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Universitätsklinikum Heidelberg, 28.07.06

Ein schneller und sicherer Bluttest auf Herzinfarkt

Professor Dr. Hugo A. Katus wurde von der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Chemie für seine bahnbrechende Entwicklung in der Herzinfarktdiagnostik geehrt

Professor Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Ob ein Patient einen Herzinfarkt hatte, kann heute mit einem einfachen Bluttest rasch festgestellt werden. Für die Entwicklung und klinische Einführung des Standardtests auf das Buteiweiß Troponin T in den achtziger Jahren, die eine Revolution in der Diagnostik des Herzinfarkts bedeutete, ist Professor Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, von der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Chemie geehrt worden. Im Rahmen ihrer Jahrestagung erhielt er am 24. Juli 2006 den "Preis für herausragende Leistungen in der Klinischen Chemie", den "Award for Outstanding Contributions to Clinical Chemistry".


Der Herzinfarkt ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Herzinfarkte entstehen durch den Verschluss oder die gefährliche Verengung eines arteriosklerotisch veränderten Herzkranzgefäßes. Durch die mangelhafte Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzmuskels sterben die Herzmuskelzellen ab. Bei frühzeitiger Diagnose stehen heute sehr wirksame Behandlungsmethoden durch Medikamente und Herzkatheter zur Verfügung, die irreversible Schäden begrenzen können.

Frühere Bluttests waren langsam und nicht spezifisch

Die Diagnostik des Herzinfarkts ist allerdings nicht einfach. Typische Herzschmerzen (Angina pectoris) finden sich nur bei der Hälfte aller Patienten und haben alleine keine Beweiskraft. Das EKG ist ebenfalls nur bei der Hälfte aller Infarktpatienten eindeutig verändert. Daher kommt Bluttests ein hoher Stellenwert zu. Noch vor 20 Jahren wurde der Herzinfarkt durch Messung von Enzymen im Blut festgestellt, die aber nicht herzspezifisch sind und auch bei gesunden Personen im Blut vorkommen, so dass nur ein deutlicher Anstieg die Diagnose sichern half.

Bereits 1979 hat Professor Katus an der "Harvard Medical School" in Boston begonnen, empfindliche Bluttests zu entwickeln und - zurückgekehrt nach Heidelberg - das Eiweiß Troponin T gefunden, das nur im Herzmuskel vorkommt, bei seiner Schädigung ins Blut übertritt und im Blut gesunder Menschen nicht zu finden ist. Zusammen mit der Firma Boehringer Mannheim (heute Roche Diagnostics) optimierte er die Messverfahren, so dass dieser Test heute weltweit als Schnelltest eingesetzt werden kann.

Troponin-T-Test zeigt Infarktrisiko auch bei normalem EKG an

In großen multizentrischen Studien konnte Professor Katus belegen, dass die Troponin-T-Messung empfindlicher und genauer für die Herzinfarktdiagnostik ist als Enzymmessungen. Darüber hinaus stellte er fest, dass Patienten mit einem erhöhten Troponin T auch bei völlig normalem EKG eine hohe Sterblichkeit haben und von einer Hemmung der Blutgerinnung und Herzkatheterbehandlung profitieren. Aufgrund dieser Ergebnisse haben die kardiologischen Fachgesellschaften in Europa und den USA die Troponinerhöhung zum Goldstandard der Infarktdiagnostik erklärt.

Kontakt:
Professor Dr. Hugo A. Katus:
Telefon: 06221 / 56 8670 (Sekretariat)
E-Mail: sekretariat.katus@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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