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Wilhelm Sander-Stiftung, 21.06.05

VH-Status bei der chronischen lymphatischen Leukämie

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Patienten leben mehr als 20 Jahre ohne Behandlung, während andere innerhalb weniger Jahre an ihrer Krankheit versterben. Klinische Merkmale erlauben keine präzise Vorhersage des Krankheitsverlaufes für einzelne Patienten. Zur Entwicklung individuelle Therapiestrategien für einzelne Patienten ist jedoch die Verfügbarkeit aussagekräftiger Faktoren zur Prognoseabschätzung wichtig. Nach ersten Ergebnissen scheinen bestimmte genetische Eigenschaften der CLL Zellen eine wichtige prognostische Bedeutung zu haben. Unter den wichtigsten genetischen Eigenschaften scheint dabei der Mutationsstatus der variablen Anteile der Immunglobulingene (IgVH) zu sein. Die Mutation der IgVH Gene ist dabei ein in den Zellen des Immunsystems normaler Vorgang der die Erkennung von Krankheitserregern beeinflußt. Bei der CLL können durch den IgVH Status zwei Gruppen unterschieden werden: die CLL mit mutierten und die CLL mit unmutiertem IgVH. Dabei hat nach ersten Untersuchungen die CLL mit mutiertem IgVH eine gute und die CLL mit unmutierten IgVH eine schlechte Prognose. Im vorliegenden Projekt soll erstmals in einer kontrollierten klinischen Therapiestudie die prognostische Rolle des IgVH Status untersucht werden. Im einzelnen soll die folgenden Ziele verfolgt werden:
1.) Bestimmung des IgVH Status bei den Patienten in der CLL1 Therapiestudie der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG),
2.) Vergleich des IgV Status mit anderen Krankheitsmerkmalen, die den Verlauf der CLL vorhersagen könnten,
3.) Ermittlung der prognostischen Wertigkeit des IgVH Status im Vergleich zu anderen möglichen Prognosefaktoren der CLL im Rahmen dieser prospektiven Therapiestudie,
4.) Entwicklung einer möglichst genauen Vorhersage anhand des IgVH Status und anderer Faktoren ob und wie schnell die CLL voranschreiten wird
5.) Entwicklung von individuellen, für den einzelnen Patienten möglichst schonenden und gleichzeitig wirksamen Behandlungsstrategien aufbauend auf der Risikoeinschätzung anhand des IgVH Status.

Kontakt:
Dr. Stephan Stilgenbauer
Abteilung Innere Medizin III
Universitätsklinik Ulm
Robert-Koch-Str. 8
89081 Ulm

Tel.Nr.0731 500 24410
Fax-Nr. 0731 500 24493

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dies Forschungsprojekt mit über 200.000,--

Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers zurück, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: www.wilhelm-sander-stiftung.de


Bernhard Knappe, Wilhelm Sander-Stiftung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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