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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 16.10.07

Ultrafeinstäube aus Laserdruckern und Fotokopierern enthalten offenbar keine Tonerpartikel

Mitte 2005 begann eine Pilotstudie, die unter anderem mögliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen den Emissionen aus Laserdruckern und Fotokopierern und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei exponierten Büroangestellten ermitteln sollte. Die Studie wurde am Institut für Innenraum- und Umwelttoxikologie des Universitätsklinikums Gießen im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) durchgeführt. Zwischen Januar und Oktober 2006 wurde in 63 Büroräumen in Deutschland die Raumluft gemessen, und es wurden 69 der dort arbeitenden Personen untersucht. Für die meisten der gemessenen raumlufttechnischen und medizinischen Parameter sind die Untersuchungsergebnisse unauffällig. Das gilt für Temperatur und Luftfeuchte, flüchtige organische Verbindungen, flüchtige organische Einzelstoffe und Schimmelpilzkonzentrationen ebenso wie für die allergischen und entzündlichen Parameter der Probanden. Der Anteil ärztlich nicht erklärbarer körperlicher Beschwerden war bei den untersuchten Personen aber höher als in Vergleichskollektiven, und ein Teil der untersuchten Personen reagierte überempfindlich auf bronchiale Reize. Bei Inbetriebnahme der Geräte nahm die Belastung der Büros mit Fein- und Ultrafeinstaub deutlich zu. Bei den gemessenen ultrafeinen Teilchen handelt es sich aber offenbar ganz überwiegend nicht um Tonerpartikel - darauf weisen raster- und transmissionselektronenmikroskopische Untersuchungen hin. "Ob der Anstieg dieser Stäube in den Büros gesundheitliche Auswirkungen haben könnte, lässt sich aus der Pilotstudie nicht abschließend beurteilen", sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. "Wer mit Laserdruckern und Fotokopierern arbeitet, sollte seine individuelle Fein- und Feinststaubbelastung reduzieren". Praktische Hinweise, auch für den Arbeitgeber, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund veröffentlicht.


Das BfR hatte die Studie initiiert, nachdem Ärzte gesundheitliche Beschwerden von Patienten gemeldet hatten, die diese auf die Nutzung von Laserdruckern und Fotokopierern, überwiegend am Arbeitsplatz, zurückführten. Bei den geschilderten Symptomen standen Bindehautreizungen, Beschwerden des Atemtraktes und Rachenschleimhautreizungen im Vordergrund. In Abstimmung mit der Interessengemeinschaft der Tonergeschädigten (ITG) wurde der Direktor des Instituts für Innenraum- und Umwelttoxikologie an der Universität Gießen, Professor Dr. Volker Mersch-Sundermann, mit der Studie beauftragt. Die humanmedizinischen Untersuchungen führte Frau Professor Caroline Herr am Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen durch.

Die Studie war als Machbarkeitsstudie konzipiert. Sie sollte insbesondere folgende Fragen beantworten:

- Sind die eingesetzten Untersuchungsmethoden und das Studiendesign geeignet, die Frage wissenschaftlich hinreichend sicher zu beantworten?
- Hat der Betrieb von Laserdruckern und Fotokopiergeräten Einfluss auf die Innenraumluftqualität?
- Gibt es Hinweise auf eine Verbindung zwischen den Emissionen aus diesen Büromaschinen und Gesundheitsbeeinträchtigungen/-schäden exponierter Büroangestellter?

Im Lauf der Studie wurde in 63 Büroräumen in neun Bürogebäuden an vier Standorten in Deutschland die Raumluft gemessen. Geräteemissionen wurden im Ruhezustand, im Druck- und im Arbeitsbetrieb gemessen. 69 Probanden wurden klinisch und per Befragung untersucht. Über die Zwischenergebnisse hat das BfR auf seiner Internetseite informiert. Den Entwurf eines Abschlussberichts hat das BfR zur Kommentierung an verschiedene Experten gegeben, die darüber heute im BfR diskutiert haben. Die Endfassung soll gegen Ende des Jahres vorliegen und wird dann - ebenso wie die Zwischenberichte - im Internet veröffentlicht. Folgende Ergebnisse der Pilotstudie lassen sich schon jetzt zusammenfassen:

Die angewandten Methoden und das Studiendesign scheinen bei einem ausreichend großen Probandenkollektiv geeignet, die zu klärenden Fragen wissenschaftlich fundiert zu beantworten.

Mit der Inbetriebnahme von Laserdruckern und Fotokopiergeräten steigt die Konzentration feiner und feinster Partikel in der Raumluft signifikant an. Die Konzentration ultrafeiner Partikel fällt im Druckbetrieb aber wieder ab. Bei diesen Teilchen handelt es sich offenbar ganz überwiegend nicht um Tonermaterial. Die genaue Zusammensetzung der Partikel ist noch nicht abschließend geklärt.

Zwischen den Emissionen aus Büromaschinen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Büroangestellten lassen sich nur schwache Verbindungen herstellen: Bei den untersuchten Personen waren weder Entzündungsparameter noch Sensibilisierungsraten gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt erhöht. Die Untersuchten hatten aber überdurchschnittlich oft Beschwerden, die dem "Sick-Building-Syndrom" zugeordnet werden, wie etwa irritative Schleimhautbeschwerden.

Ob die Emissionen aus Büromaschinen gesundheitliche Beschwerden verursachen können, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt werden. Das BfR rät, Laserdrucker und Fotokopierer bei häufigem Druckerbetrieb und dem Druck vieler Seiten in separaten Räumen mit guter Luftzirkulation zu betreiben. Praktische Hinweise zur individuellen Vorsorge enthält das Faltblatt "Kopiergeräte und Drucker im Büro" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund.

ende bfr-p

Weitere Informationen:


Dr. Irene Lukassowitz, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Der Laserdrucker ist ein Drucker zur Produktion von Ausdrucken auf Papier oder Folien im Laserbelichtungs- und Tonerpartikel-Druckverfahren. Laserdrucker gehören im Gegensatz zu Nadel- oder Tintenstrahldruckern zu den so genannten Seitendruckern. Die Belichtung und der Druck erfolgen in einem Durchlauf. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden auch LED-Drucker meist als Laserdrucker bezeichnet, insbesondere weil das Funktionsprinzip sehr ähnlich ist. Im Großformat-Bereich wird ebenfalls oft vom Laserplotter gesprochen, obwohl es sich bei allen derzeit verbreiteten Geräten tatsächlich um LED-Plotter handelt. Wikipedia


 

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