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Universitätsklinikum Ulm, 23.03.07

Rolle von Makrophagen (Fresszellen) bei der Schuppenflechte enträtselt

Die Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und China konnte jetzt zeigen, dass Makrophagen/Fresszellen eine zentrale Bedeutung bei der Krankheitsentstehung der Schuppenflechte haben. Makrophagen/Fresszellen entwickeln sich im Knochenmark und beseitigen als eine Art Müllschlucker tote und abgestorbene Körperzellen wie auch Zelltrümmer - Mediziner nennen das "phagozytieren". Die Schuppenflechte galt lange Zeit als T-Lymphozyten vermittelte Erkrankung. Die Dermatologen konnten nun zeigen, dass neben den T-Lymphozyten (und anderen Immunzellen) auch zahlreiche Makrophagen/Fresszellen in der entzündlich erkrankten Haut nachweisbar sind.


Zusätzlich war in diesen von der Schuppenflechte befallenen Hautstellen auch die Konzentration des "Tumor Nekrose Faktors alpha" drastisch erhöht - ein Signalstoff, der u.a. auf Entzündungen und die Immunabwehr wirkt. Stark erhöht war auch die Konzentration eines spezifisch auf die Makrophagen wirkenden Lockstoffes. Diese innovativen Ergebnisse, die den Makrophagen in das Zentrum der Entsehung der Psoriasis rücken, erklären jetzt erstmalig den erfolgreichen Einsatz von sogenannten "Biologics". Diese biotechnologisch hergestellten Eiweiße sind körpereigenen Substanzen ähnlich oder können diese hemmen und können in verschiedene Regulationsmechanismen des Immunsystems eingreifen. Sie werden zur Neutralisierung des "Tumor Nekrosefaktors alpha" bereits erfolgreich in der Klinik zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt - jetzt kann man ihre Wirkungsweise besser verstehen.

Die Untersuchungen des Dermatologen-Teams haben gezeigt, dass an der Auslösung und Erhaltung der Schuppenflechte verschiedene Zellen der Haut beteiligt und unterschiedliche Signalwege miteinander verflochten sind. Sie konnten weitere Angriffsstellen für neue Therapien identifizieren, die in Zukunft bei der Behandlung von Patienten mit Schuppenflechte verwendet werden könnten. Dr. Honglin Wang aus China, der in der Universitätsklinik für Dermatologie wesentlich zur Erarbeitung dieser wichtigen Daten beigetragen hat, wurde für seine Promotion mit "Summa cum Laude" ausgezeichnet. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden 2006 in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.

Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine nur beim Menschen vorkommende häufige Hautkrankheit, bei der die Haut münzförmig oder in größeren Bereichen entzündet und mit weißlichen Schuppen bedeckt ist. Der Name Psoriasis ist abgeleitet vom griechischen Wort Psora = Krätze, da man früher an-nahm, die Schuppenflechte wäre eine Art der Krätze. Etwa 2-3 % der Bevölkerung in Mitteleuropa sind erkrankt und besonders in ihrer Lebensqualität betroffen. Bei der Schuppenflechte erneuern sich die Hautzellen der Oberhaut bis zu vier mal schneller als in gesunder Haut und lagern sich schließlich als fehlerhafter Endpunkt als weißliche Schuppen ab. Da ihre Zahl stark vermehrt ist, bilden diese Schuppen auf der Haut eine dicke weißliche Schicht. Die Krankheit hat eine genetische Komponente und wird als Autoimmunkrankheit eingestuft, da eine fehlgeleitete körpereigene Immunabwehr eine wesentliche Rolle spielt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung im Ulmer Stadthaus finden Sie im unten angegebenen Link.

Ansprechpartnerin ist Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Ärztliche Direktorin der Ulmer Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie. Tel: 0731 - 500 57501

Mit freundlichen Grüßen,

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm

Tel: 0731 - 500 43025
Fax: 0731 - 500 43026
E-Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Weitere Informationen:


Petra Schultze, Universitätsklinikum Ulm
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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