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Universitätsklinikum Heidelberg, 22.06.06

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Universitätsklinikum Heidelberg, 22.06.06

Straffe Organisation rettet Leben

Luftrettung und bodengebundener Rettungsdienst arbeiten bei der Versorgung von Notfallpatienten Hand in Hand.
Bild: Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg.

Nur fünf Minuten dauert es in Heidelberg, bis der Notarzt eintrifft, im Umland maximal 15 Minuten. Wer einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidet oder schwer verletzt wird, braucht zunächst schnelle und qualifizierte Hilfe am Boden oder aus der Luft. Danach kommt es auf die kompetente Notfallversorgung in der Klinik an.

An der Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Eike Martin) wurde jetzt unter Leitung von Privatdozent Dr. André Gries eine spezielle "Sektion Notfallmedizin" eingerichtet, die für eine optimale Versorgung der Notfallopfer in der Chirurgischen Klinik sorgt. Damit bündelt die Klinik, die auch für einen Großteil der Einsätze im Rhein-Neckar-Raum zuständig ist, ihre speziellen Kompetenzen in der Notfallversorgung.


Zeitspanne bis zur Notoperation wurde auf 50 Minuten halbiert

"Es ist uns gelungen, die Zeitspanne von der Aufnahme bis zum Beginn der Notfalloperationen seit 2004 auf rund 50 Minuten zu halbieren", berichtet Dr. Gries. Für die rund 300 jährlich aufgenommenen Notfallpatienten, von denen drei Viertel in akuter Lebensgefahr schweben, ist dieser Zeitgewinn von größter Bedeutung. Auch Patienten, die als Notfälle aus den Intensiv-Stationen der anderen Heidelberger Universitätskliniken kommen, nützt die straffe Organisation.

13 Ärzte - drei sind im Notarztwagen unterwegs, zehn versorgen die chirurgische Notaufnahme - arbeiten nach standardisierten Verfahren Hand in Hand. Herzstück ist der auf höchstem Niveau ausgestattete "Schockraum". Unter Unterstützung von Fachpflegekräften kooperieren hier Chirurgen, Anästhesisten, Radiologen und ein Laborteam von der Diagnose bis zur Operation und Therapie.
4.000 Notfallpatienten pro Jahr / 600 Einsätze mit dem
Rettungshubschrauber

Rund elf Mal am Tag wird ein Anästhesist, zu dessen Fachgebiet die Narkose, Schmerztherapie, Intensiv- und Notfallmedizin gehören, vom Klinikum als Notarzt zum Einsatz geschickt. 4.000 Patienten werden so pro Jahr versorgt. Neben der Leitung des bodengebundenen Notarztsystem des Universitätsklinikums hat Dr. Gries auch die ärztliche Leitung des Luftrettungszentrums Mannheim inne: Das Luftrettungszentrum der Deutschen Rettungsflugwacht e.V. (DRF) am Mannheimer Flughafen fliegt jährlich etwa 600 Einsätze mit dem Rettungs-Hubschrauber "Christoph 53". "In enger Kooperation entwickeln wir neue Versorgungskonzepte in der Notfallmedizin, z.B. zur unmittelbaren Behandlung eines Herzinfarkts durch ein Mittel, das Blutgerinnsel auflöst", erklärt Dr. Gries.

Intensive Aus- und Weiterbildung und Forschungsprojekte

Zum Konzept der Sektion gehört auch die intensive Aus- und Weiterbildung von Notärzten, Ärzten und Pflegern. Sie lernen, mehrere Schwerverletzte gleichzeitig zu versorgen, die eigene hohe emotionale Belastung zu verarbeiten verletzte Kinder zu behandeln. Der "Arbeitskreis Notfallmedizin" der Heidelberger Klinik für Anästhesiologie bietet außerdem zahlreiche Fortbildungen an, bei denen Ärzte selten angewendete Operationstechniken üben können.

Auch für notfallmedizinische Forschungsarbeiten, z.B. zu den Themen "Luftrettung bei Nacht" und "Einsatzrealität im Notarztdienst" ist die Sektion künftig zuständig. Ein weiteres Projekt zur besseren Akutversorgung von Herzpatienten wird gemeinsam mit der Abteilung Kardiologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg durchgeführt: ist die Weiterentwicklung des Versorgungskonzeptes für Patienten mit akuter Herzenge.

Ansprechpartner:
Privat-Dozent Dr. André Gries
Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg
Tel.: 06221/56-6351 (Sekretariat)
E-Mail: andre.gries@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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