Hilfe: Sie befinden sich auf...

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, 23.08.05

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, 23.08.05

Der Ursprung embryonaler Stammzellen

Die Entwicklung des Menschen beginnt mit Teilungen der befruchteten Eizelle zu einem zunächst ungeordneten Zellhaufen, der Morula. Bereits in diesem Stadium beginnt die erste gerichtete Spezialisierung - Wissenschaftler sprechen von Differenzierung - der Zellen. Sie entwickeln sich zur Blastozyste, die aus innerer Zellmasse und einer äußeren Zellschicht besteht. Aus der inneren Zellmasse entsteht der eigentliche Fötus, während die äußere Zellschicht, das Trophektoderm, die embryonalen Hilfsorgane (Plazenta und Eihäute) ausbildet. Die Zellen der Blastozyste sind pluripotent, das bedeutet, sie sind in der Lage, unterschiedliche Zellarten auszubilden. Aus den Zellen des Trophektoderms können Stammzellen z.B. zur Differenzierung in Plazentagewebe entstehen, während sich embryonale Stammzellen von den Zellen der inneren Zellmasse ableiten. Diese können sich zu jedem Zelltyp eines erwachsenen Organismus entwickeln. Ihre Haltung und insbesondere die gerichtete Differenzierung stellen Forscher jedoch noch vor große Probleme.

Wissenschaftlern um Dr. James Adjaye vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin ist es jetzt gelungen, Gene zu identifizieren, die für die Entwicklung und den Erhalt von innerer Zellmasse und Trophektoderm verantwortlich sind. Erstmalig wurden dabei die beiden bereits in der Blastozyste vorhandenen Gewebe voneinander separiert und einer umfassenden Genexpressionsanalyse unterzogen. Durch den Vergleich der aktiven Gene von innerer Zellmasse und Trophektoderm konnten die Forscher nachweisen, dass ein ganzes Spektrum von Signalwegen für die Entstehung und den Erhalt der beiden Gewebe verantwortlich ist. Für die Entwicklung der inneren Zellmasse sind dabei die Gene OCT4 und NANOG von besonderer Bedeutung; für die Entstehung des Trophektoderms spielt vor allem das Gen CDX2 eine herausragende Rolle. Die in der renommierten Fachzeitschrift Stem Cells veröffentlichten Ergebnisse stellen die ersten Erkenntnisse über die genetischen Regulationsmechanismen der frühen Embryonalentwicklung beim Menschen überhaupt dar. Gleichzeitig ist die Arbeit von großer Bedeutung für die Forschung an embryonalen Stammzellen, da sie einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Züchtung und gesteuerten Differenzierung dieser Zellen zu anderen Zellarten darstellt. Im nächsten Schritt wollen die Forscher die Funktion der identifizierten Markergene für die Aufrechterhaltung der Pluripotenz bzw. die Differenzierung in bestimmte Zelltypen untersuchen.

Referenz:
Adjaye J, Huntriss J, Herwig R, BenKahla A, Brink TC, Wierling C, Hultschig C, Groth D, Yaspo ML, Picton HM, Gosden RG, Lehrach H: Primary differentiation in the human blastocyst: Comparative molecular portraits of inner cell mass and trophectoderm cells. Stem Cells Express, published online August 4, 2005; doi:10.1634/stemcells.2005-0113

Kontakt:
Dr. Patricia Béziat
Max-Planck-Institut
für molekulare Genetik
Ihnestr. 63 - 73
D-14195 Berlin

Tel.: 030-8413 1716
Fax: 030-8413 1671
Email: beziat@molgen.mpg.de


Dr. Patricia Beziat, Max-Planck-Institut für molekulare Genetik
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Genomforschernachwuchs trifft sich in Greifswald 
 Patient Pharmaforschung