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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 15.11.05

Stutenmilch kann bei Neurodermitis helfen

Wissenschaftler der Universität Jena testeten Trinkkur als neue Behandlungsoption

Jena (15.11.05) Stutenmilch wird im asiatischen Raum seit Jahrhunderten bei entzündlichen Erkrankungen verwendet. Heute ist bekannt, dass die Milch antibakterielle, entzündungshemmende und das Immunsystem aktivierende Inhaltsstoffe enthält. Wegen dieser Eigenschaften haben Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena getestet, wie Stutenmilch als therapieunterstützendes diätetisches Lebensmittel bei Neurodermitis wirkt. Es ist die weltweit erste kontrollierte klinische Studie zum Einfluss der Stutenmilch bei dieser entzündlichen Hauterkrankung. Die Untersuchung, die vom Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen eines InnoRegio-Projektes gefördert wurde, ist am Institut für Ernährungswissenschaften in Zusammenarbeit mit der Hautklinik der Friedrich-Schiller-Universität durchgeführt worden.

23 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis tranken über einen Zeitraum von vier Monaten täglich jeweils 250 ml Stutenmilch und ebenso lang eine Vergleichsmilch. Monatlich wurde das Hautbild der Patienten an Hand eines anerkannten Bewertungsschemas (SCORAD) dermatologisch untersucht. Außerdem beurteilten die Patienten ihre subjektive Empfindung hinsichtlich des Juckreizes und der Schlafstörungen, die durch die Neurodermitis verursacht wurden.

Bei Patienten, die die Stutenmilch tranken, nahm der Schweregrad der Neurodermitis ab - nach 12 Wochen statistisch gesichert, nach 16 Wochen tendenziell. In der Vergleichsmilchphase war hingegen keine Veränderung zu verzeichnen. Bei einem Drittel der Patienten besserte sich der Schweregrad der Neurodermitis nach Stutenmilcheinnahme um 30 %. "Da es sich bei der Stutenmilch um ein Lebensmittel handelt, kann dieses Ergebnis als sehr positiv bewertet werden", betont Projektleiter PD Dr. Rainer Schubert. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass nicht alle Patienten von der Stutenmilch-Trinkkur profitierten. "Dies ist vergleichbar mit der Wirkung von Medikamenten, auf die auch nicht alle Patienten gleichermaßen ansprechen", sagt der ärztliche Leiter der Studie Dr. Martin Kaatz.

Um diese ersten Anhaltspunkte für einen positiven Einfluss von Stutenmilch auf die Neurodermitis zu untermauern, die Wirkmechanismen zu identifizieren und die Gruppe der Patienten genauer zu definieren, die von einer Trinkkur profitiert, sind weitere Studien und eine intensive Auswertung der bereits gewonnenen Daten notwendig.

Kontakt:
Projektleiter: PD Dr. Rainer Schubert
Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Dornburger Str. 24, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949617, Fax: 03641 / 949612
E-Mail: b5rasc@uni-jena.de


Axel Burchardt, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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