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Universitätsklinikum Heidelberg, 06.08.07

"Keine Löcher stopfen, sondern etwas Neues schaffen"

Die neuen Studiengebühren werden an der Medizinischen Fakultät Heidelberg gezielt eingesetzt / Ausbildung von Tutoren für Kleingruppen-Unterricht

Tutoren höherer Semester betreuen Studierende aus niedrigeren Semestern in Kleingruppen.
Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Student füllen seit diesem Sommersemester zusätzlich die Kassen der Universitätsinstitute. Wie die Gelder effizient für die Verbesserung der studentischen Ausbildung eingesetzt werden können, zeigt die erfolgreiche Arbeit der Studiengebührenkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Hier entscheiden Studenten in enger Abstimmung mit dem Dekanat, welche Ideen wie umgesetzt werden. Das wichtigste neue Projekt ist die Ausbildung von Tutoren aus höheren Semestern, die Studenten niederer Semester in Kleingruppen betreuen.


Rund 716.000 Euro, die die Heidelberger Human- und Zahnmedizinstudenten im ersten gebührenpflichtigen Sommersemester 2007 gezahlt haben, fließen in neue Lehr-Projekte, Geräte und Materialien. Ein kleiner Anteil geht in einen Ausfallfonds, mit dem in Zukunft nicht getilgte Kredite zur Studienfinanzierung aufgefangen werden sollen, sowie in die Finanzierung der Infrastruktur wie Bibliotheken und Studienberatung.

"Von der Ideenfindung bis zur Umsetzung ist es ein langer Weg", sagt Julia Lübbert, Medizinstudentin im 6. Semester und Mitglied der Studiengebührenkommission. Mit den Geldern sollen keine Löcher gestopft, sondern Neues geschaffen werden: "Wir wollen die Lehre durch zusätzliche Projekte verbessern."

Betreuung in der Lehre verbessern / Neue Geräte und Materialien erleichtern das Studium

Das sogenannte Mentoren-Tutoren-Programm ist neu - nicht nur in Heidelberg, sondern im Blick auf ganz Deutschland. Ziel dieses Programmes ist eine bessere Betreuung in der Lehre für alle Studierenden der Medizinischen Fakultät Heidelberg. In Gruppen zu sieben Personen werden die Studierenden durch Tutoren aus einem höheren Semester in unterschiedlichen Themenbereichen, die hilfreich und relevant für das jeweilige Semester sind, unterrichtet (z.B. Lerntechniken, Zeitmanagement, Prüfungsvorbereitungen etc.). Die Tutoren haben zuvor durch erfahrene Mentoren Unterricht hinsichtlich der einzelnen Themengebiete, aber auch in Fragen der Didaktik, Kommunikation und Leitung von Gruppen erhalten. Alle Studierenden können sich darüber hinaus ab dem 5. Fachsemester ihren fachlichen Neigungen entsprechend unterschiedlichen Sozietäten anschließen, in denen sie von Mentoren über mehrere Semester hinweg fachspezifisch betreut werden.

Die Betreuung in der Lehre zu verbessern, ist ein wichtiges Ziel der Kommission Studiengebühren. So gibt es im Fach Biochemie weitere studentische Tutorien und der Erste-Hilfe-Kurs wurde ausgebaut. Für höhere Semester sind zusätzliche Angebote geplant, z.B. Vorbereitungskurse für die Doktorarbeit zu den Themen "Recherche" und "Datenerhebung".

Auch die Ausstattung hat sich verbessert: Auge, Leber und Herz können die Nachwuchsmediziner im Präparierkurs an neuen Modellen studieren. Der virtuelle Anatomiekurs liefert dank Computertomographie-Technik 3D-Bilder aus dem Inneren des Körpers und in "Anatomie am Lebenden" stehen neue Geräte wie Reflexhammer und Stethoskop zur Verfügung. Mit einem neuen Ultraschallgerät können sich die Studenten gegenseitig untersuchen.

Studenten beschäftigen sich verstärkt mit Lehre

"Seit der Gebühreneinführung denken wir Studenten uns stärker in die Seite der Lehre ein", sagt Kommissionsmitglied Dominic Lenz, Medizinstudent im 6. Semester. Das eigens eingerichtete "Forum Lehre" für die vorklinischen Semester versammelt Dozenten und Studenten, um gemeinsam Verbesserungsideen zu erarbeiten. "So konnten wir auch Änderungen durchführen, die kein oder nur sehr wenig Geld kosten", betont Dominic Lenz. Jetzt stehen bestimmte Vorlesungs-Skripte im Internet zur Verfügung und Studenten assistieren Dozenten beim Histologiekurs.

"Alle Medizinstudenten können Ideen einbringen und wir würden uns freuen, wenn diese Möglichkeit noch stärker genutzt werden würde", sagt Julia Lübbert. Ob in Informationsveranstaltungen, bei Treffen der "Arbeitsgemeinschaft Studiengebühren" oder per E-Mail: Die Gebührenzahler liefern Vorschläge, evaluieren umgesetzte Projekte und entscheiden, welche "ihr Geld wert sind" und fortgeführt werden.

"Wir haben keine Schwierigkeiten, das Geld sinnvoll einzusetzen"

Auch Priv.-Doz. Dr. Roman Duelli, Leiter des Studiendekanats der Medizinischen Fakultät Heidelberg, bewertet die Kooperation mit den Studenten als sehr erfolgreich und harmonisch. "Durch die Entwicklung der Reformstudiengänge Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) in der Humanmedizin sowie HeiCuDent in der Zahnmedizin ist es bei uns Tradition, dass sich Lehrende und Lernende gemeinsam mit Fragen der Lehre auseinandersetzen."

Insofern sei die Entwicklung der Zusammenarbeit, die sich jetzt an anderen Fakultäten abzeichnet, in der Medizin bereits vorweggenommen gewesen, sagt Studiendekan Professor Dr. Franz Resch. "Wir waren auf den Zufluss studentischer Gelder vorbereitet und haben deshalb keine Schwierigkeiten, das Geld sinnvoll einzusetzen."

Kontakt:
Studiendekanat der Medizinischen Fakultät
Sekretariat
Tel.: 06221 / 56 7399 o. 56 2716
E-Mail: studiendekanat@med.uni-heidelberg.de

Dominic Lenz, Julia Lübbert
E-Mail: contact@med.uni-heidelberg.de (Pressestelle)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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