Hilfe: Sie befinden sich auf...

Helmholtz Zentrum München - Deutsches..., 15.02.08

Ergänzend zum Artikel

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die Schlagworte zum Artikel klicken, um (andere) Artikel zu den jeweiligen Schlagworten anzuzeigen.
Auf der rechten Seite finden Sie ebenfalls Artikelinks und weitere Informationen zu den Schlagworten dieses Artikels.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Helmholtz Zentrum München - Deutsches..., 15.02.08

Überraschende Erkenntnisse aus der Impfstoff-Forschung: Zeitpunkt der Antigen-Präsentation entscheidet mit über den Impferfolg

Impfungen bringen das Immunsystem in Schwung, indem sie die Abwehrzellen des Immunsystems aktivieren. Um virale Infektionen zu bekämpfen, werden in der Medizin auch gentechnisch veränderte harmlose Viren eingesetzt, in die der Bauplan für ein bestimmtes Antigen eingeschleust wird - so genannte Vektor-Impfstoffe. Ergebnisse von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München zeigen nun, dass es für den Impferfolg wichtig ist, zu welchem Zeitpunkt des viralen Lebenszyklus die immunstimulierenden Antigene gebildet werden - und dieser Zeitpunkt kann je nach Impfstoff variieren. Eine entscheidende Rolle spielt dabei, auf welchem Weg die Antigene präsentiert werden.


Zytotoxische CD8+-T-Zellen (CTL) sind "Killerzellen" des Immunsystems, die infizierte Zellen angreifen und vernichten. Damit sie ein bestimmtes Antigen erkennen und bekämpfen können, muss es ihnen aber zunächst auf der Oberfläche so genannter antigen-präsentierender Zellen (APC) präsentiert werden. "Das Ziel von Impfungen und Immuntherapien mit Hilfe von Impfvektoren ist es, eine starke Immunantwort gegen die eingeschleusten Antigene zu erzeugen", erklärt PD Dr. Ingo Drexler. Drexler leitet die Gruppe "Virale Vektoren" am Institut für Molekulare Virologie des Helmholtz Zentrums München - Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt.

Während es zu verschiedenen Impfvektoren zahlreiche Studien gibt, war bisher nur sehr wenig darüber bekannt, wie Antigene präsentiert werden müssen, um eine optimale Immunantwort zu erzielen."Zu unserer Überraschung zeigte sich, dass nach Impfung mit dem modifizierten Vaccinia Virus Ankara (MVA) als Vektor ein anderer Präsentationsweg eine entscheidende Rolle spielt, als aus der Literatur zu erwarten war", erzählt Drexler. Obwohl das häufig eingesetzte MVA professionelle antigen-präsentierende Zellen (APC) effizient infiziert, so dass diese virale Antigene bilden und direkt an ihrer Zelloberfläche präsentieren, führt diese Art der Präsentation nicht zu einer effizienten Aktivierung zytotoxischer CD8+-Zellen. Stattdessen erfolgt die Aktivierung hauptsächlich dadurch, dass Antigene, die von anderen infizierten Zellen gebildet wurden, von nicht-infizierten APC aufgenommen, verarbeitet und an die Zelloberfläche transportiert werden, um so die CD8+-Zellen antigen-spezifisch zu aktivieren (Cross-priming). Am besten funktioniert dieser Präsentationsweg mit stabilen Proteinen, die den aufnehmenden APC möglichst lange zur Verfügung stehen. "Diese Entdeckung ermöglicht es, die zukünftige Zusammensetzung der Zielantigene dieser Impfstoffe zu optimieren: wenn die Aktivierung der CTL bevorzugt über das Cross-priming solcher Proteine läuft, muss man den Vektor mit entsprechenden Zielantigenen ausstatten, um eine optimale Immunantwort zu erhalten", betont Drexler.
In klinischen Impfstudien gegen das Immunschwächevirus HIV oder die von Blutparasiten ausgelöste Malaria zeigten MVA-Impfstoffe bisher nur eine sehr schwache Immunogenität. Da diese getesteten MVA-Impfstoffe Zielantigene enthielten, die für Cross-priming ungeeignet sind, könnten die Erkenntnisse der Helmholtzforscher helfen, diese Impfstoffe deutlich zu verbessern.

Auch ein weiteres Ergebnis der Wissenschaftler ist für die Entwicklung optimaler Impfstrategien hoch interessant: Sie entdeckten, dass nach einer Auffrischungsimpfung mit MVA-Impfstoffen CD8+ T-Zellen, die gegen unterschiedliche Antigene reagieren, miteinander konkurrieren. Wer sich bei dieser Kreuzkompetition durchsetzt, hängt stark davon ab, zu welchem Zeitpunkt im viralen Lebenszyklus die entsprechenden Antigene gebildet werden: CD8+ T-Zellen die infizierte Zellen schnell erkennen können, weil sie auf in frühen Stadien gebildete Antigene reagieren, haben normalerweise die Nase vorn. Durch die Kreuzkompetition verhindern sie die Vermehrung von CD8+ T-Zellen, die auf spät gebildete Antigene reagieren, weil sie deren potenzielle Andockstellen an den APC besetzt halten. Allerdings konkurrieren auch CD8+ T-Zellen, die frühe Antigene erkennen, untereinander. Der zugrunde liegende Mechanismus ist noch unbekannt und Gegenstand derzeitiger Untersuchungen. Deshalb ist eine bessere Reaktivierung des Immunsystems zu erwarten, wenn der Impfvektor entweder Antigene enthält, die ohnehin früh im viralen Lebenszyklus gebildet werden, oder wenn er zusätzlich mit molekularen Schaltern ausgestattet wird, die eine frühe Bildung der Zielantigene anregen.

"Dies ist unseres Wissens der erste Beweis für die funktionale Bedeutung der T-Zell Kreuzkompetition während einer viralen Infektion", freut sich Ingo Drexler mit seinen Mitarbeitern Wolfgang Kastenmüller und Georg Gasteiger, "Zusammengenommen liefern unsere Entdeckungen die Basis für neue Strategien, wie die Immunantwort durch innovative Impfstoffe verbessert werden kann." Denkbar wäre z.B., den Vektor für die Erst- bzw. Auffrischungsimpfungen mit unterschiedlichen Antigenformulierungen auszustatten, um das Immunsystem jeweils optimal zu aktivieren.

Veröffentlichungen

Cross-Priming of Cytotoxic T Cells Dictates Antigen Requisites for
Modified Vaccinia Virus Ankara Vector Vaccines: Georg Gasteiger, Wolfgang Kastenmuller, Ronny Ljapoci, Gerd Sutter and Ingo Drexler; JOURNAL OF VIROLOGY, Nov. 2007, p. 11925-11936 Vol. 81, No. 21; doi:10.1128/JVI.00903-07

Cross-competition of CD8 + T cells shapes the immunodominance hierarchy during
boost vaccination: Wolfgang Kastenmuller, Georg Gasteiger, Julian H.Gronau, Robert Baier, Ronny Ljapoci, Dirk H.Busch, and Ingo Drexler; The Journal of Experimental Medicine p. 2187-2198 Vol.204, No.9; Sept. 2007; doi 10.1084/jem.20070489

Kontakt zur Pressestelle

Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Heinz-Jörg Haury, Leiter der Abt. Kommunikation, Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg, Tel.: 089-3187-2460. Email presse@helmholtz-muenchen.de

Neuherberg, 15. Februar 2008

Weitere Informationen:


Michael van den Heuvel, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesu
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Sex differences in the brain's serotonin system 
 Aller guten Dinge sind drei

Klicken Sie auf die Schlagworte um weitere Links oder Infos dazu angezeigt zu bekommen
Weitere Artikel zu "Antigen"

Wikipedia Logo
Antigene (engl. für Antibody generating) sind Stoffe, an die sich Antikörper und bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren spezifisch binden können (dies bedingt, dass sie im Körper die Produktion von Antikörpern anregen können). Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Immunsystem"

Wikipedia Logo
Als Immunsystem (vom lateinischen immunis eigentlich „steuerfrei“, im übertragenen Sinne unberührt, frei, rein) wird das biologische Abwehrsystem höherer Lebewesen bezeichnet, das Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert. Es entfernt in den Körper eingedrungene Mikroorganismen, fremde Substanzen und ist außerdem in der Lage, fehlerhaft gewordene körpereigene Zellen zu zerstören. Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "Impfstoff"

Wikipedia Logo
Ein Impfstoff oder eine Vakzine (von lateinisch vaccina, „die von Kühen Stammende“; vergleiche Vakzination) ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Antigen, meist bestehend aus Protein- oder Erbgutbruchstücken, abgetöteten oder abgeschwächten Erregern. Der Impfstoff dient im Rahmen einer Impfung zur spezifischen Aktivierung des Immunsystems hinsichtlich eines bestimmten Erregers bzw. einer Erregergruppe. Wikipedia


 

Wikipedia Logo
Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen verschiedene Infektionskrankheiten und wird deshalb auch Schutzimpfung genannt. Man unterscheidet aktive Impfung und passive Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken. Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält. Es stehen Impfstoffe gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten bereit. Wikipedia


 
Weitere Artikel zu "T-Zellen"

Wikipedia Logo
T-Lymphozyten oder kurz T-Zellen sind eine für die Immunabwehr wichtige Gruppe von Blutzellen. Es handelt sich bei ihnen um eine Subpopulation der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). T-Lymphozyten sind neben B-Lymphozyten an der adaptiven Immunantwort beteiligt. Die Vorläufer der T-Zellen stammen wie alle Blutzellen aus dem Knochenmark. Von dort wandern T-Lymphozyten in den Thymus (daher das T, für Thymus-abhängig), wo sie fast vollständig ausreifen. Sie tragen alle einen T-Zell-Rezeptor (TCR) an ihrer Oberfläche, der für die Erkennung von Antigenen verantwortlich ist. Die beiden antigenerkennenden Einheiten des TCRs liegen immer im Komplex mit mehreren CD3-Molekülen vor. Im Gegensatz zu den Immunglobulinen auf B-Lymphozyten erkennen T-Lymphozyten keine freien, sondern auf den Körperzellen gebundene Antigene, die ihnen von anderen Zellen mittels MHC-Molekülen präsentiert werden. Es werden mehrere Subtypen unterschieden, die unterschiedliche Funktionen im Immunsystem einnehmen. Wikipedia


 

Archiv

Themen

Schlagworte

Anzeigen