Hilfe: Sie befinden sich auf...

Ruhr-Universität Bochum, 12.03.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Ruhr-Universität Bochum, 12.03.04

RUB-Dermatologie: 15 Jahre Hautkrebszentrum - eine Bilanz

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart beim Menschen überhaupt. Entsprechend fällt die Bilanz des Hautkrebszentrums Nordrhein-Westfalen im Bochumer St. Josef-Hospital, Klinikum der RUB, aus: 1989 gegründet, haben die Bochumer Dermatologen um Prof. Dr. med. Peter Altmeyer in 15 Jahren etwa 150.000 Menschen auf Krebs untersucht und weit über 10.000 Patienten behandelt. Damit gehört es zu den weltweit größten Kompetenzzentren in diesem Bereich. In der Forschung setzen die Bochumer Dermatologen auf hochmoderne Medizintechnik, nicht invasive Operationsverfahren und Kleidung mit UV-Schutz, denn Vorbeugung und Früherkennung sind beim "schwarzen Krebs" das A&O.

Bochum, 12.03.2004
Nr. 77

15 Jahre Hautkrebszentrum Bochum - eine Bilanz
RUB-Dermatologie: Weit über 10.000 Patienten behandelt
Spitzenforschung: Kleidung mit UV-Schutz und intelligente Mikroskope

Bald ist wieder Frühling. Die Sonne kommt raus, die Kleidung wird luftiger - und Jahr für Jahr schlagen Dermatologen Alarm, dass der "schwarze Krebs" zunimmt. Hautkrebs ist die häufigste Krebsart beim Menschen überhaupt. Entsprechend fällt die Bilanz des Hautkrebszentrums Nordrhein-Westfalen im Bochumer St. Josef-Hospital, Klinikum der RUB, aus: 1989 gegründet, haben die Bochumer Dermatologen um Prof. Dr. med. Peter Altmeyer in 15 Jahren etwa 150.000 Menschen auf Krebs untersucht und weit über 10.000 Patienten behandelt. Damit gehört es zu den weltweit größten Kompetenzzentren in diesem Bereich. In der Forschung setzen die Bochumer Dermatologen auf hochmoderne Medizintechnik, nicht invasive Operationsverfahren und Kleidung mit UV-Schutz, denn Vorbeugung und Früherkennung sind beim "schwarzen Krebs" das A&O.


Bald jeder zweite betroffen

"Wir wissen, dass sich die Zahl der Hautkrebserkrankungen alle zehn Jahre verdoppelt", sagt Dr. Klaus Hoffmann, leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie der RUB. "Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass in den Industrieländern - bei der weißen Bevölkerung - jede zweite Person im Laufe ihres Lebens an einem Hautkrebs erkranken könnte." Vorbeugung und Früherkennung seien daher entscheidend, um größtmögliche Heilungserfolge zu erzielen. Rechtzeitig erkannt, stünden die Chancen gut, so Hoffmann: "95 Prozent der Patienten konnten wir im Hautkrebszentrum NRW geheilt entlassen."

Lasern statt schneiden

Dabei helfen nicht invasive Therapieverfahren, also Operationen ohne Skalpell - zum Beispiel mit moderner Lasertechnologie: "Den Tumor einfach hoch exakt abtragen, statt ihn und umgebendes gesundes Gewebe rauszuschneiden, das machen wir in unserem Zentrum für Lasermedizin mittlerweile 20 mal am Tag", sagt Prof. Altmeyer.

Das intelligente Auflichtmikroskop

Weltweit einmalige Möglichkeiten haben die Bochumer Ärzte, neue bildgebende Technologien zu entwickeln: Dabei arbeiten sie eng mit dem Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr (KMR) der RUB zusammen, außerdem mit Firmen, zum Beispiel der ZN Visiomed AG, einem Spin-Off der RUB. Schwerpunkt dieser Kooperationen ist, "intelligente" Auflichtmikroskope zu entwickeln, die in der Lage sein sollen, Ärzten zukünftig einen Diagnosehinweis zu geben. Diese Forschung wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Kleidung mit UV-Schutz

Weltweit führend sind die Bochumer Dermatologen in der Prävention: Nahezu im Alleingang entwickeln sie Kleidung mit eingebautem UV-Schutz, die die Wirkung von Sonnencreme und -blockern unterstützt und ergänzt. Unter Federführung von Dr. Klaus Hoffmann hat ein Forscherteam am Bochumer Hautkrebszentrum für diese Kleidung eine europäische und eine deutsche Norm (DIN) erarbeitet.

Grundlagenforschung made in Bochum

Grundlegende Forschungsarbeit leisten die Bochumer Dermatologen auf mehreren Gebieten - davon profitieren auch andere medizinische Disziplinen. So haben die Forscher zum Beispiel bereits vor zehn Jahren eine Technik eingeführt, den so genannten Schildwächter-Lymphknoten zu untersuchen: Dies ist der erste Lymphknoten im Körper, der Tumorzellen filtert. Nach seiner Entfernung können Ärzte in mikroskopischen Untersuchungen entscheiden, ob größere und schwere Operationen notwendig sind. Den Patienten bleiben so erhebliche Nebenwirkungen erspart. Diese Methode wird inzwischen auch in der Gynäkologie angewandt.

Neue onkologische Techniken

Ein Arbeitsgruppe um den onkologischen Oberarzt der Klinik, Prof. Dr. med. Norbert Brockmeyer, hat darüber hinaus eine Technik entwickelt, mit der Zytostatika (Zellgifte) an den eigenen Tumorzellen eines jeden Patienten getestet werden können, bevor eine eingreifende Chemotherapie beginnt. Die Klinik therapiert darüber hinaus als einzige in Deutschland Hautkrebspatienten mit Ganzkörper- und Teilkörper-Hyperthermiegeräten (Überwärmung): Das Tumorgewebe wird erwärmt, und weil seine Blutversorgung nicht so gut ist wie im gesunden Gewebe, sterben die Tumorzellen ab. Mit der Zytostatika- oder Teilkörper-Hyperthermie-Therapie ist es auch möglich, einzelne Extremitäten gezielt zu behandeln - dabei wird zum Beispiel ein Arm oder Bein von der Blutversorgung abgekoppelt (mit Hilfe einer Herzlungenmaschine).

10 Millionen Euro Forschungsgelder

In den ersten 15 Jahren sind allein zehn Millionen Euro an Forschungsgeldern aus Bundes- und Landesmitteln, der EU und der Deutschen Krebshilfe in die Hautkrebsforschung der Klinik geflossen. Für den Auf- und Ausbau des Hautkrebszentrums wurde Prof. Dr. Peter Altmeyer im Jahr 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.

Permanente Aufklärung

Aufklärung der Bevölkerung und Weiterbildung für Ärzte schreiben die Bochumer Dermatologen groß: Regelmäßig veranstalten sie internationale Kongresse, zum Beispiel für die WHO, den Club of Rome, die EU, im Auftrag der Bundes- oder Landesregierung. Der nächste Kongress findet morgen (13.3.) in Bochum statt, wo Ärzte verschiedener Fachgruppen über Therapie und Diagnostik in der "Dermatologischen Onkologie" diskutieren. Gemeinsam mit den Hautärzten in Bochum und dem Gesundheitsamt veranstaltete das Hautkrebszentrum bereits zehn mal die Aktionswoche "Schwarzer Krebs", die auch in diesem Jahr wiederholt wird. Darüber hinaus bietet das Hautkrebszentrum einmal im Jahr Ärzten eine Fort- und Weiterbildung zu Themen der Krebsforschung.

Weitere Informationen

Dr. Klaus Hoffmann, leitender Oberarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie im St. Josef-Hospital, Klinikum der RUB, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-1, E-Mail: K.Hoffmann@derma.de, Internet: http://www.derma.de/bochum

Weitere Informationen:


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Infektionsvorgänge untersuchen an "künstlicher" Haut 
 Ein Schalter in der Muskelzelle für verschiedene genetische Programme