Hilfe: Sie befinden sich auf...

Wilhelm Sander-Stiftung, 13.09.05

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Wilhelm Sander-Stiftung, 13.09.05

Therapie des Kolonkarzinoms durch Kaliumkanal-Blocker


Kolonkarzinome haben eine hohe Inzidenz und gehören zu den häufigsten bösartigen Tumoren überhaupt. Eine Diagnose in frühen Stadien ist wünschenswert und führt zu frühzeitiger therapeutischer Intervention. Es ist wenig bekannt über die zellulären und elektrophysiologischen Eigenschaften, die während Dedifferenzierung und Entwicklung zum bösartigen Karzinom auftreten. Wir vermuten daß abnorme elektrophysiologische Eigenschaften der Tumorzellen zu deren Wachstumsverhalten beitragen und daß ähnliche Vorgänge auch im entzündlich veränderten Kolon ablaufen. Die elektrophysiologischen Eigenschaften von Zellen sind durch Poren in der Zellmembran bedingt, die für geladene Teilchen durchgängig sind und deshalb als Ionenkanäle bezeichnet werden. Die Expression und Aktivität von Ionenkanälen verändert sich während der zellulären Differenzierung, d.h. während die Zellen altern. Durch äußere krebserregende Faktoren wird das Erbgut der Zellen verändert (Mutagenese) und die Zelle entwickelt sich über mehrere Schritte zur Krebszelle. Entwickelt sich eine differenzierte Zelle zur Tumorzelle, so geht sie wieder zurück in den Zustand einer sich teilenden "jugendlichen" Zelle und erhält andere Ionenkanäle, die in der ausgewachsenen Zelle nicht unbedingt zu finden sind. Derartige Veränderungen könnten auch das Auftreten von Durchfällen bei entzündlichen Darmveränderungen und beim Darmkrebs erklären. Die meisten Untersuchungen wurden bislang an anderen Geweben und Zellarten vorgenommen. Aus den Ergebnissen dieser Experimente kann man schließen, daß es v.a. Kaliumionen-selektive Ionenkanäle sind, die bei diesen Vorgängen eine Rolle spielen. Wir wollen daher herausfinden, welche Kaliumionenkanäle bei der Tumorentstehung im Dickdarm betroffen sind.

Aus anderen Versuchen ist bekannt, daß Inhibitoren von Kaliumkanälen das Zellwachstum blockieren können. Für die verschiedenen Kaliumkanäle, die beim Zellwachstum eine Rolle spielen können, existieren mittlerweile recht spezifische Inhibitoren. In dem vorliegenden Forschungsprojekt sollen mögliche Blocker v.a. von sog. spannungsabhängigen Kv- Kaliumkanälen auf ihre wachstumshemmende Wirkung hin in kultivierten Krebszellkulturen und im Tiermodell untersucht werden. Hierzu kann in Mäusen ein Dickdarmkarzinom durch das Krebserzeugende Mittel Dimethylhydrazin (DMH) hervorgerufen werden. Wir werden untersuchen welche Ionenkanäle in den Krebszellen verändert sind und ob die Hemmung dieser Kaliumkanäle zu einer Hemmung des Krebswachstums beiträgt.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Karl Kunzelmann, Physiologisches Institut der Universität Regensburg, 93053 Regensburg, Telefon: 0941-943-2981, Telefax: 0941-943-4315. Email: uqkku

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 90.000 ¤
Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen: www.wilhelm-sander-stiftung.de


Bernhard Knappe, Wilhelm Sander-Stiftung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Muskelspiel - MDC-Forscherinnen gewinnen neue Einblicke in die Muskelbildung beim Embryo 
 Krebskrank, weil Papa und Mama geraucht haben?