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Universität Leipzig, 14.04.04

Presseführung: Vom orthopädischen Hufeisen bis zum Magengeschwür - das Pferd ganz menschlich

Spätestens im Mai beginnt die grüne Saison, der Pferdesport hat wieder Hochkonjunktur. Gelegenheit für die Leipziger Veterinärmediziner, in gebündelter Form Wissenswertes über eines unserer beliebtesten Haustiere - das Pferd - zu präsentieren.

Eine Stute mit ihrem Fohlen

Wer liebt es nicht, wenn es elegant über grüne Wiesen fliegt oder in der Spanischen Hofreitschule Kapriolen schlägt? Das Pferd ist einer der liebsten Freunde des Menschen und steht besonders jetzt in der angehenden Sommersaison wieder im Mittelpunkt des Interesses. Der Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät, Prof. Dr. Gotthold Gäbel, möchte dies zum Anlass nehmen, Wissenswertes und weitgehend Unbekanntes zum Thema Pferd einer größeren Öffentlichkeit nahe zu bringen. ''Das Pferd ganz menschlich'' zeigt, dass Pferde mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, die gar nicht so weit vom Menschen entfernt sind.


Der orthopädische Huf

Der orthopädische Schuh für Menschen mit Fußproblemen ist allgemein bekannt. aber wer weiß schon, dass es auch einen orthopädischen Huf gibt? Die Schmiede an der Veterinärmedizinischen Fakultät ist darauf spezialisiert, solche Hufe anzupassen. Der Laie kann nur staunen über die konservativen und Hightech-Möglichkeiten, über die der Hufschmied dafür verfügt. Hufbeschlag-Lehrmeister Axel Berndt kennt die Kniffe, mit denen man Fehlstellungen des Pferdefußes korrigieren kann und nebenbei weiß er genau, wann ein Hufeisen Glück bringt.

Wenn ein Pferd lahmt ...

Die Diagnose für einen orthopädischen Huf stellt der Tierarzt. Oft bemerkt der Laie das Problem erst, wenn das Pferd lahmt. Das ist ein Fall für die Pferde-Orthopäden und -Chirurgen. Prof. Dr. James Ferguson, Direktor der Chirurgischen Tierklinik, erklärt an einem konkreten Fall mögliche Ursachen, Diagnosestellungen und abgestimmte Therapie. Die dazu notwendigen Geräte sind vergleichbar mit denen beim Menschen, nur größer und robuster. Auch Pferde bekommen, wenn nötig, eine Narkose und werden ebenso sorgfältig überwacht und nach der Operation betreut. Auch minimalinvasive Eingriffe sind dank neuester Technik in Leipzig möglich.

Stress führt zu Magengeschwüren ...

Prof. Dr. Gerald Fritz Schusser, Direktor der Medizinischen Tierklinik, ist mit einer Studie den Magengeschwüren des Pferdes auf den Grund gegangen. Die Wissenschaftler haben Pferde untersucht, die einer besonderen Fütterungsfolge ausgesetzt waren. Pferde leiden z.B. unter Stress, wenn sie unregelmäßig gefüttert werden. Wer Pferde schon einmal auf der Weide beobachtet hat, weiß, dass diese ununterbrochen grasen. Diese Art der Nahrungsaufnsahme führt dazu, dass die Epithelschicht der Schleimhaut ständig nachwächst. Kein Fressen - wenig Epithelschutzschicht: Es entsteht eine Schleimhaut minderer Qualität, die den Säureangriffen des Pferdemagens auf Dauer nicht standhält. Magengeschwüre sind vorprogrammiert. Endoskopische Aufnahmen zeigen die Veränderung der Schleimhaut und daraus resultierende Magengeschwüre. Wie sich das beim Tier äußert und was man tun kann, erklärt Prof. Schusser.

Das werdende Fohlen im Ultraschall

Der Anblick einer Stute mit ihrem Fohlen lässt wohl jedermanns Herz höher schlagen. Natürlich enthalten wir Ihnen diesen Anblick nicht vor. Was aber für den Laien einmalig sein dürfte, ist der Anblick eines werdenden Fohlens im Mutterleib. Prof. Axel Sobiraj, Direktor der Ambulatorischen und Geburtshilflichen Tierklinik, zeigt in einem Life-Ultraschallbild einen jungen Fötus und verrät einiges über Zuchtmerkmale und -auswahl. Die unterscheiden sich natürlich je nach Einsatz des Tieres.

Dick ist schick, aber auch gefährlich

Tiere sind besonders knuddelig, wenn sie etwas dicker sind. Gerade bei Ponys verleitet das oft zu Ausrufen des Entzückens. Nichtsdestotrotz ist Dicksein auch beim Tier gefährlich, weiß PD Dr. Annette Zeyner vom Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik. Dies gilt insbesondere für Robustponys, die von ihrem natürlichen Herkommen her an eine eher karge Nahrung angepasst sind. Bei den hiesigen Fütterungsgewohnheiten werden gerade diese Tiere schnell fett. Besonders kritisch wird es, wenn sie Fett einschmelzen und an Masse verlieren. Eine solche Stoffwechselsituation ist für Ponys außerordentlich gefährlich und kann ohne fachgerechtes Eingreifen zum Tod der Tiere führen. Wir zeigen ihnen life, wie solche Tiere ordentlich gefüttert werden.

Natürlich haben wir auch für unsere interessierten Journalisten einen kleinen ländlichen Imbiss vorbereitet, der, wenn das Wetter es erlaubt, im Freien, in unmittelbarer Nachbarschaft zu unseren vierbeinigen Freunden, platziert sein wird.

Einladung zur Presseführung

Zu den genannten Themen lädt die Veterinärmedizinische Fakultät zu einer Presseführung ein, die typische und besondere Eigenschaften des Pferdes bildlich und allgemeinverständlich darstellen wird.

Zeit: 05. Mai 2004, 11:30 Uhr
Ort: Veterinärmedizinische Fakultät, An den Tierkliniken

Der Treffpunkt ist der Hörsaal über der Hufschmiede, direkt rechts neben dem Haupteingang.
Bitte teilen Sie uns unter Telefon: 0341 97-35020 oder E-Mail: adams@uni-leipzig.de mit, ob Sie an der Presseführung teilnehmen möchten.

weitere Informationen Prof. Dr. Gotthold Gäbel
Telefon: 0341 97-38000
E-Mail: dekanat@vmf.uni-leipzig.de

Weitere Informationen:


Dr. Bärbel Adams, Universität Leipzig
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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