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Robert Koch-Institut, 12.01.00

Verdacht eines Lassa-Fiebers bestätigt

Bei einer 23jährigen deutschen Studentin, die am Dienstag, den 11. Januar, wegen eines anhaltenden hohen Fiebers aus einem Krankenhaus in Schwäbisch-Hall in die renommierte Missionsärztliche Klinik Würzburg verlegt worden war, wurde jetzt das Vorliegen eines Lassa-Fiebers bestätigt. Die in Düsseldorf studierende junge Frau war Neujahr von einer siebenwöchigen Afrikareise an die Elfenbeinküste und nach Ghana zur Jahreswende nach Deutschland zurückgekehrt .

Lassa-Fieber wird verursacht durch ein Virus, das von einer in afrikanischen Häusern weit verbreiteten kleinen Ratte - meistens durch mit Nagetierexkreten kontaminierte Lebensmittel - auf den Menschen übertragen werden kann. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich unter schlechten hygienischen Bedingungen durch direkten Kontakt zu Blut, Speichel, Erbrochenem oder Urin Erkrankter, vor allem bei der Krankenpflege. Erkrankte beginnen ganz überwiegend erst in der akuten fieberhaften Phase ansteckend zu werden. Bei der Erkrankung, einem sog. viralen hämorrhagischen Fieber, kann es zu einer ausgeprägten Blutungsneigung mit Schocksymptomatik und Kreislaufversagen kommen. Bei hospitalisierten Patienten beträgt die Letalität etwa 15 %. Häufig verläuft die Erkrankung jedoch auch milde oder eine Ansteckung bleibt symptomlos. Ein Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung.


Nachdem andere Erkrankungen ausgeschlossen werden konnten und sich der Verdacht auf das Vorliegen eines Lassa-Fiebers verdichtete, wurden in enger Kooperation zwischen dem Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik, Herrn Professor Dr. Fleischer, den zuständigen Seuchenreferenten der Gesundheitsministerien in Bayern und Baden-Württemberg, dem Robert Koch-Institut und dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, in dem die notwendigen Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die notwendigen Maßnahmen abgestimmt. Das Bundesministerium für Gesundheit, die Europäische Union und die Weltgesundheitsorganisation wurden über den Fall auf den zu diesem Zweck eingerichteten Alarmmeldesystemen unterrichtet.

Die Patientin wird in einem isolierten Trakt der Klinik behandelt. Ihr Zustand ist ernst. Durch die Isolierung ist sichergestellt, dass keinerlei Gefahr für andere Patienten der Klinik oder etwa für die Bevölkerung besteht. Die Personen aus dem Familien- und Freundeskreis, die unmittelbaren Kontakt mit der Patientin haben konnten, sowie das medizinische Personal, das die Patientin in Schwäbisch-Hall betreute, werden von den Gesundheitsbehörden zur Zeit nach Art und Umfang der Kontakte befragt und über mögliche Symptome belehrt. Kontaktpersonen werden gebeten, zweimal täglich Fieber zu messen, auf Krankheitssymptome zu achten und sich bei Auftreten von Symptomen im Diakoniekrankenhaus Schwäbisch-Hall zu melden. Da es sich um eine seltene, aber schwere Infektionskrankheit handelt, wird von den Gesundheitsbehörden alles unternommen, um eine Ansteckung Dritter zu verhindern.

+++Ende RKI+++
Presserechtlich verantwortlich:

Edgar Muschketat
Robert Koch-Institu
Pressesprecher
Tel: 01888.754 2286
Fax: 01888.754 2601
E-Mail: MuschketatE@rki.de

Weitere Informationen:


Dr. Ulrich Marcus, Robert Koch-Institut
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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