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Universitätsklinikum Heidelberg, 22.06.05

Ein "Heißes Eisen": Mehr Wiederholungs-Operationen an der Hauptschlagader

Renommierte Gefäßchirurgen diskutieren bei der Heidelberger Tagung am 24. / 25. Juni über erneute Eingriffe an der Aorta

Dreidimensionale Darstellung eines Bauchaortenaneurysmas mit Computertomographie.
Abb.: Abteilung für Radiologie, DKFZ

Bereits zum 13. Mal treffen sich renommierte Gefäßchirurgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum traditionellen "Heidelberger Heißes Eisen". Am 24. und 25. Juni 2005 steht wie immer ein kritisches, aktuelles Thema auf der Tagesordnung: Großeingriffe an der Hauptschlagader machen im Verlauf zunehmend erneute Operationen, sogenannte "Redo-Operationen", erforderlich. Hintergrund ist die Anwendung neuer Techniken sowie die Materialermüdung von Gefäßprothesen.


Operationen an der Hauptschlagader (Aorta) nehmen insgesamt zu: In Deutschland leiden mehr als 200.000 Männer und Frauen über 65 Jahren an einer Aussackung der Bauchaorta (Aneurysma). Ist das Aneurysma größer als 5 Zentimeter, steigt das Risiko, dass die Schlagader platzt. Eine solche Ruptur überleben lediglich etwa 5 Prozent der Patienten. In Deutschland werden jährlich rund 6.000 Eingriffe wegen eines Aortenaneurysmas vorgenommen; eigentlich wären jedoch mehr als 40.000 Operationen erforderlich.

"In den vergangenen zehn Jahren konnten die Operationsergebnisse durch schonende minimal-invasive Operationstechniken verbessert werden", erklärt Professor Dr. Jens Allenberg, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Insbesondere für Notfallpatienten und alte Menschen mit hohem Operationsrisiko stellen die schonenden Eingriffe, bei denen so genannte Endoprothesen, draht-gestützte, sich selbst entfaltende Kunststoffprothesen, eingesetzt werden, eine Behandlungsalternative dar. Die Prothesen werden über einen kleinen Hautschnitt in der Leiste in die Schlagader eingebracht.

Der Umgang mit diesen extrem schwierigen Eingriffen wird von den Experten kontrovers diskutiert. Langzeitergebnisse mit Endoprothesen stehen noch nicht zur Verfügung. "Der Vorteil des schonenden Operierens muss derzeit noch mit einer Komplikationsrate von 10 bis 20 Prozent erkauft werden. In den meisten Fällen kann jedoch ein ebenfalls schonender Zweiteingriff das Problem lösen", so Professor Allenberg. Re-Operationen werden die Spezialisten zukünftig deshalb in vermehrtem Maße beschäftigen.

Bei der Heidelberger Tagung werden, unter Leitung von Prof. Dr. Jens Allenberg (Heidelberg) und Prof. Dr. Hans-Henning Eckstein (München), die Experten nach Lösungen suchen. Live-Übertragungen aus den Operationssälen in den Hörsaal der Chirurgischen Klinik und Vorträge im Deutschen Krebsforschungszentrum stellen die Basis für die Diskussion dar.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jens Allenberg
Telefon: 06221 / 56 62 49 (Sekretariat)
E-Mail: gefaesschirugie@med.uni-heidelberg.de

Weitere Information im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=1011
http://www.gchir.med.tu-muenchen.de

Weitere Informationen:


Dr. Annette Tuffs, Universitätsklinikum Heidelberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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