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Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, 18.01.07

Positive Bilanz auf Abschlusstagung "Verbundprojekt Nützlinge" gezogen

Der Einsatz von Nützlingen in Gartenbaubetrieben kostet in der Regel nicht mehr als chemischer Pflanzenschutz, von Fall zu Fall kann er sogar günstiger sein. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler gleich mehrerer Teilprojekte des Verbundprojekts "Nützlinge", dessen Abschlussveranstaltung am 9. und 10. Januar in Bonn stattgefunden hat. Das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) geförderte, von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreute und von der Biologischen Bundesanstalt (BBA) koordinierte und fachlich begleitete Verbundprojekt lief in zwei Abschnitten über insgesamt acht Jahre. Beteiligt waren zuletzt sechs Wissenschaftsinstitutionen, die in 26 Praxisbetrieben den Einsatz von Nützlingen erprobten und spezielle Forschungsfragen - teilweise betriebsübergreifend oder im Einzelfall auch im Labor - bearbeiteten. Vom Züchter von Weihnachtssternen bis zum Gartencenter, vom Anbauer von Topfkräutern bis zum Sommerblumenanbieter - alle, die einen Teil der Wertschöpfungskette im Zierpflanzenanbau darstellen, waren beteiligt oder wurden regelmäßig informiert und einbezogen, wie etwa die Züchter von Nützlingen.


Der Preis sei allerdings oft nicht der entscheidende Grund, Nützlinge nicht einzusetzen, meint Dr. Ellen Richter von der BBA, Koordinatorin des Verbundprojektes. Probleme macht vor allem der extrem hohe Anspruch der Käufer an die Pflanzenqualität bei Zierpflanzen und auf der anderen Seite die planerische Herausforderung, bei wechselnder Gewächshausbelegung und sich ändernden klimatischen Bedingungen stets die richtigen Nützlinge in der richtigen zeitlichen Frequenz und Menge auszubringen. Zumal es einen Königsweg für den Einsatz von Nützlingen nicht gibt - darin waren sich die vortragenden Wissenschaftler und Praktiker einig. So wurden auf der Tagung statt einem Patentrezept zahlreiche "Rezepte" vorgestellt, die anwendbar sind, aber an jeden Betrieb individuell angepasst werden müssen. So war das Votum der anwesenden Praktiker einstimmig: Ohne Beratung geht es im Moment noch nicht.

Die Wissenschaftler konnten in Zusammenarbeit mit den Praxisbetrieben eindrücklich zeigen, dass der Einsatz von Nützlingen, wenn er mit der nötigen Aufmerksamkeit und dem erforderlichen Wissen betrieben wird, sinnvoll ist. Allerdings wurde auch dargestellt, dass die Betriebe, wenn sie Nützlinge einsetzen wollen, den ergänzenden chemischen Pflanzenschutz an diese Strategie anpassen müssen. Wenn die Kombination gut eingespielt ist, kann sie angesichts einer immer größer werdenden Palette an Schädlingen und deren zunehmenden Resistenzen gegen vorhandene Pflanzenschutzmittel unter Umständen sogar der einzige Weg sein, Zierpflanzen wirksam vor Schäden zu schützen. Für Gartencenter und andere Endverkaufsbetriebe gewinnt der Nützlingseinsatz auch aus einem anderen Grund an Bedeutung: Durch die immer länger werdenden Öffnungszeiten fehlen zunehmend die Zeitphasen, die nach der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel als Wartezeiten vorgeschrieben sind, bevor die behandelten Räume wieder betreten werden dürfen.

Die Ergebnisse des Verbundes Nützlinge werden zu einer Broschüre zusammengestellt, die ab Mitte 2007 bei der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau, Braunschweig erhältlich ist.

Ansprechpartner bei der BLE, Projektträger Agrarforschung:
Hubert Ostbomke: Tel. 0228/6845-3331, E-Mail: Hubert.Ostbomke@ble.de

Weitere Informationen:


Dr. Iris Lehmann, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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