Schlaganfall-Gesellschaft: TIA als Schlaganfallvorbote oft unerkannt
Die amerikanische REGARDS-Studie (Reasons for Geographic and Racial Differences in Stroke) untersucht, warum der Schlaganfall in den Südstaaten besonders häufig auftritt. Ein Grund ist, dass etwa die Hälfte aller Patienten, die schon einmal Schlaganfallsymptome hatten, danach nicht zum Arzt gingen. "Nicht alle transitorischen ischämischen Attacken (TIA) führen zu ausgedehnten Lähmungen einer gesamten Körperhälfte und anderen schwerwiegenden neurologischen Ausfällen. In den meisten Fällen sind die Symptome noch in weniger als einer Stunde wieder verschwunden", sagt Professor Dr. med. Martin Grond, Chefarzt am Kreiskrankenhaus Siegen und 1. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Die Zeichen einer TIA können sehr vielfältig sein: Plötzlich auftretende Symptome, die auf eine Minderdurchblutung hindeuten können, sind neben halbseitigen Lähmungen der Gliedmaßen auch plötzliche Sehstörungen, Sprachstörungen oder ein herabhängender Mundwinkel.
"Die amerikanische Studie zeigt, dass das Wissen um die Schlaganfallsymptome in der Bevölkerung zu gering ist", sagt Grond. Auch in Deutschland sei das nicht anders. Das zeigen die Erfahrungen der Ärzte in Klinik und Praxis. "Schlaganfall-Prävention und -Aufklärung muss so früh wie möglich beginnen. Denn die Folgen eines Schlaganfalls sind zu schwerwiegend, um sie auf die leichte Schulter zu nehmen", warnt Grond.
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