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Hohensteiner Institute, 22.07.04

Tragekomfort ist messbar

Das Hohensteiner Qualitätslabel hilft bei der Auswahl von Berufskleidung

Mit dem Hohensteiner Qualitätslabel kann u.a. die Tragekomfortnote von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) für ein Kleidungsstück ausgewiesen werden.

Das Hautmodell simuliert die Wärme- und Schweißabgabe der menschlichen Haut und bestimmt den Tragekomfort von Textilien unter verschiedensten Tragebedingungen.

BÖNNIGHEIM (ri) Optische Gesichtspunkte, die gute Pflegbarkeit und lange Lebensdauer gelten gemeinhin als wichtigste Bewertungskriterien bei der Auswahl von Berufskleidung. Noch zu wenig Beachtung findet dagegen die Beurteilung des physiologischen Komforts der Kleidungsstücke. Dabei verbessern Kleidungsstücke mit optimierten Tragekomfort die Leistungsfähigkeit des Trägers nachweislich. Was im Sport- und Freizeitbereich gang und gäbe ist, sollte deshalb auch bei der Bekleidung für den Arbeitsalltag eine Selbstverständlichkeit sein: textile Materialien, welche die physiologischen Vorgänge im Körper und hier besonders die Temperaturregelung in Abhängigkeit vom Umgebungsklima und der Tätigkeit unterstützen.


Wichtig ist es festzuhalten, dass der Tragekomfort von Kleidungsstücken keineswegs eine subjektive Größe ist, sondern objektiv mess- und bewertbar ist. Die Wissenschaftler des internationalen Forschungszentrums Hohensteiner Institute haben in diesem Zusammenhang die sogenannte Tragekomfortnote entwickelt. Diese reicht von 1 "sehr gut" bis 6 "ungenügend" und wird basierend auf eine Reihe von Messwerten errechnet, die im bekleidungsphysiologischen Labor ermittelt werden. Die Tragekomfortnote deckt dabei sowohl die thermophysiologischen Eigenschaften eines textilen Materials ab, wie z. B. Wärmeisolation, Atmungsaktivität und Moisture Management, als auch die hautsensorischen Aspekte des Tragekomfort, d. h. ob die Textilien als angenehm weich und anschmiegsam empfunden werden oder im Gegensatz dazu als unangenehm kratzend bzw. auf der schweißfeuchten Haut anklebend. Für all diese Eigenschaften von Textilien haben die Hohensteiner Experten objektive Messmethoden entwickelt, deren Ergebnisse in die Berechnung der Tragekomfortnote einfließen.

Wichtig beim System der Tragekomfortnote ist, dass dieses:

- reproduzierbar, wissenschaftlich fundiert und praxisnah den Tragekomfort von Textilien bestimmt
- dem Hersteller eine rationelle Produktentwicklung und Information seiner Kunden ermöglicht
- dem Einkäufer eine Entscheidungsgrundlage für die Auswahl des optimalen Produktes gibt

Zusätzliche Hilfe bei der Orientierung bietet seit kurzem das Hohensteiner Qualitätslabel, mit dem u. a. die ermittelten Tragekomfortnoten einheitlich am Produkt ausgezeichnet werden. Das Hohensteiner Qualitätslabel mit Tragekomfortnote wird auf Basis der einheitlichen Prüfungen für alle Arten von Berufs- und Schutzkleidung, Alltags- und Freizeitwäsche, Sportwäsche und -Kleidung, Hemden, Blusen, Herrenanzüge sowie Damenkostüme vergeben.

Nähere Informationen zum Hohensteiner Qualitätslabel gibt es im Internet unter www.hohenstein.de/qualitaetslabel.htm.

Bönnigheim, im Juli 2004


Rose-Marie Riedl, Hohensteiner Institute
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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