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Deutsche Krebshilfe e. V., 07.01.08

Prostatakarzinom: Forschungsverbund der Deutschen Krebshilfe veröffentlicht Ergebnisse

Bei der Entstehung von Prostatakrebs spielen die männlichen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle. Diese so genannten Androgene fördern die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron. Prostatakrebszellen besitzen in ihrem Zellkern Hormonbindungsstellen (Rezeptoren), an welche die Androgene andocken. Dadurch erhalten die Krebszellen das Signal, sich zu vermehren. Dieses Wachstum kann durch "Antihormone" medikamentös gehemmt werden. Dabei blockieren die Antihormone die Rezeptoren, so dass die Androgene nicht mehr daran binden. Manche Prostatatumoren können sich dieser antiandrogenen Wachstumsblockade jedoch entziehen. Wie dies auf molekularer Ebene geschieht, war bisher weitgehend unklar.


Forscher in Freiburg und Bonn haben dieses Phänomen nun aufklären können: Die Tumorzellen aktivieren stimulierende Enzyme - auch 'Hilfsfaktoren' oder Co-Aktivatoren genannt. Damit verstärken sie massiv die Aktivität der Androgenrezeptoren. Zugleich werden bestimmte Gene, die für das Krebswachstum notwendig sind, verändert. Dies führt dazu, dass die Tumorzellen trotz der Behandlung mit antiandrogenen Medikamenten überleben und wachsen. Die Krebszellen werden also gegenüber der Krebstherapie resistent.

Ein Ansatz der Wissenschaftler ist es nun, auch die Hilfsfaktoren chemisch zu hemmen. Im Labor ist es den Wissenschaftlern so bereits gelungen, das Wachstum von resistenten Prostatakrebszellen zu stoppen. Auf dieser Grundlage wollen die Forscher nun diese chemischen Hemmstoffe systematisch weiterentwickeln, um neue Medikamente gegen fortgeschrittene Prostatatumoren zu erhalten.

Die Arbeiten der beiden Forschergruppen unter der Leitung von Professor Dr. Roland Schüle, Zentrum für Klinische Forschung der Universität Freiburg, und Professor Dr. Reinhard Büttner, Institut für Pathologie der Universität Bonn, belegen die erfolgreiche Etablierung der translationalen Krebsforschung in den von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren in Freiburg und Köln/Bonn: "Durch die Verbindung von Grundlagenforschung mit histopathologischen und klinischen Daten können wir gegenwärtig verfügbare Krebstherapien optimieren und zugleich neue Medikamente beschleunigt entwickeln und zur klinischen Testung anwenden", so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

Informationen zu Prostatakrebs
Jährlich erkranken 48.650 Männer in Deutschland neu an einem Prostatakarzinom, etwa 11.000 sterben jährlich an dieser Krebserkrankung. Beim Prostatakarzinom werden langsam wachsende und aggressive, rasch metastasierende Verlaufsformen unterschieden. Wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist, wird er operativ entfernt. Alternativ oder auch ergänzend zur Operation kann der Tumor bestrahlt werden. Haben sich bereits Metastasen gebildet, werden Medikamente eingesetzt, welche die Wirkung der männlichen Sexualhormone und damit das Wachstum der veränderten Zellen blockieren. Der "Blaue Ratgeber Nr. 17" der Deutschen Krebshilfe erläutert allgemeinverständlich die Diagnose, Therapie und Nachsorge beim Prostatakrebs. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, und im Internet unter www.krebshilfe.de als PDF-Datei abrufbar.

Interviewpartner und Veröffentlichung auf Anfrage!

Bonn, 7. Januar 2008

Abdruck honorarfrei
Beleg erbeten

Weitere Informationen:


Dr. med. Eva M. Kalbheim, Deutsche Krebshilfe e. V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Die Prostata (von altgriechisch προστάτης prostátēs „Vorsteher, Vordermann“) oder Vorsteherdrüse ist eine akzessorische Geschlechtsdrüse aller männlichen Säugetiere einschließlich des Menschen und produziert einen Teil des Spermas. Sie liegt beim Menschen unterhalb (bei Tieren entsprechend hinter) der Harnblase und umkleidet den Anfangsteil der Harnröhre (Urethra) bis zum Beckenboden. Sie gleicht beim Mann in Größe und Form einer Kastanie. An die Rückseite der Prostata grenzt der Mastdarm (Rektum). Deshalb kann sie vom Enddarm aus mit den Fingern ertastet und beurteilt sowie in sexuellem Kontext auf diesem Weg stimuliert werden. Wikipedia


 

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Der Prostatakrebs (medizinisch: Prostatakarzinom; PCa), eine bösartige Tumorerkrankung, geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) aus. In Deutschland sterben knapp 3 von 100 Männern an Prostatakrebs.[1][2] Auch wenn der Wert relativ gering ist, gehört der Prostatakrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes: Er ist innerhalb der Gruppe der an Krebs gestorbenen Männer für etwa 10 Prozent der Todesfälle verantwortlich und stellt damit die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung nach Lungen- und Darmkrebs dar.[2] Wikipedia


 

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