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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 12.07.99

Preis für Erlanger Forschungsergebnisse zur Bildgebung am Herzen mit Spiral-CT

Beim Europäischen Röntgenkongreß 1999 in Wien erhielt die wissenschaftliche Ausstellung von Dipl. Phys. Stefan Ulzheimer, Dr. Marc Kachelrieß und Prof. Dr. Willi A. Kalender vom Institut für Medizinische Physik (IMP) mit dem Titel "Improvements in cardiac CT by using ECG-oriented image reconstruction in subsecond spiral multi-row scanning" als eine von sechs Ausstellungen unter insgesamt über 1200 Einreichungen die höchste Auszeichnung "magna cum laude".

Das Institut für Medizinische Physik (IMP) befaßt sich seit Jahren mit der Weiterentwicklung der Spiral-CT in unterschiedlichen Anwendungsbereichen der Medizin. Die Voraussetzungen hierfür sind denkbar günstig: Prof. Dr. Willi Kalender, der Direktor des Instituts, hat die Technik der Spiral-CT 1989 eingeführt und seitdem weiterentwickelt; zudem steht dem Institut als Leihgabe der Firma Siemens Medizinische Technik das neueste und leistungsfähigste Gerät dieser Art zur Verfügung, ein Somatom Plus4 VZ. Dieses Gerät bietet neben einer erhöhten Scangeschwindigkeit mit nunmehr 0,5 Sekunden pro Rotation auch die Möglichkeit zu Mehrschichtaufnahmen. Es können jeweils vier Schichten simultan erfaßt werden.


Die Arbeiten des IMP auf dem Gebiet der CT-Bildgebung am Herzen werden seit 1996 verfolgt. Die Grundidee war, daß synchron zur CT-Aufnahme das Elektrokardiogramm (EKG) des Patienten aufgezeichnet wird und diese Information bei der nachträglichen Bildrekonstruktion benutzt wird. Es werden immer nur die Meßwerte für ein Bild berücksichtigt, die einer frei wählbaren Herzphase zuzuordnen sind. Ergebnisse hierzu konnten bereits 1997 vorgestellt werden. Es war erstmals möglich, das Herz in drei Dimensionen konsistent und bewegungsartefaktfrei mit hoher räumlicher Auflösung darzustellen. Außerdem erlaubt diese Technik die nichtinvasive Darstellung des schlagenden Herzens. Zu diesen Themen wurden mehrere Vorträge und Veröffentlichungen erstellt, die hohe Resonanz fanden.

Die 1998 in Medical Physics, der international wichtigsten wissenschaftlichen Zeitschrift auf dem Gebiet "Medizinische Bildgebung", erschienene Arbeit "Electrocardiogram-correlated image reconstruction from subsecond spiral computed tomography scans of the heart" der Autoren Dr. Marc Kachelrieß und Prof. Dr. Willi A. Kalender wurde als bestes Paper in Medical Physics des Jahres 1998 auf dem Gebiet Bildgebung mit dem "Greenfield Award" ausgezeichnet.

Mit der höchsten Auszeichnung "magna cum laude" wurde eine entsprechende wissenschaftliche Ausstellung zu diesem Thema mit dem Titel "Improvements in cardiac CT by using ECG-oriented image reconstruction in subsecond spiral multi-row scanning" der Autoren Dipl. Phys. Stefan Ulzheimer, Dr. Marc Kachelrieß und Prof. Dr. Willi A. Kalender jetzt beim Europäischen Röntgenkongreß 1999 in Wien als eine von sechs Ausstellungen unter insgesamt über 1200 Einreichungen belohnt.
Die entsprechenden Algorithmen und Verfahren, die gezielt für das neue Mehrschichtgerät mit Aufnahmezeiten unter einer Sekunde entwickelt wurden, werden inzwischen bereits an mehreren Kliniken eingesetzt. Diese Arbeiten erfolgten in Kooperation mit der Siemens AG Medizinische Technik und mit Unterstützung durch die Bayerische Forschungsstiftung. Weitere Arbeiten sind in Kooperation mit den klinischen Partnern aus der Kardiologie und der Radiologie in Richtung CT-Koronarangiographie, Myokardperfusions- und Koronarkalkmessung geplant. Es erscheint aber, daß das gesamte Spektrum der Bildgebung am Herzen mit diesem neuen Verfahren in bisher unerreichter Qualität abgedeckt werden kann.

Ergebnisse dieser Arbeiten am Institut, insbesondere auch Bildmaterial, sind auf der Website des Institut für Medizinische Physik unter:
http://www.imp.uni-erlangen.de
einzusehen.

* Kontakt
Prof. Dr Willi Kalender, Institut für Medizinische Physik
Krankenhausstraße 12, 91054 Erlangen
Tel.: 09131/85 -22309, -22310, Fax: 09131/85 -22824
E-Mail: willi.kalender@imp.uni-erlangen.de

Weitere Informationen:


Ute Missel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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