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Klinikum der Universität München, 31.01.07

Der sanfte Blick ins Herz: MRT kann Herzkatheter in vielen Fällen ersetzen

Garmisch-Partenkirchen/München, 31. Januar 2007. Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist nach wie vor die häufigste Todesursache in der westlichen Welt. Verengungen der Herzkranzgefäße führen dazu, dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird - Infarkt und plötzlicher Herztod können die Folge sein. Sowohl in der Früherkennung als auch in der Infarktdiagnostik spielt die Magnetresonanztomographie (MRT) eine immer größere Rolle. Als einziges Diagnoseverfahren kann sie Funktion, Vitalität und Morphologie des Herzens innerhalb eines Untersuchungsganges abklären - ohne Eingriff und Strahlenexposition. Zudem gelingt es mit der MRT erstmals, selbst kleine Infarkte an der Herzrückwand sicher zu erkennen. Aktuelle Entwicklungen der Kardio-MRT diskutieren Radiologen aus aller Welt derzeit auf dem Internationalen MRT-Symposium MR 2007 in Garmisch-Partenkirchen.


Die MRT, die sich vor allem als Methode der ersten Wahl bei angeborenen Herzfehlern und Herztumoren etabliert hat, setzt nun auch in der Diagnostik der koronaren Herzkrankheit neue Maßstäbe. Bislang müssen mehrere Untersuchungsverfahren eingesetzt werden, um ein klares Bild von der Krankheit zu gewinnen. Auf EKG, Echokardiografie und Szintigrafie folgt häufig noch die Herzkatheter-Untersuchung - ein Diagnosemarathon, der vermeidbar ist. "Mit der MRT können wir alle relevanten Fragestellungen in einem einzigen Untersuchungsgang abklären und ersparen dem Patienten damit unnötige körperliche und psychische Belastungen", so Prof. Maximilian Reiser, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie am Klinikum der Universität München. Gerade ein invasives Verfahren wie die Herzkatheter-Untersuchung sollte nur dann eingesetzt werden, wenn auch eine Intervention angestrebt wird. Dies ist jedoch lediglich bei ca. 50% der Patienten der Fall. Geht es um rein diagnostische Aspekte, so stellt die MRT eindeutig die Methode der ersten Wahl dar.


Neben der Früherkennung der koronaren Herzkrankheit kommt der MRT auch in der Postinfarktdiagnostik eine zentrale Bedeutung zu. Bei Nachweis und Beurteilung von Herzinfarkten ist sie allen anderen Untersuchungsmethoden weit überlegen. "Es gibt kein bildgebendes Verfahren, das Infarktnarben im Herzmuskel mit so hoher Empfindlichkeit zeigen kann wie die MRT", erläutert Dr. Bernd Wintersperger, MRT-Spezialist am Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München. "Erstmals können wir selbst kleinste Infarkte zuverlässig nachweisen und in ihrer Ausdehnung beurteilen - unabhängig davon, wann sie stattgefunden haben."

Technische Innovationen und neue Anwendungsmöglichkeiten der MRT in der Herzdiagnostik sind Schwerpunkte auf dem Internationalen MRT-Symposium MR 2007, das vom 1. bis 3. Februar in Garmisch-Partenkirchen stattfindet. Das bereits zum 12. Mal vom Institut für Klinische Radiologie des Klinikums der Universität München veranstaltete Symposium gehört mit inzwischen mehr als 1.300 Teilnehmern zu den größten seiner Art weltweit. Es referieren international führende MRT-Experten.

Ansprechpartner für Interviewanfragen:
Silke Stark & Katrin Lewandowski
ipse Communication
Tel.: 030 288846-22
Mail: s.stark@ipse.de, k.lewandowski@ipse.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 83.000 Patienten stationär und 371.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über 2.400 Betten. Von insgesamt 9000 Beschäftigten sind rund 1800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München zählt zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und hat im Jahr 2005 mehr als 55 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Das Klinikum der Universität München ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Informationen:


Philipp Kressirer, Klinikum der Universität München
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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