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Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und..., 15.09.99

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Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und..., 15.09.99

Tabak und Mundgesundheit ?

Pressemitteilung des Arbeitskreises Oralpathologie und Oralmedizin in der DGZMK

Tabak und Mundgesundheit?

Weitgehend unbekannt ist bis heute leider immer noch, daß Tabakgenuß auch in der Mundhöhle zum Teil lebensbedrohliche Veränderungen verursachen kann. So macht heute der Mundhöhlenkrebs in Westeuropa 6 % aller Krebsarten aus, hauptsächlich verursacht durch Tabakprodukte (Karzinogene). Der Hinweis auf die Bedeutung von Tabak für die Mundhöhle und die Entstehung des Mundhöhlenkrebses kann dabei nicht genug hervorgehoben werden. Denn trotz moderner Behandlungsmethoden und intensiver Forschung in den letzten zwei Jahrzehnten konnte die Überlebensrate von betroffenen Patienten nicht wesentlich verbessert werden. Ziel muß es deshalb sein, Patienten noch mehr als bisher über diese speziellen Gefahren aufzuklären und vom Rauchen abzubringen. Dies muß neben der Presse und den offiziellen Stellen der Gesundheitsbehörden in erster Linie durch den behandelnden Zahnarzt erfolgen, hat dieser doch naturgemäß den besten Zugang zur Mundhöhle seiner Patienten.


Vom 30. September bis 2. Oktober 1999 treffen sich deshalb im Bonner Maritim Hotel über 1.000 Wissenschaftler und Zahnärzte, um die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Mundhöhlenerkrankungen im Rahmen der 123. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde gemeinsam mit der 50. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Kieferchirurgie und dem Arbeitskreis für Oralpathologie und Oralmedizin zu diskutieren.

Die schädlichen Wirkungen des Tabaks beruhen auf zwei wesentlichen Komponenten:
1. dem Nikotin, einem Gefäßgift, und
2. den Teerstoffen,
die beide krebserregende Verbindungen enthalten. Neben dem Mundhöhlenkrebs können Tabakprodukte auch sogenannte Vorkrebsstadien (Präkanzerosen) auslösen, aus denen später dann der Krebs hervorgeht. Auch wenn die meisten Tabakkonsumenten statistisch gesehen nicht an Mundhöhlenkrebs erkranken, so ist dies nicht als Entwarnung vor Tabakgenuß zu verstehen. So beeinflußt Tabakkonsum im negativen Sinne bereits viele Heilungsvorgänge nach Operationen und den Verlauf typischer Krankheiten wie z.B. Parodontitis. Oftmals ist die Wundheilung, auch z.B. nach Zahnentfernung oder Implantateinheilung, gestört, oder entzündliche Zahnbetterkrankungen zeigen ungünstigere Verlaufsformen.
Ein frühzeitiger Verlust von Implantaten ist für einen Raucher nicht ungewöhnlich. Auch sind bei Rauchern die Ergebnisse nach einer Parodontitisbehandlung deutlich schlechter.

Neben diesen zum Teil gravierenden Auswirkungen finden sich weiterhin eine Vielzahl von Mundschleimhautveränderungen, aber auch Verfärbungen der Zähne und Speichelveränderungen.

Diese schwerwiegenden Folgen machen eine umfangreiche Aufklärung von Patienten notwendig. Ziel muß es dabei sein, insbesondere die Aufklärung durch den behandelnden Zahnarzt in den Praxen zu fördern. Dies ist das Ergebnis einer entsprechenden Arbeitsgruppe innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, die sich in den letzten drei Jahren mit dieser Thematik intensiv auseinandergesetzt hat. Neben der Überzeugung bisheriger Raucher, den Glimmstengel für immer erlöschen zu lassen, muß die Aufmerksamkeit aber im gleichen Maße auf die Gruppe der "noch" nicht rauchenden Jugendlichen gerichtet werden, um bei diesen gar nicht erst den Appetit auf die erste "echte" Zigarette entstehen zu lassen.

Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.
Lindemannstr. 96 40237 Düsseldorf
Telefon : 0211 / 67 59 55 Fax : 0211 / 69 101 99
Internet: http://www.dgzmk.de E-Mail : info@dgzmk.de

Weitere Informationen:


Markus Brakel, Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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