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Universität Hohenheim, 26.09.07

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Universität Hohenheim, 26.09.07

Sicher gelandet - die tierischen Weltraumtouristen der Universität Hohenheim sind zurück

Sicher gelandet: Das Spezialaquarium in der mannshohen Kapsel
Universität Hohenheim

Weltraumtourist: Die Buntbarsche flogen im Larvenstadium
Universität Hohenheim

Sachte setzt die Satelliten-Kapsel an Fallschirmen in Kustanai (Quostanai) im Norden Kasachstans auf. An Bord der mannshohen Kugel: ein silberner Würfel, etwa so groß wie vier Schuhkartons. Erleichtert atmen Prof. Dr. Reinhard Hilbig und PD Dr. Ralf Anken auf: Schon einmal hatten sie 30 Fische zu Forschungszwecken in Richtung All geschickt - doch bei der Landung verglühte das Space-Shuttle Columbia in einer der größten Katastrophen der Raumfahrt.

Zwölf Tage lang ist der Silberwürfel die Heimat für die am russischen Weltraumbahnhof in Baikonur auf die Reise geschickten Buntbarsche gewesen. Als Lebenserhaltungssystem hatten die Wissenschaftler gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Ökophysiologie der Pflanzen in Erlangen sowie der Firma Kayser-Threde in München ein neues aquatisches Lebenserhaltungssystem (Spezialaquarium) entwickelt. Darin befanden sich neben den Fischen noch Algen, die den lebensnotwendigen Sauerstoff für die Fische produzierten.


"Der schwierigste Part ist überstanden", kommentierte Prof. Dr. Reinhard Hilbig, als er vor wenigen Minuten den Container mit den Fischen vom Bergungsteam in Empfang nahm. Tatsächlich hatte das Landemanöver den Forschern die geringste Sorge gemacht. "Aus anderen Tests - zum Beispiel Experimenten am Fallturm oder bei Parabelflugexperimenten - haben wir gelernt, wie widerstandsfähig diese kleinen Fische sind", erläutert PD Dr. Ralf Anken.

"Noch gestern sind unsere kleinen Weltraumtouristen im Video aus dem All munter umhergeschwommen und haben auch einige kleine Loopings gedreht - wie das kleine Fische eben tun - der Downlink war eindeutig!", berichtet Ralf Anken.

Im nächsten halben Jahr werden Ralf Anken und Reinhard Hilbig mit der Auswertung der Ergebnisse aus dem Forschungsexperiment beschäftigt sein. Untersucht werden die Schweresteinchen im Innenohr der Fische beziehungsweise deren Entwicklung/Wachstum während des Aufenthalts im All.

Doch der Weltraum hat noch immer keine Ruhe vor fischigen Besuchern. Bereits im November ziehen Hohenheimer Fische wieder die Raumanzüge an, um mit einer kleinen Rakete in 250 Kilometern Höhe sechs Minuten lang die Schwerelosigkeit zu erleben. "Bei diesem Flug geht es vor allem darum, die Fische beim Übergang in die Schwerelosigkeit zu filmen. Auch wollen wir wissen, wie schnell sie sich anpassen", so Anken.

Hintergrund
Ziel der Forschung an den Gleichgewichtsorganen der Fische sind neue Erkenntnisse, die unter anderem das Phänomen von Gleichgewichtsstörungen einer Klärung näher bringen sollen. Damit ließen sich möglicherweise Therapiemöglichkeiten für bisher weitgehend unerklärbare Krankheiten der Gleichgewichtssinne entwickeln, von denen zahllose Menschen betroffen sind. Bei entsprechenden Krankheiten leiden die Patienten unter schlagartig auftretendem Schwindel und Orientierungslosigkeit sowie Unwohlsein. Verantwortlich dafür sind vermutlich winzige Steinchen im Innenohr, die sogenannten Otolithen, die uns - unter Einbezug visueller Information - unsere dreidimensionale Lage im Raum vermitteln.

Für die Grundlagenforschung am Innenohr werden die Untersuchungen an Fischen durchgeführt, weil der Bereich im Ohr, der für die Schwerkraftwahrnehmung verantwortlich ist, bei Fischen genau wie beim Menschen funktioniert - nur dass Ohrsteinchen beim Fisch wesentlich größer sind, da er sich unter Wasser orientieren muss.

Kontaktadresse:
apl. Prof. Dr. rer. nat. Reinhard Hilbig, Universität Hohenheim, Fachgebiet Zoologie - Bereich Neuro- und Entwicklungsbiologie
Tel.: 0711 459-23349, E-Mail: rhilbig@uni-hohenheim.de

PD Dr. rer. nat. Ralf Anken, Universität Hohenheim, Fachgebiet Zoologie - Bereich Neuro- und Entwicklungsbiologie
Tel.: 0711 459-24020, E-Mail: anken@uni-hohenheim.de


Florian Klebs, Universität Hohenheim
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Fische (Pisces) sind wechselwarme, fast ausschließlich im Wasser lebende Wirbeltiere mit Kiemen. Etwa die Hälfte aller Wirbeltierarten sind Fische, die ältesten bekannten Fossilien sind rund 450 Millionen Jahre alt. Man unterscheidet Knorpelfische (Chondrichthyes), zu denen unter anderem die Haie und Rochen zählen, und Knochenfische (Osteichthyes), die alle anderen Fische umfassen. Zwei weitere Fischtaxa, die Panzerfische (Placodermi) und die Stachelhaie (Acanthodii), sind ausgestorben. Wikipedia


 

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Das Innenohr (Auris interna) ist ein Teil des Ohres bei Wirbeltieren. Es besteht aus der Hörschnecke (lat.: Cochlea) und dem Gleichgewichtsorgan. Wikipedia


 

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