Hilfe: Sie befinden sich auf...

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, 28.02.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, 28.02.07

Dem Schwarzen Tod auf der Spur: Neues Analysegerät identifiziert Pest-Erreger auch ohne Labor

Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung haben gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Industrie ein Diagnosegerät entwickelt, mit dem Pest-Bakterien auch außerhalb von Laboren zuverlässig identifiziert und mengenmäßig bestimmt werden können.

Der Schwarze Tod war der Schrecken des Mittelalters. Im 14. Jahrhundert starben etwa 20 Millionen Menschen in Europa an der Pest. Epidemien solch gigantischen Ausmaßes verursacht der Pest-Erreger heute dank guter Antibiotika zwar nicht mehr. Doch vor allem in Entwicklungsländern kommt es immer wieder zu begrenzten Ausbrüchen der Seuche. Um sie schnell einzudämmen, ist eine frühzeitige und exakte Diagnose direkt vor Ort überlebenswichtig.

Yersinia pestis, so der lateinische Name des Pest-Bakteriums, benutzt ein ganz spezifisches Eiweiß, um die Immunabwehr seiner Wirtstiere oder des Menschen zu umgehen: Ein Protein mit der Bezeichnung YPF1 verhindert an der Oberfläche des Bakteriums, dass die Fresszellen des Immunsystems den Eindringling aufnehmen und damit unschädlich machen. Yersinia pestis kann sich dann ungehindert im Körper vermehren und verursacht schwere Krankheitssymptome.


Die Braunschweiger Wissenschaftler haben nun ein anderes Molekül - einen Antikörper, der an YPF1 bindet - nutzbar gemacht, um das Pest-Bakterium in einem einfachen und handlichen Analysegerät nachzuweisen. Der Trick: Sie veränderten den Antikörper derart, dass er zusätzlich zu seiner Verbindung mit dem Protein YPF1 auch noch an winzige magnetische Perlen andockt.

Bei einem Verdachtsfall auf Pest entnimmt der Arzt dem Patienten Körperflüssigkeit wie zum Beispiel Blutserum. Wie er das gefährliche Bakterium nachweist, beschreibt Projektleiter Professor Mahavir Singh vom Helmholtz-Zentrum: "Nachdem alle in der Probe enthaltenen Zellen zerstört worden sind, gibt der Arzt die modifizierten Antikörper und die Magnetperlen hinzu. Dadurch entstehen im Gemisch Gebilde aus drei Teilen: Pestprotein - Antikörper - Magnetperle. Im Diagnosegerät koppeln sich diese Komplexe an eine speziell beschichtete Oberfläche an und werden einem Magnetfeld ausgesetzt. Ein Detektor misst anschließend nicht nur, ob Pestproteine in der Lösung vorhanden sind, sondern kann auch ihre Konzentration bestimmen. Damit lässt sich die Schwere der Erkrankung diagnostizieren."

Das neue Verfahren verspricht Hilfe dort, wo sie am nötigsten ist: Die meisten Pest-Erkrankungen treten in Ländern mit schlechter medizinischer Infrastruktur wie beispielsweise Indien auf. Bisher waren für eine eindeutige Diagnose aufwändige Laborarbeiten notwendig - in ländlichen Gebieten des Subkontinents undenkbar. Singh: "Das neue System soll direkt vor Ort eingesetzt werden. Dafür werden unsere Kooperationspartner das Gerät in den kommenden Monaten bis zur Serienreife weiterentwickeln." Dann lässt sich auch in abgelegenen Landstrichen ein Ausbruch der Pest schnell feststellen - und mit Antibiotika eine Epidemie verhindern.

Quelle

Originalartikel: Martin H.F. Meyer, Matthias Stehr, Sabin Bhuju, Hans-Joachim Krause, Markus Hartmann, Peter Miethe, Mahavir Singh and Michael Keusgen: Magnetic biosensor for the detection of Yersinia pestis. Journal of Microbiological Methods, Volume 68, Issue 2. February 2007, Pages 218-224 Die Publikation ist online einsehbar unter www.sciencedirect.com

Weitere Informationen:


Manfred Braun, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Kleinkinder mit Diabetes: Studie zeigt Vorteile von Insulinpumpen 
 Ein Stift misst den Sauerstoffgehalt im Blut