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Siemens AG, 24.11.03

Völlig neue MR-Aufnahmetechnik macht Ganzkörperbild in einem Schritt

Siemens hat einen Magnetresonanztomographen (MR) entwickelt, der mit einer völlig neuen Aufnahmetechnik erstmals Ganzkörperaufnahmen in einem Schritt erlaubt. Das Verfahren verbessert auch die Aufnahmequalität und erlaubt so präzisere Diagnosen etwa bei metastasierenden Tumoren. Außerdem erleichtert es Patienten die Untersuchung "in der Röhre", weil der Kopf nur kurz in den Tomographen kommt - oder überhaupt nicht. Das weltweit erste MR-System mit der Tim-Technik, das Magnetom Avanto, wird am Dienstag an der Universitätsklinik in Tübingen vorgestellt. Bereits auf dem Markt befindliche MR-Geräte von Siemens können künftig nachgerüstet werden.

Tim steht für Total imaging matrix und bedeutet, dass 76 einzelne Spulenelemente mit 32 Empfangskanälen beliebig kombiniert werden können, was eine bis zu vierfach bessere Auflösung ergibt und den Scanbereich auf 205 Zentimeter ausdehnt. Bisherige Systeme erlauben die gleichzeitige Ansteuerung von maximal acht Kanälen und damit Aufnahmen bis zu einer Länge von 1,50 Meter. Ganzkörperbilder mussten daher wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Magnetresonanztomographen arbeiten mit starken Magnetfeldern, die auf die Kerne der Wasserstoffatome (Protonen) im Körper einwirken. Diese senden schwache elektrische Impulse aus, die von am Körper anliegenden Spulen registriert und mittels Empfangskanälen im MR-Tisch ausgelesen werden. Ein Computer errechnet aus diesen Informationen detaillierte Bilder des Körperinneren.
Mit dem neuen System kann ein Patient von Kopf bis Fuß in einem Schritt untersucht werden, ohne dass dabei Spulen gewechselt werden müssen oder der Patient seine Lage verändern muss. Er kann meist auch mit den Füßen zuerst gescannt werden, wobei der Kopf außerhalb der Röhre bleibt. In herkömmlichen MR-Geräten fühlen sich manche Menschen sehr beengt. Eine Komplettaufnahme im neuen Tomographen dauert nur zwölf Minuten, weniger als halb so lang wie in den bisher schnellsten Geräten. Ein weiterer Vorteil für den Patienten: Die Spulen, die ihm bei einer Untersuchung auf den Körper gelegt werden, sind wegen ihrer offenen Bauweise besonders leicht. Die Body-Matrix-Spule, von denen je eine auf dem Brustkorb und dem Bauchraum liegt, wiegt mit knapp einem Kilogramm die Hälfte von herkömmlichen Spulen. Außerdem ist das Magnetom Avanto etwa 30 Dezibel leiser und liegt damit unterhalb der Grenze, bei der Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben ist. Die so genannte Audio-Comfort-Funktion unterdrückt die Geräusche, die beim Umpolen der Magnetspulen in der Röhre entstehen.
(Fotos unter http://www.siemens.com/med-bilder/tim)

Weitere Informationen:


Dr. Norbert Aschenbrenner, Siemens AG
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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