny deshalb mit der Strahlentherapie, die Ende des 19. Jahrhunderts aufkam, und gründete ein Institut für Krebsforschung mit einer dazugehörigen Krankenabteilung, die sich schwerpunktmäßig der onkologischen Chirurgie und Strahlentherapie widmete. Aus ihr ging die Heidelberger Radiologische Klinik hervor.

Enge Zusammenarbeit mit der Chirurgie wurde fortgesetzt

In ihrem Festvortrag anlässlich der Verabschiedung von Prof. Wannenmacher würdigte Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic, Radiologische Klinik der Universität Marburg, Prof. Wannenmachers Einsatz, mit dem er Czernys Tradition der Interdisziplinarität von Chirurgie und Strahlentherapie weitergeführt habe. Es sei eine logische Fortführung der fast hundertjährigen Heidelberger Tradition in der Präzisionsbestrahlung, dass Wannenmacher ein einzigartiges Forschungsprojekt zur Schwerionen-Bestrahlung begründet habe, das bis 2007 in dem Bau einer entsprechenden Behandlungsanlage am Universitätsklinikum Heidelberg münden werde. Erste klinische Studien ließen erwarten, dass Schwerionen die optimale Bestrahlungsform zur hochpräzisen Behandlung bestimmter Tumoren seien.

Weitere Informationen:
http://www.dkfz-heidelberg.de/tzhdma/tzhome.htm

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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