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Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes..., 27.10.07

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Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes..., 27.10.07

Schlagworte

Juckreiz, Schmerz

Schmerz und Juckreiz: Zwei verschiedene Paar Schuhe

Gegenseitiger Einfluss

"Akuter Juckreiz hat wie akuter Schmerz eine wichtige Warnfunktion: Er macht auf Fremdkörper oder Parasiten auf der Haut aufmerksam", erklärte Dr. Ständer. Chronischer Juckreiz dagegen, der länger als sechs Wochen andauert, weist auf innere, Nerven- oder Hautkrankheiten hin. "Wir schätzen, dass etwa acht bis zehn Prozent der Deutschen von chronischem Pruritus betroffen sind", so Dr. Ständer. Diabetes, Nieren- und Lebererkrankungen, Eisenmangel oder psychische Erkrankungen können das Jucken auslösen. Die Mechanismen, die zur Juckreizentstehung führen, sind nur zum Teil bekannt und erforscht - die Juckreizforschung ist im Vergleich zur Schmerzforschung ca. 20 Jahre jünger.

Juckreiz blockieren im Rückenmark

"Wir wissen aber jetzt, dass im Rückenmark schmerzleitende Nervenbahnen die Weiterleitung von Juckreiz verhindern können", so Dr. Ständer. Diese schmerzleitenden Bahnen können durch Opioi-de blockiert werden. Dadurch kann wiederum die Juckreizwahrnehmung gesteigert werden. Diesen Juckreiz kann man mit Opioidantagonisten therapieren, die die Wirkung von Opioiden blockieren. "Hier bestehen also gegensätzliche Mechanismen", erklärte die Spezialistin für Neurodermatologie. Ein ähnlicher Mechanismus ist für die Substanzen Gabapentin und Pregabalin bekannt, die auf die gleiche Weise wirken wie der körpereigene Nervenbotenstoff Gamma-Aminobuttersäure (GABA): Sowohl die Nervenzellen der Schmerz- als auch die der Juckreizleitungsbahnen sind empfindlich dafür. Gabapentin und Pregabalin können die Weiterleitung von Juckreiz im Rückenmark aufhalten.

Studien fehlen

Studien zum optimalen Einsatz von Medikamenten gegen Juckreiz gibt es noch kaum, einheitliche Empfehlungen können die Spezialisten wegen der vielen verschiedenen Ursachen für Juckreiz nicht aussprechen. "Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass Juckreiz eine eigenständige Empfindung ist: Es bestehen eindeutige Unterschiede zum Schmerz", unterstrich Dr. Ständer. "Juckreiz ist aber vom Schmerz beeinflussbar und nicht vollständig von ihm zu trennen."

Ansprechpartnerin

PD Dr. Sonja Ständer, Klinische Neurodermatologie, Universitätsklinikum Münster, Von-Esmarch-Str. 58, Tel.: 0251/83-56501, Fax.: 0251/83-56522, E-Mail: sonja.staender@uni-muenster.de


Meike Drießen, Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Pruritus (lat. prurire = jucken) bezeichnet eine unangenehme Empfindung (Juckreiz) der Haut, die Kratzen provoziert. Oft ist der Juckreiz das Symptom für eine Erkrankung. Die Botenstoffe (Mediatoren), die den Juckreiz auslösen, wie Histamin, welches beispielsweise von Makrophagen freigesetzt wird, können aber auch durch Medikamente (z.B. Hydroxyethylstärke), Nahrungsmittel, Allergene, Pflanzen- oder Insektengifte und ähnliches freigesetzt werden. Chronische Formen des Pruritus sind oft therapieresistent. Wikipedia


 
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Der Schmerz (von althochdeutsch smerzo) (lat. dolor) ist eine komplexe Sinnesempfindung, oft mit starker seelischer Komponente. Im einfachsten Fall wird die Erregung von Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) über spezielle Nervenbahnen und den Thalamus an das Zentralnervensystem (ZNS) weitergeleitet und führt zur Schmerzwahrnehmung. Wikipedia


 

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