Hilfe: Sie befinden sich auf...

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 18.06.99

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen..., 18.06.99

Schleudertrauma: Das Tragen einer "Halskrause" schadet oft mehr als daß es nutzt

Nach einem Schleudertrauma sollte die Halswirbelsäule nur dann ruhiggestellt werden, wenn die Haltefunktion der Wirbelsäule stark beeinträchtigt ist. Dies raten Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft aufgrund neuer Untersuchungen.

Jährlich erleiden schätzungsweise 200.000 Menschen in Deutschland bei Auffahrunfällen ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule. Nacken- und Kopfschmerzen sind die Folge. Üblicherweise verordnen Ärzte in solchen Fällen das Tragen einer Halskrause, um die Halswirbelsäule ruhig zu stellen. Doch diese Maßnahme scheint den meisten Patienten mehr zu schaden als zu nutzen, stellen Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft fest. Wenn überhaupt, sollte die Ruhigstellung der Wirbelsäule darum so kurz wie möglich erfolgen.


"Neuere Untersuchungen belegen", so Privatdozent Dr. Matthias Keidel von der Neurologischen Universitätsklinik Essen, "daß diese Ruhigstellung die Dauer von Kopf- und Nackenschmerzen nach dem Unfall nicht verkürzt." Auf den Nackenschmerz kann sich diese Maßnahme sogar nachteilig auswirken. So haben beispielsweise norwegische Ärzte herausgefunden, daß Schleudertrauma-Patienten, die keine Halskrause erhalten hatten, ein halbes Jahr nach dem Unfall seltener über Schmerzen und Nackensteifigkeit klagten sowie bessere Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen zeigten als eine Vergleichsgruppe von Patienten, die zwei Wochen eine Halskrause getragen hatten und für diesen Zeitraum auch krank geschrieben worden waren.

"Nur wenn etwa die Wirbelkörper verletzt sind und der Arzt bei der Untersuchung massive Funktionsstörungen der Halswirbelsäule feststellt, ist die Ruhigsstellung zwingend erforderlich", erklärt Keidel. Doch auch dann ist die Halskrause wenig sinnvoll. Vielmehr müssen die Patienten in solchen seltenen Fällen mit einem Kopfhalteapparat versorgt werden, bei dem der Kopf in einer Fassung sitzt, die von einem Schulterjoch getragen wird.

Bei einem leichten Schleudertrauma empfehlen die Experten an Stelle der Ruhigstellung:
o Krankengymnastische Übungen, die der Patient auch zu Hause fortsetzen sollte
o Bei Bedarf Anwendung von Kälte oder Wärme
o Schmerztherapeutische Maßnahmen und Entspannungsübungen

"Nach dem Unfall sollten die Patienten von ihrem Arzt engmaschig überwacht werden, um über die körperliche Begründbarkeit einer Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit zu entscheiden", rät Keidel. Denn prinzipiell empfehlen die Experten eine frühzeitige Wiedereingliederung der Betroffenen in das Arbeitsleben.

Um den Verlauf der Beschwerden und Therapie-Ergebnisse objektiv bestimmen zu können, hat das Team des Essener Neurologen vor kurzem eine neue computergestützte Methode weiterentwickelt, die auch außerhalb spezialierter Zentren eingesetzt werden kann. Für diese Untersuchungen wurde Matthias Keidel nun mit dem mit DM 23.000,- dotierten europäischen MSEEG-Preis (Muscle-Spasm European Expert Group) ausgezeichnet. Der Preis, der erstmals nach Deutschland ging, wurde am vergangenen Wochenende in München im Rahmen eines internationalen Symposiums verliehen.

Für weitere Informationen:
PD Dr. Matthias Keidel
Neurologische Universitätsklinik Essen
Hufelandstraße 55
45147 Essen
Tel.: 0201-723-2364
Fax: 0201-723-5919


Pressestelle der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
Barbara Ritzert
ProScientia GmbH
Andechser Weg 17, 82343 Pöcking
Tel. 08157/93 97-0
Fax: 08157/93 97-97
e-mail: 100676.2433@compuserve.com

Weitere Informationen:


Dipl. Biol. Barbara Ritzert, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Mit Biosensoren und Datenbankanwendungen zur Selbständigkeit 
 Apotheker auf Station