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Forschungszentrum Karlsruhe in der..., 27.04.06

Ist Technik die Zukunft der menschlichen Natur?

Der Essay-Wettbewerb des Forschungszentrums Karlsruhe richtet sich an die jüngere Wissenschaftlergeneration (bis Alter 40), die sich anschickt, in Forschung, Lehre und Wirtschaft Verantwortung zu übernehmen. Das Thema "Mensch und Technik" wird dabei zugespitzt zur Frage nach einem Fortschritt, der dem Menschen buchstäblich auf den Leib rückt. Ob Antidepressivum oder plastische Chirurgie, ob Gentherapie oder Nanoroboter - mehr und mehr werden Körper und Geist zu Wirkungszonen des technisch Machbaren erklärt. Verbessert, ja optimiert werden soll der Mensch auf diese Weise, bis hin zur Unsterblichkeit. "Wir stellen zur Diskussion, was die provozierende Rede vom Optimieren eigentlich meint", sagt Prof. Dr. Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Forschungszentrums, der das Projekt fachlich und organisatorisch mit betreut.


"Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen sich heutzutage bereits früh spezialisieren, um voranzukommen. Gerade sie möchten wir animieren, anhand eines zukunftsrelevanten Schnittstellenthemas über Kontexte und Auswirkungen ihrer Arbeit nachzudenken", sagt der Jurist Gotthard Bechmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse und ebenfalls Mitglied im Projektteam.

"Das Forschungszentrum Karlsruhe ist bekannt für erstklassige, interdisziplinär angelegte Forschung. Weniger bekannt ist, dass am Forschungszentrum auch in interdisziplinärer Aufgeschlossenheit über die Folgen dieses Tuns nachgedacht wird. Mit unserem Essay-Wettbewerb, der auf die natur- und auf die geisteswissenschaftliche Community, aber auch auf die interessierte Öffentlichkeit abzielt, wollen wir das ändern", erläutert Projektleiter Justus Hartlieb von der Öffentlichkeitsarbeit des Forschungszentrums die kommunikative Zielsetzung des Wettbewerbs.

Für die drei besten bis zum 31. Juli 2006 eingereichten Essays stehen Preise von insgesamt 9000 Euro bereit. Die Preisverleihung findet im Rahmen eines öffentlichen Symposiums statt, zu dem die Verfasser der prämierten sowie weiterer Texte im November 2006 in Karlsruhe zusammenkommen. Darüber hinaus ist eine Buchveröffentlichung geplant. Schirmherrin des in der aufklärerischen Tradition der "akademischen Preisfrage" stehenden Wettbewerbs ist Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan.

Der Essay-Wettbewerb ist Bestandteil des umfangreichen Veranstaltungsprogramms des Forschungszentrums Karlsruhe aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens. Die vollständige Ausschreibung des Wettbewerbs kann auf der Internetseite www.fzk.de/essaywettbewerb eingesehen werden.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Justus Hartlieb 26. April 2006

Weitere Informationen:


Dr. Joachim Hoffmann, Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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