Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universität Leipzig, 14.06.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universität Leipzig, 14.06.04

"Zähneknirschern" kann geholfen werden

Tagungsbestpreis für Wissenschaftler der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde für die Verbesserung von Zahnschienen, mit denen Zähneknirschen und -pressen erfolgreich behandelt werden kann.

Eine Okklusionsschiene auf der unteren Zahnreihe

Muskuläre Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich gehen oft einher mit Zähneknirschen und -pressen. Ursache oder Wirkung ist nicht immer klar und für den Betroffenen zweitrangig. Helfen kann ein vom Zahnarzt angepasster Kunststoffüberzug, der fachsprachlich Okklusionsschiene heißt. Diese wird auf die Zähne aufgebracht und verhindert das Zähneknirschen dadurch, dass sie die Aktivität der Muskeln und damit die Überlastung senkt.

Für eine Okklusionsschiene nimmt der Zahnarzt einen Abdruck der oberen und unteren Zahnreihe des Patienten und stellt ein Modell sowie ein Registrat her, um den Zusammenbiss der Zahnreihen zu kennzeichnen. Das ist die Grundlage der Okklusionsschiene für eine der Zahnreihen, die genau an die 2. Zahnreihe angepasst sein muss. Die Schiene muss gut und fest sitzen (Retention) und darf sich während des Gebrauchs nicht ändern, damit die Anpassung an die 2. Zahnreihe (Okklusion) erhalten bleibt.


Üblicherweise stellt der Zahntechniker Schienen für den Zahnarzt entweder aus Kunststoffpulver und -flüssigkeit her (Heiß- oder Kaltpolymerisation) oder aus erwärmter Kunststofffolie (thermoplastisches Verfahren). Der Patient kann den Unterschied in der Herstellung daran erkennen, ob die Schiene sich mit leichter Kraft verbiegen lässt (thermoplastisches Verfahren) oder nicht (Polymerisation). In den Augen der Zahnärzte galt das Retentionsvermögen von thermoplastisch hergestellten Schienen lange Zeit als unzureichend. Sie standen im Ruf, nach kurzem Gebrauch nur noch wenig auf den Zähnen zu halten. Da die Patienten diese Art der Schienen aber als angenehmer empfinden, entwickelte man in den letzten Jahren Materialien, die diesen Nachteil nicht mehr besitzen sollen. Aber ist es wirklich so?

Das Team um Prof. Thomas Reiber und Prof. Holger Jakstat von der Poliklinik für Prothetik und Werkstoffkunde der Universität Leipzig untersuchte in aufwändigen Testreihen, ob die Art der Schienenherstellung auf die Retention während der Tragezeit einen merkbaren Einfluss hat. Zu diesem Zweck wurde in einer CAD/CAM-Maschine das Aufsetzen und Abnehmen der Schiene möglichst wirklichkeitsnah vorgenommen.

Dazu gehört, dass die Alterung der Okklusionsschiene simuliert wird. Das erreichten die Wissenschaftler durch wechselnde Lagerung in einem stark erwärmten und einem abgekühltem Wasserbad, dem sog. Thermocycling. Anschließend wurde die Qualität der mit unterschiedlichen Verfahren hergestellten Schienen bezüglich der Retention verglichen. Das Ergebnis bestätigte die Ebenbürtigkeit der thermoplastisch hergestellten Schienen.

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW) überzeugte das Experiment, das von Thomas Nelle, einem jungen Wissenschaftler der Leipziger Poliklinik vorgetragen wurde, so sehr, dass es mit dem Tagungsbestpreis ausgezeichnet wurde. Die Qualitätsuntersuchungen laufen weiter. Jetzt wollen die Wissenschaftler klären, ob auch die "Okklusion'', die Anpassung an die Gegenzähne, unabhängig von der Herstellungsvariante in der Tragezeit stabil bleibt.

Sollte auch dieses Ergebnis den Erwartungen entsprechen, könnten die Zahnärzte problemlos die als angenehmer empfundenen thermoplastisch hergestellten Okklusionsschienen anpassen.


weitere Informationen Dr. Thomas Reiber
Telefon: 0341 97-21300
E-Mail: prothetik@medizin.uni-leipzig


Dr. Bärbel Adams, Universität Leipzig
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Parkinson: Dopamin stimuliert Stammzellen - Auch beim Menschen nachgewiesen 
 Medizinische Spitzenleistung durch "Fundraising" sichern