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Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 19.08.03

Sonne und ihre Nebenwirkungen

In der warmen Jahreszeit zieht es die Menschen immer wieder ins Freie - vor allem in die pralle Sonne. Oft ist ein Sonnenbrand die schmerzhafte Folge. Wie man sich am besten schützt und wie man neuerdings die verbrannte Haut wieder heilen kann, weiß Prof. Dr. Jean Krutmann.

"Die Praxen werden im Augenblick überlaufen, im Institut gibt es viele Anfragen aus der Bevölkerung. Das Thema Sonnenbrand und Sonnenschutz ist ein Dauerbrenner", so Krutmann zur aktuellen Lage. Doch die Warnungen der Mediziner stoßen immer noch auf taube Ohren - viele lassen sich weiterhin zum Sonnenbaden verleiten. Verständlich, denn wenn wir in der Sonne liegen geht es uns gut. Verantwortlich dafür sind die Glückshormone (Endorphine), die unsere Haut bei UV-Bestrahlung produziert. Außerdem sieht ein brauner Teint schön und gesund aus.

Aber der Leiter des Instituts für Umweltmedizinische Forschung (IUF) an der Heinrich-Heine-Universität stellt klar: "Es gibt keine gesunde Bräune". Nicht nur, dass die Haut schneller altert und das Immunsystem geschwächt wird, auch wird die Erbsubstanz unserer Hautzellen geschädigt. Zwar verfügt unser Körper über ein Reparatursystem, das in der Lage ist, entstandene Schäden zu beheben. Doch wenn es mit den Ausbesserungen nicht mehr nachkommt, ist die Schädigung von Dauer. Ein Anzeichen dieser Systemüberlastung ist der Sonnenbrand. Und mit jedem weiteren steigt die Wahrscheinlichkeit, an Hautkrebs zu erkranken.
Wie aber kann man sich schützen? Getreu dem Motte "Vorbeugen ist besser als heilen" rät der Umweltmediziner, sich im Schatten aufzuhalten und alle eineinhalb bis zwei Stunden dick mit Sonnenschutzmittel einzucremen. Dabei sollte auf den Lichtschutzfaktor geachtet werden. "Sonnenschutz fängt bei Faktor 15 bis 20 an, bei Kindern 30 bis 40", so Krutmann. Denn die Lotionen werden unter Idealbedingungen getestet, so dass sich bei der alltäglichen Anwendung der Schutz durch Abrieb, Schweiß und Wasser halbiert.
Auch durch gesunde Ernährung kann man einem Sonnenbrand vorbeugen. So konnte nachgewiesen werden, dass durch den Verzehr von täglich 40g Tomatenmark ein körpereigener Lichtschutzfaktor von zwei bis drei aufgebaut wird. Wer dem roten Brei nicht so zugetan ist, kann auch mit Äpfeln oder grünem Tee Vorlieb nehmen, die laut Krutmann eine vergleichbare Wirkung haben.
Aber was tun, wenn die Haut bereits glüht? Linderung verschafft hier ein Aftersun Produkt, das nicht nur kühlt, sondern auch die entstandenen Schäden beheben kann. Entwickelt wurde es vom IUF in Kooperation mit der der Hautklinik der Heinrich-Heine-Universität. Diese Lotion schafft es mit Hilfe von Enzymen, die Schwächung des Immunsystems aufzuheben und 50 Prozent der Zellschädigungen zu reparieren.
Aber nicht nur die UV-Strahlung belastet unsere Haut. Studien des IUF beweisen, dass auch die bisher als harmlos eingestufte Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) eine negative Wirkung hat. Sie verursacht den Abbau von Collagen in der Haut, wodurch das Bindegewebe geschwächt wird.
Krutmann rät daher dringend nicht nur vom Sonnenbaden, sondern auch vom Gang ins Solarium und in Wellnessoasen mit Infrarotlicht ab.
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Jean Krutmann (0211)-3389224 zur Verfügung.


Dr. Victoria Meinschäfer, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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