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Technische Universität München, 22.03.02

TUM-Chemiker in Nature: Interaktiv Publizieren mit "ACP"

Wissenschaftliches Publizieren wird einfacher und effizienter. Dr. Ulrich Pöschl vom Institut für Wasserchemie der Technischen Universität München (TUM) hat in Zusammenarbeit mit Prof. Paul J. Crutzen vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, Ozonforscher und Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 1995, eine neuartige, interaktive Fachzeitschrift initiiert, die den wissenschaftlichen Publikationsmarkt revolutionieren könnte: die "Atmospheric Chemistry and Physics (ACP)". Darüber berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner aktuellen Ausgabe vom 21. März 2002.

Gemeinsam mit mehr als 60 namhaften internationalen Atmosphärenforschern fungiert Dr. Pöschl, der eine eigenständige BMBF-Nachwuchsgruppe für Atmosphären- und Aerosolforschung leitet, als Herausgeber der neuen Fachzeitschrift, die im Internet unter http://www.atmos-chem-phys.org zu finden ist.

ACP wird von der Europäischen Geophysikalischen Gesellschaft (EGS) publiziert und beruht auf einem neuartigen interaktiven Zeitschriftenkonzept, das in einem zweistufigen Publikationsprozess die traditionelle Begutachtung der publizierten Arbeiten (Peer-Review-Prozess) mit öffentlicher Diskussion verbindet. Manuskripte, die Editoren und Gutachter in einem raschen und effizienten Vorauswahlprozess als grundsätzlich publikationswürdig einstufen, werden ohne weitere Verzögerung im Internet-basierten Diskussionsforum von ACP, dem Forum "Atmospheric Chemistry and Physics Discussions (ACPD), publiziert.

Für den Zeitraum von einigen Wochen stehen diese Manuskripte dort offen zur Diskussion. Publiziert werden auch die Kommentare der Gutachter - anonym oder namentlich gekennzeichnet -, weitere Kurzkommentare interessierter Kollegen - namentlich gekennzeichnet -, sowie die Antworten der Autoren. In einem zweiten Schritt wird der Peer-Review-Prozess auf Grundlage der öffentlichen Diskussion abgeschlossen, und die revidierten Manuskripte werden abschließend in ACP publiziert. Um die Urheberrechte der Autoren zu schützen und die wissenschaftliche Diskussion nachhaltig zu dokumentieren, werden schließlich sämtliche in ACPD und ACP veröffentlichten Manuskripte und Kommentare zitierfähig paginiert und frei zugänglich archiviert.

Der klassische Peer-Review-Prozess wird auf diese Weise geöffnet und ergänzt. In traditionellen Fachzeitschriften sind daran nur Editoren und einzelne Gutachter beteiligt, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit und oftmals erst nach mehreren Monaten über die Ablehnung oder Annahme und Revision wissenschaftlicher Manuskripte entscheiden.

Die an der Initiative beteiligten Wissenschaftler erwarten von der Umsetzung des interaktiven Zeitschriftenkonzepts deutliche Impulse für den wissenschaftlichen Fortschritt. Die wissenschaftliche Diskussion soll gestärkt, die Qualitätskontrolle effizienter und transparenter werden. Außerdem können neuere wissenschaftliche Erkenntnisse rascher verbreitet sowie frei und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Kontakt:

Dr. Ulrich Pöschl
Institut für Wasserchemie und Chemische Balneologie der TUM
Tel. (089) 70 95 79 96
Fax (089) 70 95 79 99
E-Mail: ulrich.poeschl@ch.tum.de

Weitere Informationen:


Dieter Heinrichsen M.A., Technische Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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