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Universität zu Köln, 28.03.00

Therapie rettet Gehör

GEERS-Preis fuer Dr. Martin Walger.

Gestern wurde Dr. Martin Walger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Audiologie und Paedaudiologie der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Universitaet zu Koeln mit dem mit 25.000 DM dotierten Foerderpreis der GEERS-Stiftung ausgezeichnet.

Der alle 2 Jahre ausgelobte Foerderpreis wird dem Koelner Preistraeger vom Vorsitzenden der GEERS-Stiftung, Professor Dr. Peter Plath, anlaesslich des 10. Multidisziplinaeren Kolloquiums der GEERS-Stiftung im Wissenschaftszentrum Bonn des Stifterverbandes fuer die Deutsche Wissenschaft ueberreicht.


Dr. Walger untersuchte in seinen Arbeiten den Einfluß von Hoerstoerungen und deren Behandlung auf die Reifung des jungen, sich noch entwickelnden Gehoers. Mit Hilfe objektiver Hoerpruefverfahren - der Registrierung akustisch evozierter Potentiale - konnte er nachweisen, daß Schwerhoerigkeiten, die entweder das Mittelohr oder das empfindliche Innenohr betreffen, besonders in sensiblen Entwicklungsphasen nach der Geburt zu Reifungsstoerungen der zentralen Hoerbahn fuehren koennen. Waehrend diese Reifungsstoerungen bei einseitigen Hoerverlusten im Gehirn teilweise kompensiert werden, koennen beidseitige Hoerstoerungen je nach Schweregrad auch zu dauerhaften Beeintraechtigungen besonders in hoeheren Zentren des Gehirns fuehren. Die erzielten Ergebnisse zeigen weiterhin den positiven Einfluss einer fruehzeitig eingeleiteten Therapie. Demnach koennen die Reifungsstoerungen zum Beispiel durch die Beseitigung von Mittelohrproblemen oder die Anpassung von Hoergeraeten teilweise, zum Teil sogar vollstaendig kompensiert werden. Dies gilt auch fuer den fruehzeitigen Einsatz von Innenohrprothesen (Cochlea-Implantaten) bei angeborener Taubheit oder Hoerrestigkeit. Die Arbeit von Dr. Walger liefert somit wichtige wissenschaftliche Argumente fuer die dringende Notwendigkeit der Frueherkennung und Therapie kindlicher Hoerstoerungen. Sie sind damit nicht nur fuer die große Zahl hoergestoerter Kinder und deren Angehoerige, sondern auch fuer AErzte, Therapeuten, Paedagogen, Fachverbaende und Medien von Bedeutung, die sich mit Hoerproblemen bei Kindern auseinandersetzen.
Fruehkindliche Hoerschaeden sollten bereits in den ersten Lebensmonaten diagnostiziert werden, um geeignete Therapiemaßnahmen noch in den sensiblen Phasen der Hoer- und Sprachentwicklung einzuleiten. Vorraussetzung dafuer ist jedoch die Einfuehrung eines effektiven Frueherkennungsprogrammes auf der Basis seit langem bestehender objektiver Hoerpruefverfahren unmittelbar nach der Geburt bei allen Kindern. Ein derartiges "universelles Neugeborenen-Hoerscreening" sollte moeglichst schnell bundes- und europaweit eingefuehrt werden, wie es bereits von zahlreichen Fachleuten gefordert wird. Nur ein ausreichendes Hoervermoegen bildet die Grundlage fuer eine normale Sprachwahrnehmung und Sprachentwicklung und damit fuer die gesamte geistige und soziale Entwicklung der Kinder.

(49 Zeilen à 60 Anschlaege)
Verantwortlich: Anneliese Odenthal

Fuer Rueckfragen steht Ihnen Heide Roemer von der Geers-Stiftung unter der Telefonnummer 0231/9760162 oder per E-mail roemer@geers.de zur Verfuegung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi.


Anneliese Odenthal, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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